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«Die heimische Bergwelt schätzen gelernt» Im Gespräch mit Edi…

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«Die heimische Bergwelt schätzen gelernt»
Im Gespräch mit Edi Baeriswyl, abtretender IBS-Präsident

Während acht Jahren hat Edi Baeriswyl aus Oberschrot die Kommission für Integrale Berglandsanierung (IBS) präsidiert. In einem Gespräch mit den FN zieht er Bilanz über eine Arbeit, die bei einem grossen Teil der Bevölkerung weitgehend unbekannt, für das Sense-Oberland aber von grosser Bedeutung ist.

Im Rahmen des Entwicklungskonzeptes der Region Sense ist man zum Schluss gekommen, dass sich die Probleme des Berggebietes nur lösen lassen, wenn ein Globalkonzept erarbeitet wird. Daraus entstand das Projekt Integrale Berglandsanierung (IBS). In der IBS-Kommission nehmen alle beteiligten Kreise Einsitz.

Es sind dies die Gemeinden Plaffeien, Plasselb, Oberschrot, St. Silvester sowie Teile des Greyerzbezirks, das Meliorationsamt, die Mehrzweckgenossenschaften (Schwyberg-Ättenberg, Muscherenschlund, Schwarzsee und Ärgera-Höllbach), das Wasserbauamt, das Amt für Umweltschutz, das Forstdepartement und die landwirtschaftliche Beratungsstelle in Grangeneuve.

Zusammen erarbeitete man ein Gesamtkonzept für die Sanierung des rund 120 Quadratkilometer grossen Projektgebiets, mit dem Ziel, die zweckmässige Nutzung des Bodens in diesem Gebiet langfristig sicherzustellen. In den letzten 15 Jahren wurden über das IBS-Projekt rund 30 Mio. Franken investiert. Im längerfristigen Programm ist vorgesehen, innerhalb von 30 Jahren rund 85 Mio. Franken zu investieren, wie der abgetretene IBS-Präsident ausführt.

Edi Baeriswyl, wie erklären Sie sich, dass der Begriff IBS für viele immer noch ein Fremdwort ist?

Das liegt vielleicht daran, dass wir in der Vergangenheit zu wenig Öffentlichkeitsarbeit betrieben haben. Die Region Sense, der das IBS-Projekt unterstellt ist, hat in letzter Zeit Anstrengungen unternommen, vermehrt Informationen an die Öffentlichkeit zu tragen.

Auf der anderen Seite ist das IBS «nur» eine Koordinationsstelle, ohne eigene Entscheidungsgewalt. Insofern betrifft die Arbeit des IBS nur indirekt die Öffentlichkeit, ist aber für das Sense-Oberland sehr wichtig.

Das IBS hat vor 15 Jahren eine Art Vorreiterrolle übernommen in Bezug auf überkommunale und interdisziplinäre Koordination. Wie verläuft diese Zusammenarbeit?

Die Zusammenarbeit verläuft wirklich hervorragend, wobei die Technische Kommission die massgebliche Arbeit leistet. Bei der Ausarbeitung eines neuen Projekts, zum Beispiel eines Erschliessungsgebiets, sind alle Betroffenen an einem Tisch versammelt. Sie können schon in der Planungsphase ihre Bedenken, Ideen und Vorschläge einbringen.

Ich bin heute immer noch davon überzeugt, dass es im Gebiet Chlöwena nicht zu Rutschungen gekommen wäre, wenn man dort alle Arbeiten ausgeführt hätte, die im Entwicklungskonzept vorgesehen waren. Bei den heutigen Arbeiten in diesem Gelände kommen immer wieder alte Bauteile von früheren Entwässerungen hervor. Das zeigt doch, dass man schon vor 50 Jahren die Bedeutung solcher Arbeiten erkannt hat. Die Arbeiten waren im Entwicklungskonzept als dringlich beschrieben. Vor zehn Jahren hat man halt aber andere Prioritäten gesetzt.

Ist diese Bereitschaft zur Zusammenarbeit auch heute noch vorhanden?

Vor 15 Jahren fiel die Idee eines Globalkonzepts sofort auf fruchtbaren Boden. Das Ganze ist ja ein Verdienst von alt Kantonsförster Anton Brülhart, der die Idee – wie er mir einmal erzählt hat – bei einem Aufenthalt in Ruanda hatte.

