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«Die Post war mein Lebensinhalt»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Rita Zahno-Raemy nimmt am Schalter der Poststelle Plaffeien mit einem Lächeln ein gelbes Einzahlungsbüchlein entgegen und fragt die ältere Postkundin gleichzeitig «Wie gehts, bist Du zwäg?» In den wenigen Minuten, in denen Rita Zahno-Raemy das Geschäft abwickelt, wechseln die beiden Frauen ein paar Worte. Dieses vertraute Bild gehört bald der Vergangenheit an. Denn am Donnerstagabend geht Rita Zahno-Raemy in Pension und schliesst damit ihr berufliches Leben ab – ein Leben, das sie ausschliesslich bei der Post verbracht hat.

Lehre in Düdingen

Auf Vorschlag ihres Lehrers kam sie vor 46 Jahren zur damaligen PTT. Sie machte eine Ausbildung zur Schalterassistentin und absolvierte ihre Lehre in Düdingen. Weil die Post von Deutschschweizern verlangte, Französisch zu können, hatte sie zuvor ein Jahr in der Welschschweiz verbracht. Ihre Anfangszeit verbrachte sie in der Stadt Freiburg, in der Hauptpost, im Perolles, im Burgquartier und im Schönberg. «Richtig Französisch habe ich erst an diesen Schaltern gelernt», erzählt sie. «Und kam jemand deutscher Sprache an den Schalter, haben sie immer mich gerufen.»

Immer wieder etwas Neues

Das hat ihr nichts ausgemacht, im Gegenteil. Diese Offenheit, sich immer wieder auf Neues einzulassen, kam ihr in den folgenden Jahren zugute, da sie als Ablöserin für Posthalter bei deren Ferienabwesenheit arbeitete. «Jedes Mal traf ich eine neue Situation an, denn es gab gerade von kleinen zu gros­sen Poststellen erhebliche Unterschiede.» Ihr hat gefallen, andere Leute und Poststellen kennenzulernen und nicht immer die gleiche Routine zu haben.

Eine Zeit lang führte sie selbständig als Posthalterin die Poststelle Brünisried. Danach übernahm sie wieder Vertretungen. Weil viele andere diese Arbeit nicht so gerne gemacht haben, kam sie oft zum Einsatz. «Es war für mich auch eine Genugtuung, dass man mich gefragt hat. Denn das heisst ja, dass meine Arbeit geschätzt wurde.» Sie habe nie versucht, an den Abläufen etwas zu ändern, sondern habe sich einfach angepasst. «Ich habe in all den Jahren enorm viel gelernt.»

Ein kurzer Schwatz

Mit der Zeit hat sie Probleme mit dem Rücken bekommen und konnte nur noch Teilzeit arbeiten. In ihrem letzten Jahr vor der Pension war sie deshalb nur noch in Plaffeien am Schalter im Einsatz. «Ich mag den Kontakt zu den Leuten. Auch wenn man sie nur kurz sieht, lernt man sie mit der Zeit kennen und baut eine Beziehung auf. In den wenigen Minuten teilt man Freuden und Sorgen und kann ein gutes Wort mit ihnen wechseln. Ich denke, dass die Leute das auch geschätzt haben.»

Rita Zahno-Raemy hat immer gerne gearbeitet. Erholung fand sie in den Ferien. «Meistens habe ich alle meine Ferien zusammengenommen, um mit meinem Grosskind und meiner Familie die Festtage in Brasilien zu feiern. Dort habe ich Wärme getankt, im Meer ging es meinem Rücken, meiner Ischias und den Gelenken viel besser.» Von dieser erholsamen Zeit habe sie dann oft ein ganzes Jahr lang zehren können.

In all den Jahren habe sich die Post sehr verändert. Sie erinnert sich daran, dass anfangs alles von Hand geschrieben wurde: «Jeder Einzahlungsschein, den Monatsabschluss und und und – es war sehr viel Schreibarbeit. Der Computer hat vieles erleichtert.»

Ihre Arbeit habe sich auch durch das Angebot und die Ausrichtung der Post geändert. «Ich habe oft den Frust der Kundschaft über die Schliessung von Poststellen mitbekommen», erzählt sie. Gerade ältere Kunden hätten ihr die Bedenken anvertraut. «Das ist wohl der Lauf der Zeit. Früher ging man in die Post, um Einzahlungen zu machen, heute sind wir eine Art Kiosk.» Postagenturen in Läden seien sicher eine Lösung, aber für viele Kunden halt nicht mehr das Gleiche wie eine richtige Post, die es früher in jedem Dorf gab und die eine Institu­tion war.

«Die Post hat sich auch als Arbeitgeber geändert», stellt die 63-Jährige fest. Sei eine Anstellung bei diesem Unternehmen früher ein sicherer Wert gewesen, gebe es heute weniger Garantien. Auch der zunehmende Stress durch immer mehr Aufgaben bei immer weniger Arbeitszeit habe ihr zu schaffen gemacht. «Dabei nützt das doch am Ende niemandem: Mehr Stress führt zu mehr krankheitsbedingten Ausfällen, die Zufriedenheit der Angestellten leidet, und es passieren mehr Fehler.» Sie habe während ihrer langen Zeit bei der Post gelernt, fleissig und schnell zu arbeiten. Aber mehr als machen könne man halt einfach nicht.

«Aber trotz allem, wenn Sie mich fragen: Ich würde wieder den gleichen Weg gehen.» Einen Wechsel habe sie sich deshalb nie überlegt. «Warum auch, ich kam immer gerne zur Arbeit, und ich habe das tun dürfen, was mir am besten entsprochen hat. Es war mein Lebensinhalt.»

«Das ist wohl der Lauf der Zeit. Früher ging man in die Post, um Einzahlungen zu machen, heute sind wir eine Art Kiosk.»

Rita Zahno-Raemy

Bald pensionierte Postangestellte

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