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Ein anderer Blick in die Schulbücher

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Ein anderer Blick in die Schulbücher

Sensler Museum zeigt die Entwicklung der Schule im Sensebezirk

Für einen Sommer hat das Sensler Museum in Tafers zu seiner ersten Bestimmung zurückgefunden. Das markante Gebäude auf dem Taferser Dorfplatz war 1780 als Schulhaus erstellt worden. Jetzt beherbergt das Haus für drei Monate die Ausstellung «Schule: Erinnerungen und Neues».

Von ANTON JUNGO

Zur Einstimmung in das Thema der neuen Ausstellung «Schule: Erinnerungen und Neues» wurde im Hauptraum im ersten Stock des Museums ein nostalgisches Schulzimmer eingerichtet. Die zur gestrigen Pressekonferenz erschienenen Personen bekundeten einige Mühe, ihren Kör-
per in die harten, engen Holzbän-
ke zu zwängen. Doch mit wachem Geist – wie dazumal – folgten sie
den Ausführungen der Museumsleiterin Marie-Anne Pinheiro-Fankhauser und des ehemaligen Schulinspektors Oswald Schneuwly, die zusammen die Ausstellung gestaltet haben.

Wie die Museumsleiterin betonte, trug sie die Idee, in Erinnerung an den ehemaligen Schulbetrieb im heutigen Museum eine Ausstellung zum Thema Schule zu gestalten, schon lange mit sich herum. Sie zeigte sich deshalb sehr dankbar, dass auch Oswald Schneuwly sich seit längerem mit diesem Gedanken beschäftigte. Anhand von ausgewählten Schulutensilien und Schulfotos wird die Entwicklung der Schule in Deutschfreiburg – vor allem im Sensebezirk – gezeigt. Im Zentrum der Ausstellung stehen die Schulbücher, die wohl am besten den Wandel der Unterrichtsmethoden zeigen.

Nostalgie, die lebt

Oswald Schneuwly wies darauf hin, dass man nicht einfach eine «nostalgische Ausstellung» präsentieren wollte. Als ehemaliger Lehrer und Schulinspektor mit dem Schulwesen und der Schulentwicklung in Deutschfreiburg bestens vertraut, hat er den Katalog zur Ausstellung verfasst. Dieser Begleittext umfasst 76 Nummern, die verschiedenen Objekten in der Ausstellung entsprechen. Die 76 Nummern sind in vier Kapitel unterteilt: Nostalgisches, eine kleine Schulgeschichte, Lehrmittel, amtliche Dokumente.

Es sei ihm nicht darum gegangen, eine Freiburger Schulgeschichte zu schreiben, betonte er. Es gebe auch gar keine eine einheitliche Schulgeschichte, unterschieden sich doch die Schulen nicht nur in den beiden Sprachregionen. In Deutschfreiburg allein gab es über lange Zeit drei verschiedene Schulstrukturen: die öffentlichen Gemeindeschulen, die sich nach Konfession unterschieden. Dazu kamen die freien öffentlichen Schulen. Erst die Erarbeitung eines neuen Lehrplans, das neue Schul-
gesetz und die neuen Möglichkeiten in den Mittelschulen führten dazu, dass es zwischen 1968 und 1983 zu Zusammenschlüssen dieser Schulen kam.

Freiburg entwickelte auch
eigene Schulbücher

Diese verschiedenen Schulstrukturen hatten auch Auswirkungen auf den Einsatz der Lehrbücher, denen Oswald Schneuwly ein eigenes Kapitel widmet. Die Deutschfreiburger Schulen bezogen Lehrmittel einerseits aus andern Kantonen (je nach Konfession wurden auch unterschiedliche Verlage berücksichtigt. Schon im vorletzten Jahrhundert war es aber auch zu freiburgischen Eigenentwicklungen gekommen. Das älteste bekannte freiburgische Schulbuch stammt aus dem Jahr 1849. Nicht weniger als 30 Eigenproduktionen gab es bis heute. Für
einiges Aufsehen in Fachkreisen hat die 2002 geschaffene Schulkarte des Kantons Freiburg gesorgt. Das jüngs-te Produkt, eine Freiburger Geschichte, wird in den nächsten Wochen erscheinen.

Oswald Schneuwly ist überzeugt, dass es sich lohnen würde, die von ihm im Katalog aufgegriffenen und in der Ausstellung präsentierten Themen in einer wissenschaftlichen Arbeit zu vertiefen und den Wandel der Schule aufzuzeigen.

Ein weiteres «versunkenes» Museum

Im Laufe seiner Beschäftigung mit den verschiedenen Schulutensilien kam Oswald Schneuwly einem «Schweizerischen pädagogischen Museum» auf die Spur, das noch bis zum Beginn des 20. Jahhunderts in Freiburg existiert haben muss. Wie er herausfand, fristet dieses «Museum» zurzeit in einer Dependence der Kantons- und Universitätsbibliothek sein Dasein als kaum geordnetes Büchersammelsurium. Er hofft, dass sich ein Wissenschaftler dessen annehmen wird.

Die Ausstellung im Sensler Museum dauert bis zum 29. August. Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag von 14 bis 17 Uhr. Das Museum ist auch am Pfingstmontag, von 14 bis 17 Uhr, offen. Führungen mit Oswald Schneuwly am 4. und 18. Juni, jeweils um 19 Uhr. Kinder-Ateliers mit Camille von Deschwanden auf Anmeldung: 079 487 57 75.

Mehr Eintritte

Oberamtmann Marius Zosso, Präsident des Stiftungsrats, zeigt sich erfreut darüber, dass die Zahl der Besucher im vergangenen Jahr von 5820 auf 6697 zugenommen hat. Es fanden insgesamt fünf Sonderausstellungen statt.

Eine positive Entwicklung war auch bei den Finanzen festzustellen. Dank einer Erhöhung der Beiträge der Gemeinden schloss die Rechnung mit einem Mehrertrag von 9300 Franken ab. Einem Anteil an öffentlichen Geldern von 40 Prozent stehen 55 Prozent durch das Museum mit Hilfe privater Geldgeber und mit Eintritten erwirtschafteten Mitteln gegenüber. Das Total der Einnahmen belief sich auf 186 100 Franken.
Auf Ende 2003 legte François Cuennet nach 25 Jahren sein Amt als Museumstechniker nieder. Neu wird diese Aufgaben von
Myriam Meucelin wahrgenommen. ja

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