Heute ist die Idee der Integralen Berglandsanierung im Sense-Oberland nicht mehr wegzudenken. Alle betroffenen Stellen sind von der Bedeutung und vom guten Funktionieren dieser Koordinationsstelle überzeugt. Viele Projekte wären heute nicht so weit, wenn man das IBS nicht hätte. Vieles wäre ganz anders gelaufen, hätte viel mehr Anlass zu Diskussionen gegeben. Man stelle sich die Schwierigkeit vor, für zwei Bereiche mit total unterschiedlichen Interessen, wie z.B. der Tourismus und das Militär, einen Konsens zu finden. Da sie aber von Anfang an mit einbezogen wurden, ging das viel leichter.

Das IBS-Projekt gilt vielerorts auch als Musterbeispiel für dieses harmonische Zusammenspiel. Es macht uns natürlich stolz, dass unser Konzept gesamtschweizerisch Schule macht. Was die Zusammenarbeit mit den kantonalen Ämtern betrifft, können wir uns wirklich «von» schreiben. Sie unterstützen uns in jeder Hinsicht und kommen uns im Rahmen ihrer Möglichkeiten immer entgegen.

Wenn Sie auf Ihre achtjährige Präsidentschaft zurückblicken, was waren die grössten Schwierigkeiten, die es zu bewältigen gab?

Der Start war recht schwierig, wenn ich so zurückdenke. Es ging darum, das Vertrauen der Mehrzweckgenossenschaften zu gewinnen und zu stärken. Sie sind ja die Stützen des Ganzen; wenn sie nicht voll hinter dem Projekt stehen, geht gar nichts.

Da musste viel Überzeugungsarbeit geleistet werden, gerade auch, als ein IBS-Sekretariat eingerichtet werden sollte. Vor allem bei der Mehrzweckgenossenschaft Schwyberg-Ättenberg war Skepsis über dessen Notwendigkeit vorhanden. Eine Werkabrechnung über ein Erschliessungsprojekt ist etwas sehr Kompliziertes und wurde damals zuerst von den Gemeindeverwaltungen übernommen. Später sah man aber ein, dass ein eigenes Sekretariat diese Arbeit am besten übernehmen kann.

Welchen Einfluss haben die Schäden durch den Sturm Lothar auf das IBS-Gebiet?

Wie alle Naturkatastrophen, Falli-Hölli, Steinbach, Hohberg, Riggisalp, Seeweid usw., hat auch der Sturm Lothar das Einzugsgebiet des IBS beeinträchtigt. Konzepte für die Wiederaufforstung des betroffenen Schutzwaldes müssen erarbeitet und umgesetzt werden.

Ich glaube nicht, dass man sich punkto Erschliessungen etwas vorzuwerfen hat. Der Sturm hat sehr punktuell gewütet, so dass man nicht sagen kann, dass man auf einem bestimmten Gebiet hätte Vorsorge treffen können.

Wie sehen Sie die Zukunft des IBS?

Die Arbeit wird der Integralen Berglandsanierung in den nächsten Jahren auf jeden Fall nicht ausgehen. Im Entwicklungskonzept sind noch viele, zum Teil dringliche Massnahmen aufgelistet. Gerade im Bereich Gewässersanierung muss gehandelt werden, wie das Beispiel Riggisalpbach gezeigt hat. Ich bin deshalb überzeugt, dass die Sanierung des Seeweidbachs vordringlich ist, denn wenn dieses Gewässer mit der gleichen Heftigkeit kommen würde, gäbe es grössere Verluste, vielleicht gar Tote.

Wir haben in den letzten Jahren vieles erreicht und konnten uns dabei stets auf die hervorragende Vorarbeit stützen, die bei der Ausarbeitung des Entwicklungskonzepts geleistet wurde. Mich persönlich hat es zum Beispiel gefreut, dass der Brecca-Schlund ins Bundesinventar der Landschaften von nationaler Bedeutung aufgenommen wurde. Andere Dossiers sind noch offen, zum Beispiel die Befahrung der Alpwege – ein sehr schwieriges Kapitel. Bisher konnte noch keine Lösung gefunden werden.

Bedenken habe ich bezüglich des neuen Finanzausgleichs. Wenn er in der geplanten Version durchgesetzt wird, steht für das Berggebiet viel weniger Geld zur Verfügung. Diese deutliche Benachteiligung des Berggebiets muss verhindert werden. Ich hoffe da stark auf die Intervention unserer Parlamentarier.

Sie sind aus persönlichen Gründen zurückgetreten, was hat Ihnen diese Tätigkeit persönlich gebracht?

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