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Ein Jahr der Wende für die Universität

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Diese Woche haben rund 10 300 Studierende der Universität Freiburg ihre Vorlesungen und Seminare aufgenommen, wie Rektor Guido Vergauwen gestern vor den Medien sagte. Davon sind rund 2000 Neueingeschriebene, was einer leichten Zunahme gegenüber dem Vorjahr entspricht. Gestiegen ist die Zahl der einheimischen Neustudierenden. Ein Viertel der aktuell Studierenden sind Freiburger. «Das ist ein erfreulicher Rekord», räumte Rektor Guido Vergauwen ein. Der Anstieg sei mit dem hohen Anteil von jungen Menschen in der Bevölkerung zu erklären. Im Gegenzug ist der Anteil der ausserkantonalen Erstsemestrigen leicht gesunken. Das sei noch kein Grund zur Sorge, hielt Vergauwen fest. Doch: «Wir sind von den Beiträgen der Heimatkantone der Studierenden abhängig. Diese Entwicklung müssen wir genau beobachten.»

Bisher bezahlten die Herkunftskantone generell mehr für ihre Studierenden in Freiburg ein, als das Budget der Uni vorsieht. Der Kanton reduziert seinen Beitrag an die Uni um diesen Anteil und reicht das Geld der Uni weiter. Der indirekte Beitrag der Uni an die Kantonsfinanzen nehme ihr den Spardruck von den Schultern, erläuterte der scheidende Generalsekretär Daniel Schönmann auf Anfrage. Wenn umgekehrt die Einnahmen spärlicher fliessen, deckt der Kanton mit einem höheren Anteil das entstehende Loch. Das ändert sich nun. Gemäss dem neuen Unigesetz könne die Hochschule mit mindestens der Hälfte der zu viel eingegangenen Zahlungen rechnen, so Schönmann.

Mehr Masterstudenten

Stark angestiegen ist in diesem Jahr die Zahl der Studierenden in den Masterstudiengängen. «Das zeigt die Attraktivität der Universität für fortgeschrittene Studierende», so Vergauwen. Die Fakultäten für Theologie und für Naturwissenschaften haben einen Ansturm verzeichnet, während die Geisteswissenschaften sich auf hohem Niveau stabilisiert haben, rechnete Vergauwen vor.

Das AMI ist gezügelt

Die Uni investiert weiterhin kräftig in den Ausbau der Infrastruktur, namentlich im Bereich der lukrativen Naturwissenschaften. Ein Höhepunkt des Jahres ist die Eröffnung des Standortes für das Adolphe-Merkle-Institut (AMI) in Freiburg. 70 Mitarbeiter sind bereits vom alten Standort in Marly in den neuen Sitz in der um- und ausgebauten früheren Klinik Garcia im Perolles-Quartier gezügelt. Insgesamt werden 120 Personen dort arbeiten. Am 29. November wird ein Tag der offenen Tür mit einem «Nanokino», Kinderlabor und Kurzvorträgen organisiert.

Die neue Heimat des AMI zeichnet sich durch moderne Laboreinrichtungen und interaktive Zonen aus. «Die Forscher sollen ermutigt werden, sich auch ausserhalb von Sitzungen auszutauschen und wichtige Synergien zu schaffen», hielt Vergauwen fest. Neu wird eine spezielle Stelle im AMI eingerichtet, die sich um die Förderung des Technologietransfers kümmert. «Es ist eine neue Entwicklung, wenn eine Uni eine Struktur für Technologietransfer zur Verfügung stellt», so Vergauwen. Der Cambridge-Professor Ullrich Steiner, der neu am AMI arbeitet, tritt nächstens seinen Dienst an.

Vergauwen erläuterte auch die Entwicklung des neuen provisorischen Standortes für die Medizinstudien, der bald zwischen den Gebäuden der Hochschule für Wirtschaft und des Naturhistorischen Museums entsteht. Die Gelder in der Höhe von total 17 Millionen Franken sind gesprochen, der Aufbau der Container ist für 2015 geplant. In den Räumen kommen die Bereiche Pathologie, Pharmakologie und Mikrobiologie, Bioinformatik sowie die Verwaltung des Bereichs unter.

Auf die Situation nach dem Grossratsbeschluss zum Islamzentrum an der Uni angesprochen, sagte Vergauwen, dass er das Gespräch mit dem Staatsrat Jean-Pierre Siggen suchen werde, um die politischen Konsequenzen zu überprüfen. Gestern Nachmittag nahm Vergauwen Kontakt auf mit den zuständigen Stellen beim Bund. Er will mit ihnen die Frage erörtern, wie das Konzept und die Umsetzung des in Freiburg vorgesehenen Zentrums angepasst werden können. «Es ist ein nationales Projekt, es sind noch andere Parteien beteiligt», gab Vergauwen zu bedenken.

Programm

Feier zu 125 Jahren Uni Freiburg steht bevor

Diesen Samstag feiert die Uni Freiburg ihren 125. Geburtstag. Dies mit einer grossen Feier auf dem Gelände der Universität Perolles. Das Fest beginnt mit einem Jubiläumslauf vom Festgelände hinunter in die Altstadt und wieder zurück (die FN berichteten). Anschliessend finden wissenschaftliche Workshops, Vorträge, eine Feuershow, Tanzdarbietungen und Debatten statt. Studierende und Mitarbeiter sorgen für Speis und Trank. Am späten Nachmittag lädt die Uni Vertreter von Politik, Gesellschaft und Wirtschaft zum Festakt. Den Abschluss des Abends bildet eine Reihe von Konzerten. Insgesamt werden über 100 Künstler für Stimmung sorgen, kündigten die Verantwortlichen gestern an. Der Festtag endet um zwei Uhr morgens. Er ist der Höhepunkt der Jubiläumsanlässe, die Ende Februar ihren Anfang nahmen und mit dem traditionellen Dies academicus am 15. November ihr Ende finden werden. Gemäss den Verantwortlichen haben bisher 16300 Interessierte die 45 Anlässe in der und um die Uni herum besucht. Den Jubiläumsbus, der letzte Woche in Murten war und zurzeit in Olten steht, sahen sich bisher 2200 Personen an, darunter 24 Schulklassen.fca

Erasmus: Weniger Austausche, intensivere Kontakte nach China

A uffällig ist dieses Jahr die gesunkene Zahl der Austauschstudenten aus aller Welt. Die Abnahme beträgt 38 Prozent. Im Schnitt sind 250 junge Ausländer in Freiburg oder Freiburger Studierende im Ausland. Der Grund für den Rückgang: die Abstimmung vom 9. Februar. «Das Resultat bereitet uns Schwierigkeiten», sagte Rektor Vergauwen. Das Problem kennten die meisten Schweizer Unis, so Ex-Uni-Generalsekretär Daniel Schönmann: «Ausländische Hochschulen raten ihren Studierenden, sich für einen Austausch Unis in der EU auszusuchen.» Denn die Unis scheuten den administrativen Aufwand für Austausche mit der Schweiz. Das Problem ist besonders gravierend in Fächern, die einen Bezug zum Ausland haben, wie in der Slawistik: Viele Freiburger in diesen Fächern gehen für ihre Studien in die betreffenden Staaten Osteuropas.

Die Folgen der Abstimmung bereiten auch der Uni Freiburg Arbeit, denn sie muss mit jeder Partner-Uni separat ein Abkommen treffen. Eine Antwort auf die prekäre Lage ist die intensive Zusammenarbeit mit China. In den letzten Monaten hat die Uni Freiburg mit drei chinesischen Unis Zusammenarbeitsverträge unterzeichnet. fca

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