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Ein geschütztes Haus ist kein Museum

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Im Obergeschoss des Murtner Rathauses stehen zurzeit mehrere Stellwände, an denen verschiedene Pläne der Stadt Murten hängen. Jeder Plan ist anders eingefärbt. Sie bilden die Grundlage der revidierten Murtner Ortsplanung, welche die Stadt seit Ende Oktober öffentlich aufgelegt hat. Vizestadtpräsidentin Ursula Schneider-Schüttel wartet zusammen mit dem Murtner Bauverwalter Stefan Portmann sowie Ortsplaner Jörg Bönzli an diesem Freitagmittag auf interessierte Bürger. Es ist die letzte von sieben Sitzungen, an denen Bürgerinnen und Bürger Fragen zur neuen Ortsplanung stellen. «Heute ist das erste Mal, an dem wir nicht viel zu tun haben», sagt Schneider Schüttel. Die vorangehenden sechs Informationssitzungen seien gut besucht gewesen. Insgesamt über 100 Personen hätten Auskünfte zum neuen Ortsplan gewünscht, schätzt Portmann. «Wir waren gut beschäftigt», stellt Schneider Schüttel fest.

Drei Gruppen von Anliegen

Die Stadt Murten hat zum ersten Mal in diesem Ausmass Informationssitzungen durchgeführt (siehe Kasten). Die Anliegen der Bevölkerung liessen sich im Wesentlichen in drei Gruppen einteilen, erklärt Ursula Schneider Schüttel. Ein grosses Thema seien die rund 120 Gebäude und Objekte gewesen, die mit dem neuen Ortsplan neu unter Schutz stehen sollen. Es sei für viele Leute schwierig, zu verstehen, was der Schutz für sie bedeute. «Viele Leute haben Angst, dass ein Haus unter Schutz quasi zum Museum wird», erklärt Stefan Portmann. Diesen Ängsten könne die Stadtverwaltung mit guter Information entgegenwirken. Ein Hausbesitzer habe zum Beispiel befürchtet, er könne in einem geschützten Haus den Dachstock nicht mehr ausbauen. «Wir konnten ihm aufgrund des geplanten Schutzstatus und seiner Idee sagen, dass ein solches Projekt durchaus noch möglich wäre.» Portmann stellt aber auch klar: «Unsere Auskunft ist nicht verbindlich.» Ein Bauprojekt müsste erst detailliert geprüft werden.

Eine zweite Gruppe interessierte sich stark für den Verkehr. Im Zentrum stand dabei eher die Verkehrsplanung in den Quartieren als etwa die Parkplatzfrage in der Altstadt. «Gerade in den Quartieren sind natürlich viele Menschen direkt von Verkehrsmassnahmen betroffen», sagt Portmann. Vor allem die Frage nach Geschwindigkeitslimiten stosse auf grosses Interesse. Die Meinungen gehen dabei auseinander. «Einige möchten gerne eine Verkehrsberuhigung, andere nicht», so Portmann. Ein Problem ist laut Portmann, dass Geschwindigkeitsbeschränkungen gar nicht in der Ortsplanung festgelegt werden. «Wir bestimmen nur die Strategie.» Konkrete Massnahmen, wie etwa Tempo 30, müssten später in einem eigenen Verfahren bewilligt werden. «Dort könnten die Betroffenen konkret mit Einsprachen dagegen vorgehen.» Die dritte Gruppe schliesslich wollte Auskünfte zur geplanten Aufhebung von Detailbebauungsplänen.

Erbitterten Widerstand habe es kaum gegeben. Die Atmosphäre bei den Gesprächen sei meist offen gewesen, meint Portmann.

«Viele haben Angst, dass ein Haus unter Schutz quasi zum Museum wird.»

Stefan Portmann

Bauverwalter Murten

Informationssitzungen

Murten will mit Information dem Widerstand vorbeugen

Im Vergleich zu früher sei heute ein Ortsplan mit seinen vielen Teilplänen sehr komplex, räumt die Murtner Vizestadtpräsidentin Ursula Schneider-Schüttel ein. «Für Laien ist es schwierig, aus den verschiedenen Plänen und Reglementen die Informationen zusammenzutragen, die ihr Grundstück betreffen.» Da könne die Gemeinde behilflich sein. Zudem könne man den Bürgern Zusammenhänge und Vorgaben aufzeigen.

Sie ist überzeugt, dass sich der Aufwand für die sieben Informationssitzungen lohnt. «So rufen weniger Leute für Fragen auf der Stadtverwaltung an. Damit kann die Verwaltung effizienter arbeiten.» Die Bürger seien aber auch besser informiert, was mit Blick auf Einsprachen hilfreich sei. Ob durch die Informationsveranstaltungen weniger Einsprachen eingehen, wagt Schneider Schüttel zwar nicht zu prognostizieren. Das sei auch schwierig zu beurteilen. «Aber wir konnten Missverständnisse ausräumen, die vielleicht zu einer Einsprache geführt hätten.» Und dort, wo Widerstand bleibe, könnten die Bürger besser informiert ihre Einsprachen einreichen.

sos

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