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Die Kiesgrube ist beschlossene Sache

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«So viele Leute haben bei uns wohl noch nie an der Gemeindeversammlung teilgenommen», sagte der Kallnacher Gemeindepräsident Werner Marti zu Beginn der Versammlung am Samstagnachmittag. In der Tat waren es nur einzelne Sitze, die in der Mehrzweckhalle leer blieben. Insgesamt 547 Stimmberechtigte nahmen an der Diskussion und Abstimmung teil – was, wie Werner Marti vorrechnete, einer Stimmbeteiligung von knapp 38 Prozent entspricht.

Gross war das Bedürfnis der Bürgerinnen und Bürger, über die Überbauungsordnung und die Änderung des Schutzzonenplans abzustimmen, die das umstrittene Kiesgruben-Projekt möglich machen sollen. Denn das Projekt bringt der Gemeinde durch die Mehrwertabschöpfung über 40 Jahre verteilt 5,6 Millionen Franken ein, andererseits müssen rund 16 Hektaren Waldfläche gerodet werden (siehe Kasten).

Zwiegespaltene Gemeinde

«Der Gemeinderat steht geschlossen hinter dem Projekt», betonte Werner Marti zu Beginn der Diskussion. Er unterstütze das Projekt jedoch nicht wegen den Mehreinnahmen, die es der Gemeinde in die Kasse spült, sondern wegen der Wirtschaftlichkeit. «Wir unterstützen damit das lokale Gewerbe und leisten einen solidarischen Beitrag für die Region.»

Mit diesen beiden Punkten argumentierten auch die meisten Befürworter aus der Bevölkerung. Doch auch das Geld spielte eine zentrale Rolle. Die Aussage eines Bürgers erntete besonders grossen Beifall: «Der Kanton wird das Projekt so oder so durchsetzen. Die Frage ist nur, ob wir davon profitieren wollen oder nicht.»

Projektleiter Martin Hostettler bestätigte, dass der Kanton das Projekt effektiv realisieren könne, ohne die Gemeinde miteinzubeziehen. Werner Marti fügte hinzu: «Ich wage jedoch, stark zu bezweifeln, dass wir dann vom Projekt noch gleich viel profitieren wie jetzt.»

Mehr Schwerverkehr

Die Zerstörung eines Lebensraumes für Fauna und Flora sowie eines Naherholungsgebietes und der vermehrte Schwerverkehr, der zunehmende Gefahr für Fussgänger und Schulkinder bedeute: Diese Punkte brachten die Gegner der geplanten Kiesgrube vor. Sorgen bereiteten ihnen zudem die Auffüllung der Grube nach dem Abtragen des Kieses und die Frage, ob die Grube aufgrund des grosses Kiesvorkommens sogar noch vergrössert werden könnte.

Klares Ergebnis

Doch die Argumente der Gegner zeigten nicht die gewünschte Wirkung. Nach der mehr als einstündigen Diskussion und dem Warten auf das Resultat der geheimen Abstimmung verkündete Werner Marti schliesslich, dass dem Projekt 366 Bürgerinnen und Bürger zustimmten und es nur 180 ablehnten. Die Freude der Befürworter war gross. Auch Ammann Werner Marti zeigte sich erleichtert: «Ich bin froh, dass wir das Geschäft nun abschlies­sen konnten und das Resultat am Ende klar ausgefallen ist.» Mit der Abstimmung ist die Sache für die Gemeinde Kallnach erledigt, das Dossier geht nun an das kantonale Amt für Gemeinden und Raumordnung. Dieses muss auch die 15 Einsprachen behandeln, welche zurzeit noch hängig sind.

Verzögern könnten das Projekt jedoch auch noch die archäologischen Rettungsgrabungen, für die der Grosse Rat im September einen Kredit von 15,17 Millionen gesprochen hat. Denn unter dem Wald vermutet der archäologische Dienst Keltengräber. «Untersuchungen sollen nun zeigen, ob an diesen Vermutungen etwas dran ist», erklärte Martin Hostettler.

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Seitenmoräne des Rhonegletschers

Grossprojekt bringt Geldsegen für Kallnach

Der Challnechwald bei Kallnach liegt auf einer Seitenmoräne des Rhonegletschers, weshalb unter ihm ein riesiges Kiesvorkommen schlummert. «Als Standort für den Kiesabbau ist der Challnechwald deshalb prädestiniert», erklärte Ammann Werner Marti an der Gemeindeversammlung von Kallnach vom Samstag.

Der Standort wurde vom Kanton und der Region Biel-Seeland als Ideallösung bestimmt. Mit der Kiesgrube sei die Versorgung der Region Biel-West nun für die nächsten 30 Jahre sichergestellt. Die Projektleitung rechnet mit einem jährlichen Kiesabbau von 100 000 Kubikmeter. Die künftige Betreiberin der Kiesgrube, die Hurni Kies- und Betonwerke AG aus Sutz, soll in den nächsten 30 Jahren Kies abbauen, anschliessend die Grube während 10 Jahren auffüllen und das Gelände aufforsten.

«Zentral war für uns, dass das Projekt für die Gemeinde keine Kosten verursacht», betonte Werner Marti an der Versammlung. An der Kiesgrube verdient die Gemeinde über die nächsten 40 Jahre verteilt 5,6 Millionen Franken. Die Eigentümerin des Waldes, die Burgergemeinde Kallnach, erhält für die Kiesgrube rund 14 Millionen Franken. 40 Prozent davon überlässt sie der Gemeinde Kallnach.

lp

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