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«Diese Krankheit macht Angst»

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«Noch ist der Kanton Freiburg nicht von der Afrikanischen Schweinepest betroffen», sagt der Vorsteher des Amts für Wald und Natur, Dominique Schaller. «Laut Experten ist die Frage aber nicht, ob diese Tierseuche auch in unseren Kanton eindringt, sondern wann.»

Präventiv hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen am 8.  März dieses Jahres seine technischen Weisungen für Massnahmen zur Bekämpfung dieser Seuche bei frei lebenden Wildschweinen in die Vernehmlassung geschickt. Die Antwort des Freiburger Staatsrats, in der verschiedene Ämter des Kantons Stellung nehmen, liegt nun vor.

«Gefahrengrad ist beträchtlich»

«Diese Krankheit macht Angst», sagte der Direktor der Institutionen und der Land- und Forstwirtschaft, Didier Cas­tella (FDP), auf Anfrage. «Der Gefahrengrad ist beträchtlich, deshalb braucht es konsequente Massnahmen.»

Welche das sein sollen, ist aber umstritten. Der Kanton Freiburg sieht in seiner Vernehmlassungsantwort die Vorstellung des Bundes kritisch, ganze Wald- und Landabschnitte wegen der Schweinepest quarantäneartig zu sperren. «Ich sehe hier vor allem ein technisches Problem», so Schaller. «Wie will man – wie es der Bund vorsieht – einen Wald für einen Zeitraum von einigen Monaten bis zwei Jahren für die gesamte Bevölkerung, für Velofahrer, Reiter, Forstarbeiter und Landwirte sperren, und das ohne riesigen Zaun mit Überwachung?» Blosse Zäune oder Plakate reichten dafür nicht aus. Das zeige sich laut Schaller etwa dann, wenn Forstarbeiter im Wald gefährliche Arbeiten verrichten würden – und die Menschen trotzdem munter im Wald spazieren gehen würden. Auch Castella hält die Sperrung ganzer Wälder, etwa in Form von zwei Metern hohen Barrieren wie in anderen Ländern, für «sehr schwierig».

Die Idee des Bundes ist laut Schaller, dass der von der Schweinepest betroffene Wald so lange gesperrt bleibe, bis sämtliche kranken Wildschweine darin verendet seien – so soll ein Übergreifen der Krankheit auf Hausschweine verhindert werden. Der Staatsrat schlägt nun aber umgekehrt vor, dass nicht die Wälder, sondern die Schweinezuchten gesperrt würden, um ein Eindringen der Seuche zu verhindern. «Das wäre viel einfacher als die Sperrung von Wäldern», so Castella.

Wirtschaftlicher Verlust

Für die ganze restliche Flora und Fauna ist die Krankheit laut Experten ebenso ungefährlich wie für die Gesundheit des Menschen. Für Schweinezüchter stelle sie aber ein beträchtliches ökonomisches Risiko dar, denn die meisten befallenen Schweine oder Wildschweine verenden innerhalb von fünf bis sieben Tagen (siehe Kasten).

Auch die Jagd müsste laut den Vorschlägen des Bundes in betroffenen Wäldern sofort abgebrochen werden. «Hier wird dasselbe Ziel verfolgt», so Schaller. «Es ist unter allen Umständen zu vermeiden, dass befallene Wildschweine aus ihrem Wald in andere Gebiete vertrieben werden.» Nicht zuletzt bedeute ein gesperrter Wald für jene Waldbesitzer einen wirtschaftlichen Verlust, die einen Teil ihres Einkommens aus diesem Wald bezögen, etwa mittels Holzschlag.

Auswertung ab Ende April

Die Vernehmlassung zur Schweinepest dauert laut dem Mediensprecher des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, Stefan Kunfermann, noch bis zum 23. April. «Danach werden sämtliche Rückmeldungen ausgewertet», so Kunfermann. Das Bundesamt rechne damit, dass die Weisungen im Juli dieses Jahres in Kraft treten. Dann würden sie auch im Internet publiziert und öffentlich einsehbar sein.

Tierseuche

Dänemark will sich mit einem Zaun schützen

Die Afrikanische Schwei­nepest wird laut dem Kantonstierarzt Grégoire Seitert durch ein Virus verursacht. Betroffen sind Schweine und Wildschweine; für andere Tiere und für Menschen ist die Krankheit ungefährlich. Die Afrikanische Schweinepest ist laut Seitert viel virulenter als die sogenannte klassische Schweinepest. Zu den Symptomen gehörten Fieber, Störungen der Bewegungskoordination, Zittern, Krämpfe, Erbrechen, Durchfall und blaue Ohren. Bei 90 Prozent der befallenen Tiere führt die Krankheit innert fünf bis sieben Tagen zum Tod.

«Früher trat die Afrikanische Schweinepest nur in Afrika und in Asien auf», so der Kantonstierarzt weiter. Im Zuge des Ukraine-Konflikts habe sie sich seit dem Jahr 2014 über die Ukraine, Weissrussland und das Baltikum in Richtung Tschechien, Polen, Bulgarien und Rumänien ausgebreitet. Dänemark als einer der grössten Schweinefleisch-Expor­teure habe beschlossen, sich an seiner Südgrenze mit einem rund 64  Kilometer langen Zaun, der diesen Frühling gebaut werden soll, gegen die Krankheit zu schützen. Aber auch die Schweiz treffe erste Massnahmen. Die Hausschweine wolle man mit dem Tierseuchengesetz schützen, die Wildschweine mit den nun vorliegenden, aus der Tierseuchenverordnung abgeleiteten technischen Weisungen.

jcg

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