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Die Wissenschaft der Glocken

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Eine Glocke in der Freiburger Kathedrale soll Erkenntnisse zur Schadensvermeidung liefern

Autor: Von REGULA SANER

Immer wieder kommt es zu Rissen an Glocken. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass Glocken tagein, tagaus, Woche für Woche, während Jahrzehnten, ja gar Jahrhunderten immer wieder läuten. Bis Ende 2007 wollen Forscher darum ein Verfahren zum Wohle der Glocken entwickeln (siehe Kasten).Vergleichbar mit einer Kriminaldatei soll der «musikalische Fingerabdruck» einen frühen Schaden an der Glocke respektive die Ursache dafür identifizieren. Und das funktioniert so: Anhand eines akustischen Klangbildes lassen sich optische, dreidimensionale, farbige Klangbilder darstellen. Vergleicht man spätere Aufnahmen und ihre Klangbilder mit den ersten Aufnahmen, so können Abweichungen, Fehler, Schäden rechtzeitig erkannt werden. Voraussetzung ist allerdings, dass die Glocke mit dieser Messmethode regelmässig gewartet wird.

Messungen in der Kathedrale

Gestern beschäftigten sich in der Kathedrale Freiburg deutsche Experten der Hochschule Kempten mit dem wissenschaftlichen Projekt. An der Glocke St. Barbara aus dem Jahre 1367 brachten sie Sensoren und Mikrofone an und verkabelten diese mit einem Computer. Gemessen wurde, mit welcher Wucht der Klöppel auf die Glocke schlägt, wie die Glocke dabei deformiert wird und welches Klangbild entsteht. Die Daten sollen Fragen beantworten wie: Wie wird am besten geläutet? Welchen Einfluss haben Läutehöhe und Läutewinkel auf die Qualität und die Haltbarkeit einer Glocke? Welche Rolle spielt die Klöppelhärte? Schliesslich soll auch noch eruiert werden, welchen Einfluss die Beschaffenheit des Glockenstuhls, inklusive Aufhängung und Mechanik, auf die Abnützung der Glocken hat. Dank der Computersimulationen kann herausgefunden werden, was passiert, wenn ein Parameter verändert wird, wie zum Beispiel das Material des Klöppels.

Resultate aus anderen Ländern

Resultate sollen auch Messungen an anderen bedeutenden Glocken Europas liefern. So die Messungen an der «Susanna» im Berner Münster, an der «Pummerin» im Wiener Stephansdom, an der «Savoyarde» in der Pariser Kirche Sacré-Coeur oder an der «Great Peter» in der St.-Pauls-Kathedrale in London.

Nutzen des Forschungsprojektes

Bislang hat man die Glocken hin und wieder gedreht, sodass der Klöppel nicht immer am selben Ort aufschlägt. Somit konnte man ihre Lebensdauer verdreifachen. Die Forscher hoffen nun, dass die Lebensdauer dank den neuen Messmethoden um das zehn- bis hundertfache verlängert werden kann. Von den Ergebnissen profitieren auch die Glockenhersteller und Glockenstuhlbauer. «Die Resultate erleichtern uns in Zukunft den Unterhalt der Glocken», erklärte René Spielmann, Direktor der Rüetschi AG, anlässlich einer Medienkonferenz. Aber auch andere Industriezweige dürften an den neuen Messverfahren Interesse haben. Gemäss Andreas Rupp, Mechanik-Ingenieur an der Hochschule Kempten, stellten sich ähnliche und gleiche Fragen im Schienen- und Flugzeugbau.

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