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Die Stunde der Wahrheit für 73 Fohlen

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Die kleine Stute Sulana tollt ausgelassen auf der Weide im Weiler Goleta in St. Silvester herum. Das Fohlen bleibt dabei immer in der Nähe der kleinen Herde. Mit knapp sechs Monaten ist es noch sehr auf seine Mutter Syrah fixiert. Sulana gehört dem Züchter Hans Bielmann. Er ist Geschäftsführer der Pferdezuchtgenossenschaft Sensebezirk und leidenschaftlicher Fan von Freiberger Pferden, von denen derzeit fünf in seinem Stall stehen. «Der Freiberger ist ruhig, zuverlässig, charakterstark und willensbereit, ein ideales Freizeitpferd», sagt er.

Die Rasse hat ihren Ursprung im Kanton Jura. Freiberger sind zudem die einzige rein schweizerische Pferderasse. Im Sensebezirk wird diese schon lange gezüchtet. Seit 112 Jahren existiert diese Sektion der Pferdezuchtgenossenschaft, die mit 80 aktiven Züchtern zugleich die grösste im Kanton Freiburg ist.

Die Genossenschaft organisiert drei grosse Anlässe pro Jahr: Im Frühling werden dreijährige Freiberger zum Feldtest vorgeführt. «Das ist sozusagen die Aufnahmeprüfung, damit sie ins Herdebuch aufgenommen werden», erklärt Hans Bielmann. Die jungen Pferde werden im Exterieur beurteilt und müssen ihre Tauglichkeit als Reittier und beim Fahren mit einer Kutsche beweisen. Im Mai oder Juni steht der Freiberger-Tag auf dem Programm: Ein Fahrturnier mit Gymkhana und Holzrücken, das Sport und Spass vereint.

Fohlentag als Höhepunkt

Der Höhepunkt des Züchterjahres ist die Fohlenschau im Herbst. Der im Frühling geborene Nachwuchs wird erstmals präsentiert und von Experten beurteilt. Sie verteilen in drei Kategorien die Noten eins bis neun. Im Bereich Typ geht es um Äusserlichkeiten wie Grösse und Fellzeichnung. Beim Körperbau werden Beine, Gelenke, die Rücken- und Schulterpartie sowie die Proportionen beurteilt. «Die wichtigste Kategorie ist der Gang», erklärt Hans Bielmann. «Das Fohlen muss gut laufen.» Gewünscht sei ein sogenannter raumgreifender, elastischer und eleganter Gang.

Die Pferdezuchtgenossenschaft hat das Niveau hoch angesetzt: Fohlen mit 22 und mehr Punkten kommen in den sogenannten Rappell und gelten als beste Zuchtgrundlage. Die Sensler haben in den letzten Jahren immer sehr gut abgeschnitten. 2013 erreichten 60 Prozent der präsentierten Fohlen 21 und mehr Punkte.

Die guten Resultate führt Hans Bielmann, der Präsident des Kantonalverbandes ist, auch auf die Hengste Lordon und Helvetica zurück, welche die Stuten der Genossenschaft in den letzten vier Jahren deckten. Sie sind jeweils von Frühling bis Herbst in Brünisried stationiert, gehören aber dem Nationalgestüt Avenches. Alle vier bis fünf Jahre werden die Deckhengste ersetzt, um Inzucht zu vermeiden. In diesem Jahr hat die Genossenschaft mit Don Ovan du Clos Virat und Calypso du Padoc zwei neue Hengste gemietet. Deren ersten Nachkommen werden 2015 zu sehen sein. Die Sensler erhoffen sich viel von den beiden Neuankömmlingen. «Es sind absolute Wunschkandidaten», schwärmt Hans Bielmann.

Er hofft, dass sich am Samstag das Niveau der letzten Jahre bestätigt. 73 Stuten sind mit ihren Fohlen auf der Pferdesportanlage in Plaffeien zu sehen–ein neuer Rekord. Die Zunahme sei nicht selbstverständlich, sagt er. Die Pferdezucht sei für die meisten Sensler Züchter ein Hobby, das viel Zeit verlange. Einige wenige Landwirte betreiben die Zucht als Betriebszweig neben Milchwirtschaft oder Ackerbau.

Zucht oder Metzger?

Bei ihrem ersten grossen Auftritt werden die Fohlen von ihren Müttern begleitet. Es ist die Stunde der Wahrheit für Züchter und die Jungtiere. Fohlen, die sehr schlecht abschneiden, werden in der Regel dem Metzger zugeführt. «Das tut zwar weh, weil man eine emotionale Bindung zum Tier hat. Aber wenn man in der Zucht weiterkommen will, braucht es eine Selektion», sagt Hans Bielmann, der schon einige Fohlen im Stall hatte. Schlechte Eigenschaften sollen nicht weitervererbt werden. Er sagt aber auch, dass ein oder zwei Punkte oft vom Zufall abhängen. «Die Fohlenschau ist eine Momentaufnahme. Auch ein Tier kann mal einen schlechten Tag haben, nervös sein oder bockig», sagt er.

Der Züchter könne dies nur bedingt beeinflussen, indem er sich vorher genug Zeit nehme. Da das Pferd ein Fluchttier sei, müsse es Schritt für Schritt an den Menschen, an das Halfter und an das Anbinden gewöhnt werden oder auch daran, auf Kommando den Huf zu heben. «Je intensiver du dich mit ihnen abgibst, desto besser geht es.» Fohlen mit hoher Punktzahl lassen sich leichter an andere Züchter verkaufen, Stuten noch besser als Hengste. Der Preis liegt zwischen 1700 und 2500 Franken. Zum Vergleich: Der Preis für Schlachtfleisch beträgt etwa 1500 Franken für ein Fohlen.

Drei Jahre investieren

Freiberger aus der Schweiz sind auch im Ausland als Reittier beliebt, auch wenn die hohen Zölle den Verkaufspreis in die Höhe treiben. Behält der Züchter das Fohlen, beginnt eine dreijährige Zeit der Aufzucht. Die Tiere werden stärker an Menschen gewöhnt, ans Fahren mit einer Kutsche und ans Reiten. Etwa 6500 Franken investiert ein Züchter in dieser Zeit in ein Jungtier, wie Hans Bielmann ausführt. Ob das Tier es aber dann ins Herdebuch schafft oder nicht, ergibt sich erst am Feldtest.

Was mit dem Fohlen Sulana geschieht, weiss Hans Bielmann heute noch nicht. Er tendiert dazu, die kleine Stute zu verkaufen. Aber zuerst einmal will er die Wertung der Richter am Samstag abwarten. «Ich habe ein gutes Gefühl.»

Vorschau

Fohlenschau am Samstag in Plaffeien

Morgen Samstag, 13. September, findet auf der Pferdesportanlage Sense-Oberland in Plaffeien die Fohlenschau statt. Es sind 73 Stuten mit ihren Fohlen angemeldet. Ab 9 Uhr werden Fohlen, die zwischen Januar und März 2014 auf die Welt kamen, präsentiert. Ab 13.30 Uhr folgen jene, die zwischen April und Juni geboren wurden. 28 Fohlen stammen vom Hengst Helvetica, zwölf von Lordon ab. Die übrigen Fohlen stammen von 18 verschiedenen Hengsten in Privatbesitz ab.ju/im

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