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Die Kleineren sind die Grösseren

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Die Vielfalt der kleinen und mittelgrossen Unternehmen (KMU) in der Schweiz ist wichtig für die Stabilität der Wirtschaft. Kriselt es in einer Branche, können Unternehmen anderer Bereiche ausgleichen. Den 281 Grossunternehmen mit je 250 oder mehr Beschäftigten stehen mehr als 560 000 KMU gegenüber, welche rund zwei Drittel aller Arbeitskräfte beschäftigen.

Rendite ohne viel Risiko

In den Portfolios gehen kleinere Aktiengesellschaften jedoch oft vergessen. Der Swiss Performance Index (SPI) wird beispielsweise von den Grossen dominiert. Die grössten zehn Unternehmen machen rund 70  Prozent der Marktkapitalisierung aus. Dabei entgehen dem Anleger attraktive Opportunitäten.

Ein Vergleich über die Jahre zeigt: Während sich eine Anlage in den Swiss Market Index vor 22  Jahren bis heute verfünffacht hätte, wäre eine Anlage in die 80 nächstkleineren Werte gut sechsmal so viel wert gewesen. Eine Investition in die verbleibenden noch kleineren Werte des SPI hätte sich sogar verzehnfacht. Es sind dies die sogenannten Mid und Small Caps, die mittelgrossen und kleinkapitalisierten Unternehmen.

Doch das ist erst die halbe Wahrheit, denn auch das Risiko einer Anlage spielt eine Rolle. Eine wichtige Kennzahl ist in diesem Zusammenhang die Sharpe Ratio, entwickelt vom Ökonomen William F. Sharpe. Indem die jährliche Rendite durch das jährliche Risiko (gemessen an der Stärke der Kursschwankungen, der sogenannten Volatilität) geteilt wird, erhält man eine risiko­bereinigte Performancekennzahl. Je grösser die Sharpe Ratio, desto besser wird man für das eingegangene Risiko entschädigt, das heisst, umso verlockender ist eine Investition.

Seit 1995 haben Investitionen in Small und Mid Caps besonders gut abgeschnitten: Während die Sharpe Ratio für den SPI nur bei 0,5 liegt, beträgt sie für Mid Caps 0,74 und für Small Caps sogar 1,46.

Folglich ist bei Investitionen in mittelgrosse und kleinkapitalisierte Unternehmen im Schnitt nicht nur die Rendite grösser als bei grosskapitalisierten Werten, sondern auch das Risiko ist bedeutend kleiner.

Innovative Nischenplayer

Das bessere Rendite-Risiko-Verhältnis hat mehrere Gründe. Oft sind Schweizer KMU globale Nischenplayer, die in ihren spezialisierten Branchen hochwertige, margenstarke Produkte herstellen. Weil die Schweiz rohstoffarm ist, sind Unternehmen zur Innovation gezwungen. Mit «Hightechprodukten» können sich Schweizer KMU gegen internationale Konkurrenz durchsetzen und Gewinne erzielen. KMU sind zudem oft Familienunternehmen. Es geht ihnen um Langfristigkeit, was zu einer besseren Performance führt.

Als Anleger profitiert man auch von Wachstumsprämien. Während grosse Unternehmen mit der Zeit an Wachstumsgrenzen stossen, haben kleinere Firmen den Vorteil, neue Märkte erschliessen zu können, was zu grossen Wachstumsraten führt.

Blick vor die Haustüre

Ist ein KMU erfolgreich, kann es schliesslich mit einer Übernahme durch grössere Firmen rechnen. Ein aktuelles Beispiel ist der Kauf des Nahrungsmittelherstellers Hügli durch den Fleischverarbeiter Bell. Weil der Käufer meist eine Übernahmeprämie bezahlen muss, kann auch der Aktienbesitzer profitieren.

Das Auf und Ab an den Aktienmärkten, das in den vergangenen Wochen verschiedene Anleger überrascht hat, dürfte im Lauf des Jahres eher noch zunehmen. Um auf turbulentere Zeiten vorbereitet zu sein, empfiehlt sich nebst einer allgemeinen Risikoreduktion eine gute Diversifikation. Dazu können Investition in Small und Mid Caps einen wertvollen Beitrag leisten. Dabei sollten die vielfältigen Möglichkeiten im Bereich der KMU vor unserer Haustüre nicht vergessen ­gehen.

Der Autor

Michael Zurkinden hat in Freiburg Volkswirtschaft studiert und promoviert. Er arbeitet in Bern bei der Notenstein La Roche Privat- bank in der Anlageberatung und Vermögensverwaltung.

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