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Die grosse Linde musste weichen

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Eine Tafel kündete seit Tagen das Ende der alten Linde auf dem Kreisel beim Bahnhof Murten an. Gestern Morgen schlug endgültig das letzte Stündchen des Baumes, dessen Alter die Stadt auf 60 bis 80 Jahre schätzt. Kurz vor acht Uhr rüsten sich Arbeiter des Forstbetriebes Region Murtensee mit Klettergurt und Helm aus. Einige Passanten verfolgen neugierig das Treiben am Verkehrsknotenpunkt. «Der Baum stand schon, als ich zur Schule ging», sagt ein älterer Mann. Eine ältere Murtnerin meint: «Das ist schon ein spezieller Moment, wenn man hier aufgewachsen ist.»

Gekonnt turnt einer der Arbeiter in der kahlen, asymmetrischen Baumkrone herum. Ein Seitentrieb nach dem anderen fällt zu Boden. «Das ist ja alles faul», ruft eine Passantin erstaunt. Schliesslich machen sich die Arbeiter an das Hauptstück, den eigentlichen Stamm. «Wir fällen Bäume wenn immer möglich als Ganzes. Das ist für die Arbeiter weniger riskant, als den Stamm stückweise abzusagen», erklärt Beat Jaberg, Leiter des Murtner Werkhofs. Nur die Seitentriebe hätten die Arbeiter vorgängig entfernt, damit die Krone beim Fallen keine Schäden anrichtet.

Meterstab für die Sicherheit

Nun befestigen die Arbeiter eine Schlinge aus Drahtseil um den Stamm der Linde. Dies soll garantieren, dass der Stamm in die gewünschte Richtung fällt. Die Motorsägen heulen auf und fressen sich am Fuss des Stammes langsam durch das Holz. Dann verstummen die Maschinen. Den Rücken dem Stamm zugewandt, schiebt ein Arbeiter einen Meterstab in das herausgeschnittene Loch. «Mit dem Meterstab lässt sich feststellen, in welche Richtung der Stamm fällt und wie weit er fällt», erklärt Jaberg. Noch ist der Arbeiter mit der Fallrichtung nicht zufrieden. Dementsprechend schneidet er ein weiteres Stück heraus, bevor er die Motorsäge auf der anderen Seite des Stamms ansetzt. Nun ist es so weit: Langsam kippt der Stamm, dann schlägt er krachend auf dem Boden auf. «Alles ist gut gegangen, wir haben keine Schäden», ist Jaberg ­erleichtert.

Vom Pilz zerfressen

Nun zeigt sich deutlich, warum die Linde weichen musste. «Dieses Loch hat der Pilz hinterlassen», sagt Pascal Aebischer, Verantwortlicher für die Bäume beim Murtner Werkhof. Er zeigt auf ein dickes Loch im Stamm. «Im Sommer hätte ein Sturm den Baum wohl gefällt», meint Aebischer. Krank war der Baum seit vielen Jahren. «Vor langer Zeit schnitt man dem Baum Äste ab. An den verletzten Stellen konnten die Pilzsporen eindringen», so Aebischer weiter. Heute versuche man, auf solche Verletzungen der Baumrinde wenn immer möglich zu verzichten. Wie Werkhofleiter Beat Jaberg weiter erklärt, haben Angestellte bei einer Kontrolle festgestellt, dass der Pilz bald auf die Krone übergreife. Damit sei der Baum endgültig zum Sicherheitsrisiko geworden. «Wenn er unkontrolliert umgestürzt wäre, hätte das vielleicht Verletzte gegeben», sagt Aebischer. Am späteren Vormittag fährt eine spezialisierte Häckselmaschine vor Ort auf. Bis am Mittag sind die Spuren nahezu beseitigt. «Das zerkleinerte Holz dient der Murtner Fernwärmezentrale als Heizmaterial», erklärt Jaberg.

Neue Linde

Im April will die Stadt auf dem Kreisel eine junge Linde pflanzen. Der Baum sei bereit zur Einpflanzung, sagt Jaberg. Dass es wieder eine Linde ist, sei kein Zufall. «Linden sind widerstandsfähig.». Das sei wichtig, denn die Umgebung rund um den Kreisel sei nicht komfortabel. Der Baum erhalte zum Beispiel wenig Wasser.

Jedes Jahr fällt die Stadt mehrere Bäume. 26 waren es in dieser Wintersaison. Die Sicherheit war einer der Gründe; andere Bäume standen zu nahe an Wasserläufen oder hinderten das Wachstum anderer Bäume. «Die Linde war der letzte Baum, den wir in dieser Saison fällen», sagt Beat Jaberg. Wegen der exponierten Lage sei für diese Fällaktion eine grössere Planung nötig.

Zur Definition

Kanton bewilligt das Baumfällprogramm

Die Stadt Murten hat auf ihrem Gemeindegebiet die Verantwortung für 200 Bäume. Sie sind im kommunalen Bauminventar verzeichnet. Das Inventar enthält Angaben zur Art, zum Standort und dazu, wann der Baum gesetzt wurde. Es umfasst aber nur die Bäume innerhalb der Bauzone. Ausserhalb der Bauzonen sind die Bäume ohnehin gesetzlich geschützt. Einmal pro Jahr entscheidet die Stadt, welche Bäume sie fällen will. Das Fällprogramm legt sie dem Gemeinderat zur Bewilligung vor. Vorher gibt die kantonale Raumplanungs- und Baudirektion eine Stellungnahme ab. Der Entscheid des Gemeinderates wird im Amtsblatt publiziert und ist anfechtbar. Wie die kantonale Raumplanungs- und Baudirektion auf Anfrage schreibt, hat der Grosse Rat bestimmt, dass der Kanton im Rahmen der Oberaufsicht sicherstellen muss, dass die Gemeinden ihren Auftrag korrekt erfüllen. In einigen Gemeinden fehle das Fachwissen für den korrekten Schutz der Bäume, deshalb sei die Unterstützung des Kantons gefragt. So könne der Kanton die Gemeinden darauf aufmerksam machen, wenn eine Fällung nicht nötig sei.

sos

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