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Die Natur steht vor dem Winterschlaf

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Die herrlichen Farben des Herbstes erfreuen derzeit das Herz vieler Spaziergänger und Wanderer. Das leuchtende Farbenspiel ist ein Zeichen, dass sich die Natur, wenn die Tage kürzer und die Nächte kälter werden, langsam auf den Winterschlaf vorbereitet. Die für die Energieproduktion verantwortliche Fotosynthese nimmt ab, und der pflanzliche Stoffwechsel geht auf Sparflamme, so dass der grüne Farbstoff Chlorophyll nicht mehr gebraucht wird und über den Winter im Baumstamm gespeichert wird. So werden die restlichen Farben in den Blättern mit einem Spektrum von hellem Gelb über Orange bis zu einem tiefen Rot besser sichtbar. Ausgelöst durch die kürzeren Tage und tieferen Temperaturen bildet sich zwischen Blattstiel und Zweig eine Trennschicht, die verhindert, dass die Blätter weiterhin mit Nährstoffen aus dem Wurzelwerk versorgt werden. Mit dem Abwerfen der Blätter schützen sich die Bäume vor Austrocknung, da kein Wasser mehr verdunstet wird. Bei den Nadelbäumen ist das nicht nötig, da die meisten Nadeln mit einer dicken Wachsschicht überzogen und somit vor Austrocknung geschützt sind.

Die Blätter verfärben sich, sterben ab und fallen zu Boden. «Einige Bäume sind resistenter gegen diesen Vorgang», erklärt Roger Raemy, Revierförster für den Privatwald Sense-Mitte. So werden die Blätter der Eiche zwar auch bunt, bleiben aber länger dran, ausser sie werden durch einen Herbststurm weggeweht. «Buchen, Eschen und Kirschen, zum Beispiel, sind viel schneller kahl. Auch die Verfügbarkeit von Wasser spiele eine Rolle: «Da der Sommer trocken war, fing die Blattverfärbung früher an.»

Ein ewiger Kreislauf

Sind die Blätter einmal am Boden, dann kommen Pilze zum Einsatz und zersetzen sie. Durch Würmer, Mäuse und andere kleine Tiere wird das Material mit dem Waldboden vermischt. «Aus den Reststoffen der Blätter entsteht Humus. Der geht als Nährstoff wieder zurück an die Pflanzen – so schliesst sich der Kreislauf», erklärt Roger Raemy. Nadelbäume verlieren nicht jeden Herbst ihre Nadeln, doch fallen auch hier ältere Nadeln mit der Zeit auf den Boden. Sie sind weniger gut zersetzbar, teilweise dauert es bis zu zehn Jahre, und es bildet sich eine Rohhumusauflage. Dieser Boden ist für viele Organismen zu sauer, was die Zersetzung nochmals verlangsamt. «Deshalb schauen wir bei der Bewirtschaftung der Wälder auf eine gute Durchmischung von Laub- und Nadelhölzern. Ein ausgeglichener Boden hilft bei der Verjüngung eines Waldes», führt er aus.

Eigene Biotope

Heute werden die Wälder nicht mehr so «aufgeräumt» wie früher: Dürre Äste, die auf den Boden fallen, Reste der Holzerei und Tannzapfen werden bewusst liegengelassen. Die Förster werden oft auf diese «Unordnung» angesprochen, sagt Roger Raemy. «Das Totholz dient vielen Insekten als Lebensraum. Es bildet eigene Biotope», so der Fachmann. «Selbst abgestorbene Bäume werden stehen gelassen, sofern sie kein Sicherheitsrisiko darstellen.»

Apropos Sicherheit: Das sogenannte Eschentriebsterben hält die Förster im Kanton Freiburg auf Trab. «Diese durch einen Pilz verursachte Krankheit bewirkt, dass Äste der Esche absterben und runterfallen. Wenn sich stark befallene Eschen in der Nähe von Strassen oder öffentlichen Plätzen befinden, werden sie aus Sicherheitsgründen gefällt.» So werden zum Beispiel in diesem Winter in Alterswil einige Eschen geräumt.

