Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Ein Badmeister muss sich durchsetzen»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Wer das Schwimmbad Kerzers mit der Schule oder privat regelmässig besucht hat in den letzten 30 Jahren, der kennt den Badmeister Roland Aebi. Nun bricht eine neue Ära an: Der 63-Jährige geht Ende Monat in Pension und übergibt den Stab an Daniel Maeder. Er sei immer gerne zur Arbeit gegangen, sagt Roland Aebi im Schwimmbad, «doch nun ist genug, dreissig Saisons reichen».

Roland Aebi ist gelernter Matrose: «Ich habe auf dem Rhein eine Lehre absolviert und war danach auf Hochsee». Mit der Geburt seiner Tochter sei er sesshaft geworden. «Ich bewarb mich als Badmeister in Biel und rechnete mir keine grossen Chancen aus.» Doch es klappte: «Sie sagten mir damals, dass sie bereits gute Erfahrungen mit einem Matrosen gemacht hätten, das kam mir entgegen.» Das notwendige Brevet hatte Aebi damals durch die Schifffahrt bereits im Sack.

Sieben Jahre lang war er Badmeister im Hallenbad mitten in Biel. Mit 33 Jahren zog er mit seiner Familie nach Faoug am Murtensee und übernahm den Job im Schwimmbad Kerzers. «Ach, sind das brave Kinder und Jugendliche», habe er sich damals gedacht im Vergleich zur Stadt Biel, erzählt der dreifache Familienvater ­lachend.

Doch das habe sich verändert, auch in Kerzers brauche es inzwischen immer wieder Mal ein Machtwort: «Gerade mit dem Abfall war es eine Zeit lang schlimm». Seine Strategie: «Ich habe die Gruppen beobachtet und mir zwei, drei Gesichter gemerkt.» Lag am Abend Abfall an deren Platz, sprach er sie bei der nächsten Gelegenheit auf den Müll an: «So lernen sie es.» Als Badmeister sei man auch Erzieher. Seit einigen Jahren sei es dank der Jugendarbeit der Gemeinde Kerzers jedoch wieder besser geworden punkto Abfall.

«Anziehen und Abfahren»

In all den Jahren habe er nur ein einziges Mal ein Hausverbot durchgesetzt: «Drei Knaben haben auf einen vierten Knaben eingeschlagen.» Die Gemeinde habe für die drei ein Saisonverbot erlassen, «der Badmeister kann nur Ver­bote bis zu 14 Tagen vergeben». Wenn Jugendliche gefährliche Sachen auf dem Sprungbrett oder der Rutschbahn machten, oder auch wenn sie etwas klauten, machte Aebi kurzen Prozess. «Anziehen und ­Ab­fahren», habe er dann gesagt. «Ein Badmeister muss sich durchsetzen.»

Das Verhalten der Eltern habe sich verschlechtert in den Jahren. Der Grund dafür sind die Smartphones: «Die Eltern sind da, ohne wirklich da zu sein, wenn sie auf ihr Handy starren.» Gerade beim Becken für die Kleinsten sei es bedenklich, wenn die Mutter oder der Vater ihre Kinder aus den Augen lassen: «Die Kinder machen sich rasch selbstständig, und ein Unfall ist schnell passiert. Mit den Kleinsten geschehen die schlimmsten Unfälle.»

Roland Aebi rettete in seinen 37 Jahren als Bademeister zahlreiche Leben, insbesondere von Kindern. Bevor es beim Becken mit den Sprungbrettern eine Stange gab am Beckenrand, habe er fast täglich Kinder aus dem Wasser gezogen. «Oft sind die Eltern schuld, wenn sie ihre Kinder auf das 1-Meter-Sprungbrett lassen, bevor sie richtig schwimmen können.» Mit der Stange am Rand, wo sich die Kinder rasch festhalten können, sei es zwar besser geworden, aber der Grundsatz gelte dennoch: «Bevor ein Kind auf das Sprungbrett geht, muss es richtig schwimmen können. Das ist dann auch eine Motivation, es zu lernen.» Er selber habe im Jura schwimmen gelernt, wo er aufgewachsen ist: «Meine Mutter und eine Schulkollegin haben es mir im wunderschönen Moorsee Etang de la Gruère beigebracht.»

Etwa alle drei Jahre habe sich im Schwimmbad etwas Schlimmeres ereignet: «Zum Beispiel ein epileptischer Anfall im Becken oder auch Brüche.» Von einem Todesfall im Schwimmbad sei er glücklicherweise verschont geblieben: «Darauf bin ich stolz und auch dankbar dafür.» Mit einem tödlichen Unfall umzugehen, sei nicht einfach, wie er von Berufskollegen weiss.

«Ein Badmeister muss immer auf Empfang sein», erklärt Aebi. Ob jemand im Ernstfall richtig reagieren kann oder in Panik ausbricht, zeige sich erst in der Praxis. Ein Brevet sei kein Garant dafür, «es ist halt nur Theorie».

Zwingend für den Beruf als Badmeister ist für Roland ­Aebi der Bezug zum Wasser: «Das kann jemand sein, der taucht, oder auch zum Beispiel ein Sanitär.» Wichtig sei eine Beziehung zu dem Element.

Schön an seinem Beruf war für Aebi, dass er Familien teils über Jahre begleiten durfte: «Sie kamen als Mädchen, ein paar Jahre später waren sie Frauen, eines Tages kamen sie mit einem dicken Bauch ins Schwimmbad und im nächsten Sommer besuchten sie das Schwimmbad mit ihrem Kind.» Über den Winter habe er die Kinder nicht gesehen, «deshalb nahm ich besser wahr, wie sie gewachsen sind».

Trotz der Winterpause des Schwimmbads ist der Badmeister in Kerzers das ganze Jahr über beschäftigt: «Im März beginnen die Vorbereitungen. Während der Saison von Mai bis September arbeiten wir sechs Tage die Woche.» Im Oktober habe er jeweils seine Ferien bezogen. «Und im November und Dezember sind die Badmeister damit beschäftigt, die Maschinen zu warten und Bäume sowie Hecken zu schneiden.» Der Park des Schwimmbads Kerzers hat eine stattliche Grösse und imposante Bäume: «Das gibt viel zu tun.» Den schönen Kerzerser Park werde er vermissen, sagt Roland Aebi. Im Januar und Februar habe er jeweils seine Überzeit vom Sommer kompensiert. «Und im März beginnt alles wieder von neuem», sagt er lachend.

Nun übernimmt Daniel ­Maeder seinen Job. Roland ­Aebi freut sich darauf, mehr Zeit für seine Hundezucht zu haben wird. Er züchtet die Rasse Berger des Pyrénées. Die Hütehunde dienten ursprünglich dem selbstständigen Hüten von Schafherden in den Pyrenäen. Auch wolle er sich ein paar Schafe und Hühner zulegen und früher oder später in sein Bauernhaus in Frankreich ziehen. «Dort haben wir mehr Platz», freut sich der ehemalige Badmeister von Kerzers.

«Bevor ein Kind auf das Sprungbrett geht, muss es richtig schwimmen können. Das ist dann auch eine Motivation, es zu lernen.»

«Die Eltern sind da, ohne wirklich da zu sein, wenn sie ­ auf ihr Handy starren.»

Kommentar (0)

Schreiben Sie einen Kommentar. Stornieren.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die Pflichtfelder sind mit * markiert.

Mehr zum Thema