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«Die meisten Heime erwirtschaften ein Defizit»

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«Sehr zufrieden» ist Grossrätin Ursula Krattinger-Jutzet (SP, Düdingen) mit dem Entscheid des Grossen Rats, den Pensionspreis in den Pflegeheimen des Kantons für das Jahr 2019 um zwei auf 105 Franken pro Person und Tag anzuheben (FN vom 7. November). Das sagte sie im Gespräch nach dem Abschluss der Novembersession des Kantonsparlaments.

Kaum jemand im Sensebezirk kennt sich mit dieser Thematik so gut aus wie sie – ist sie doch Präsidentin des Verwaltungsrates der Stiftung St. Wolfgang mit vier Heimen und über 160 Betten. Den parlamentarischen Auftrag, der die Erhöhung des Pensionspreises forderte, hat sie ini­tiiert, wobei Grossrat Thomas Rauber (CVP, Tafers) sie dabei unterstützte.

Fairer Lohn für alle

«Ich sah einfach, wie schwierig es ist, die Hotellerie in den Pflegeheimen mit 103 Franken pro Person und Tag zu finanzieren», sagt sie. «Die meisten Heime erwirtschaften derzeit ein Defizit.» Die von Grossrat Peter Wüthrich (FDP, Domdidier) geäusserte Meinung, dass fast zwei Drittel aller Heime im Kanton einen Gewinn erwirtschaften, sei zwar für die vergangenen Jahre so gewesen, heute aber nicht mehr. Problematisch seien laut Krattinger-Jutzet in diesem Zusammenhang die neue Einstufung des Abrechnungssystems RAI, aber auch die Sparmassnahmen des Staatsrats, die den Pensionspreis in den letzten fünf Jahren bei 103 Franken eingefroren hätten. Ausserdem gebe es Investitionsbedarf in Sachen Arbeitssicherheit, Hygiene und Informatik.

Letztlich gehe es mit der nun beschlossenen Erhöhung darum, nicht nur die Leistungen in der Hotellerie der Heime in Zukunft sicherzustellen, sondern auch einen fairen Lohn gemäss dem Staatspersonalgesetz für alle in den Pflegeheimen arbeitenden Personen zu garantieren. «Fast 70 Prozent der Betriebskosten in den Heimen machen die Personalkosten aus», so die sozialdemokratische Grossrätin. Nicht zuletzt würden die Heime als Arbeitgeber für diverse Lehrlinge eine wichtige gesellschaftliche Funktion erfüllen.

«Eigentlich nicht ausreichend»

Die Erhöhung auf 105 Franken erfolge auch nicht auf dem Rücken der Bewohner. Nur etwa zehn Prozent der Heimbewohnerinnen und -bewohner müssten laut Krattinger- Jutzet den Pensionspreis selbst bezahlen – und zwar die einkommensmässig stärkste Schicht der Betroffenen. Bei allen anderen kämen der Kanton und die Gemeinden dafür auf, in Form von Ergänzungsleistungen.

Krattinger-Jutzet ist sehr zufrieden damit, dass sich der Grosse Rat gegen den Antrag des Staatsrats ausgesprochen hat, den Pensionspreis lediglich um einen Franken anzuheben. «Aber auch die zwei Franken reichen eigentlich bei weitem nicht aus», so die Gross­rätin. «Die Vereinigung freiburgischer Alterseinrichtungen (VFA) hat sich schon im Frühling in einem Brief für einen Preis von 107 Franken ausgesprochen.» Sie befürchtet auch, dass der Pensionspreis in den kommenden Jahren nicht – wie im Auftrag gefordert – tatsächlich an die Indexierung angepasst werde. Krattinger-Jutzet hält es durchaus für möglich, dass der neue Preis von 105 Franken nun wieder eingefroren bleibe, bis die entsprechende Aufgabenteilung zwischen Kanton und Gemeinden im Bereich der Pflegeheime neu geregelt sei. «Seit ich im Grossen Rat bin, ist man diesbezüglich noch keinen Schritt weiter», beklagt sie.

Vergleich ist kaum möglich

Ein Vergleich des Pensionspreises mit anderen Kantonen sei nur bedingt möglich, so Krattinger-Jutzet. Im Kanton Bern betrage der entsprechende Preis beispielsweise 170 Franken pro Tag, umfasse dort aber nicht nur die Kosten für die Hotellerie, sondern auch die Betreuungskosten. «Gemäss der VFA befinden wir uns im Kanton Freiburg aber eher im unteren Segment», sagt sie.

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