Vorbereitung für Holzschläge

Die Natur fährt im Herbst ihren Kreislauf zurück, die Holzerei hingegen hat in der kalten Jahreszeit Hochbetrieb. Jetzt gerade laufen die Vorbereitungen für die Holzschläge, die im Winter ausgeführt werden. Das heisst, die Förster zeichnen in Absprache mit den Waldbesitzern die Stämme von Bäumen, die gefällt werden sollen (siehe Kasten). «Es gibt mehrere Gründe, warum die Holzschläge im Winter ausgeführt werden», sagt Roger Raemy. Zum einen haben die Landwirte – oftmals Waldbesitzer – dann mehr Zeit dafür. «Es ist ausserdem von der Holznutzung her schwieriger, Schläge im Sommer durchzuführen. Im Sommer geschlagenes Sägerundholz muss innert weniger Tage eingesägt und getrocknet sein, weil sonst die Gefahr besteht, dass sich der Bläuepilz ansetzt.» Dieser Pilz bewirkt, dass sich das Holz blau verfärbt und an Wert verliert.

Zudem sind im Winter die Böden gefroren, so dass durch den Einsatz von Erntemaschinen weniger Schaden entsteht. Roger Raemy weist auf eine besondere gesetzliche Bestimmung hin: Das Winterwegrecht gestattet Waldbesitzern von Dezember bis Februar den Zugang zu ihrem Wald und die Benützung von Wegen, auch wenn sich die nicht in ihrem Besitz befinden. Selbstverständlich müssen allfällige Schäden an den Wegen behoben werden. «Dieses Recht ist historisch gewachsen und wird bei uns rege genutzt, da viele Waldparzellen keine direkte Erschliessung haben.» In höher gelegenen Gebieten werden die Holzereiarbeiten bereits im September angegangen, damit das Material vor dem Wintereinbruch abtransportiert werden kann.

Immer wieder erhalten er und seine Kollegen im Herbst Anfragen, weil die Leute zum Decken von Gräbern und Beeten und für die Winterdekoration Zweige – am liebsten von der Weisstanne – suchen. «Wir stellen dieses Material gerne zur Verfügung, sofern es zu Dekorationszwecken brauchbar und zugänglich ist», sagt Roger Raemy. Wichtig sei jedoch eine gewisse Vorsicht beim Sammeln im Wald. «Die Arbeitssicherheit muss berücksichtigt werden, daher werden die Orte erst nach Beendigung der Holzereiarbeiten freigegeben.»

Borkenkäfer

Weniger schlimm als befürchtet

Der Frühling und Frühsommer 2017 fiel trocken und warm aus. Das weckte bei den Waldfachleuten die Angst, dass sich der Borkenkäfer wiederum massiv ausbreiten und grossen Schaden anrichten könnte. «Die befürchtete Katastrophe ist zum Glück nicht eingetroffen», sagt Förster Roger Raemy. Es seien zwar einige Bäume vom Borkenkäfer befallen worden, eine flächendeckende Ausbreitung sei aber nicht eingetreten. Er führt das zum einen darauf zurück, dass die Förster auf das Problem sensibilisiert waren und vermehrt Kontrollgänge ausgeführt haben. «Gab es erste Anzeichen von einem Befall, wurden die Bäume gefällt, um die Ausbreitung zu verhindern.» Zum anderen nimmt er an, dass der Borkenkäferbestand durch seine natürlichen Feinde wie Vögel oder den Ameisenbuntkäfer, aber auch durch Pilze und andere Krankheiten dezimiert wurde.

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Zahlen und Fakten

242 000 Kubikmeter Holz pro Jahr geerntet

Der Kanton Freiburg umfasst eine Waldfläche von rund 43 000 Hektaren – 57 Prozent sind in Besitz von Kanton, Gemeinden oder anderen öffentlichen Körperschaften, 43 Prozent sind in Privatbesitz. 2016 sind rund 242 500 Kubikmeter Holz geerntet worden, davon 165 900 Kubikmeter Nadel- und 76 600 Kubikmeter Laubholz. Rund die Hälfte des Holzes ging als Stammholz in die Sägereien für die Weiterverwertung. Etwa 45 Prozent landet als Energieholz in Heizungen und etwa fünf Prozent in der Industrie, wo es zum Beispiel zu Papier verarbeitet wird. Die Nachfrage nach Säge-Laubholz hat in den letzten Jahren stark abgenommen, und der Verkaufspreis des Stammholzes ist dadurch relativ gering. Daher wird viel Laubholz als Energieträger für Wärmeverbund­anlagen genutzt.

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