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Ein Lehrbetriebverbund, der den Superstar unter den potenziellen Lehrlingen sucht

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Autor: Pascal Jäggi

Quentin Piccard ist nicht gerade ein Lehrling, der Hilfe nötig hätte, um eine Stelle zu finden. Der 16-Jährige wohnt in Payerne und arbeitet seit bald einem Jahr bei der Firma Digi Sens in Murten. Eine Sprachbarriere gibt es für den grossgewachsenen Jugendlichen nicht. Da ausser seinem Lehrmeister Emanuel Masel und einer Sekretärin alle im 29-köpfigen Team Deutschsprachige sind, hat der Waadtländer rasch Deutsch gelernt.

Er hätte durchaus auch bei anderen Betrieben anfangen können, sagt der angehende Elektroniker. «Ich hatte schon zwei Zusagen», sagt Quentin Piccard. Doch er hat sich für einen anderen Weg entschieden. Übers Internet ist er auf die Seite des Lehrbetriebverbunds Ref-flex mit Sitz in Freiburg gestossen. «Das Konzept hat mich sofort überzeugt», sagt Piccard.

Idealer Lehrling gesucht

Ref-flex sucht gewissermassen die ideale Stelle für die Jugendlichen. Aber auch den idealen Kandidaten für die jeweilige Firma, wie Adrian Müller, Promotor des Lehrbetriebverbunds, erklärt. Allerdings nur für bestimmte Berufe. Neben der kaufmännischen Ausbildung stehen die technischen Tätigkeiten im Vordergrund: Informatiker, Polymechaniker oder Automatiker sind drei der sieben momentan angebotenen Bereiche.

Quentin Piccard und Digi Sens haben sich so gefunden: Die Firma hätte gerne Lehrlinge ausgebildet, wie Personalchefin Judith Zahno sagt. «Doch wir haben nicht das Angebot, um einen Lehrling vier Jahre lang auszubilden», erklärt sie. Dank Ref-flex kann die Murtner Firma, die auf Technologieentwicklung für Gewichtserfassung spezialisiert ist, Lehrlinge im ersten sowie im vierten Jahr spezifisch ausbilden. Im zweiten und dritten Jahr werden die Lehrlinge bei andern Mitgliedsbetrieben des Verbunds ausgebildet.

Weniger Aufwand für Betrieb

Rund 70 Firmen im Kanton haben sich Ref-flex angeschlossen, wie Adrian Müller sagt. Doch es könnten durchaus noch mehr sein. «Wir sind bisher vor allem im französischsprachigen Teil des Kantons vertreten», so Müller. «Gerne würden wir unser Angebot auch in Deutschfreiburg ausweiten.» Das Prinzip des Lehrbetriebverbunds ist einfach. Ein angeschlossener Betrieb kommt für seinen Lehrling finanziell nur für die Stunden auf, in denen der Lehrling im Betrieb arbeitet. Schulische Ausbildung, Rest des Lohnes, individuelles Coaching, falls nötig, und administrative Angelegenheiten übernimmt Ref-flex.

Bei der Suche nach dem passenden Lehrling erhält Ref-flex 300 bis 400 Dossiers pro Jahr, wie Direktor Philippe Berset sagt. «Mit einigen Dutzend davon führen wir dann konkrete Gespräche», fügt Adrian Müller an. Schliesslich werden die besten unter den Kandidaten dem Betrieb vorgestellt, den die Verantwortlichen von Ref-flex für ideal halten. Nach theoretischen Tests und einem Schnuppertag sind die potenziellen Lehrlinge bereit für die Lehre. Seit dem Start des Verbunds 2008 haben 61 Lehrlinge mit der Betreuung durch Ref-flex eine Stelle erhalten. «Unser Ziel ist es, pro Jahr 20 bis 22 Lehrlinge zu platzieren», hält Müller fest. «Wir müssen aber auch noch genügend Zeit für die Lehrlinge haben», sagt er. Ein beliebiger Ausbau des Angebots ist für Ref-flex aus personaltechnischen Gründen nicht möglich.

Angebot für Sportler

Neben dem Ausbau in Deutschfreiburg wollen die Verantwortlichen auch jungen Spitzensportlern unter die Arme greifen. «In letzter Zeit hiess es öfters, es gäbe in Freiburg zu wenig Möglichkeiten, um eine dem Sport angepasste Ausbildung zu machen», sagt Berset, einst selber Spieler des FC Freiburg. Schon heute habe ein Elite-Junior von Freiburg-Gottéron einem Freiburger Betrieb vermittelt werden können. Gerne würden Berset und Müller diese «Sporthilfe» weiter ausbauen.

Der Elektroniker-Lehrling Quentin Piccard in Aktion an seinem Arbeitsplatz bei der Murtner Firma Digi Sens.Bild Aldo Ellena

Unterstützung:Angebot stellt Staat zufrieden

Das Amt für Berufsbildung des Kantons Freiburg (BBA) unterstützt drei Lehrbetriebverbunde: Ref-flex, Fribap und GEI (spezialisiert auf Hauswirtschaft). Dienstchef Fritz Winkelmann sieht die Angebote als Ergänzung, nicht als Konkurrenz. «Alle drei Verbunde haben sich spezialisiert und sind genügend abgegrenzt. Das ist gut koordiniert», meint Winkelmann.

Im Juni laufen die Leistungsvereinbarungen aus, die der Kanton mit den Lehrbetriebverbunden unterschrieben hat. Doch Fritz Winkelmann sieht keinen Grund, diese nicht zu verlängern. «Immerhin haben die drei Verbunde gut 130 Stellen für Lehrlinge geschaffen», sagt Winkelmann. Der Kanton finanziere nur neu geschaffene Stellen, so der Dienstchef. Wenn also ein Lehrling «nur» ersetzt wird, erhalten die Betriebe kein Geld vom Staat. Die Lehrbetriebverbunde gehen auf ein Projekt des BBA aus dem Jahr 2004 zurück.pj

Verbunde: Ref-flex und Fribap sehen sich nicht als Konkurrenten

Die angebotenen Leistungen der beiden Lehrbetriebverbunde Ref-flex und Fribap weisen kaum Unterschiede auf. Dennoch sehen sich Ref-flex und Fribap nicht als Konkurrenten. «Zwischen uns ist die Zusammenarbeit gut», sagt Michael Perler, Geschäftsleiter von Fribap. Auch Adrian Müller, Promotor von Ref-flex, verneint ein Konkurrenzdenken. Während Müllers Verbund sich in erster Linie auf technische Berufe spezialisiert hat, bietet Fribap ein breiteres Spektrum, wie Michael Perler, Geschäftsleiter von Fribap, erklärt. «Bei uns stehen handwerkliche Berufe, die Gastro-Branche oder der Dienstleistungssektor im Mittelpunkt», sagt Perler. Allfällige Überschneidungen gebe es allenfalls im Bürobereich.

Umgekehrter Weg

Falls Ref-flex sein Angebot ausweiten sollte, sieht Perler kein Problem. «Wir waren zuerst in Deutschfreiburg und haben uns mittlerweile auf den welschen Kantonsteil ausgeweitet, Ref-flex geht eben den umgekehrten Weg», so Perler. Bei den Leistungen unterscheiden sich die Verbunde darin, dass Fribap den Lehrlingen bei schlechten schulischen Leistungen automatisch Stützunterricht bietet, erklärt Michael Perler. Zudem stünden bei Fribap eher die zwei- bis dreijährigen Lehren im Vordergrund. pj

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