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Ein Lehrer, ein Gemeindeschreiber und ein Steuerbeamter bauen eine Grotte

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Vor etwas mehr als siebzig Jahren errichtete der damalige Dorfschullehrer und bekannte Sensler Schriftsteller Meinrad Schaller mit zwei Freunden an einem lauschigen Plätzchen eine Grotte. Das Jubiläum der Grotte sowie eine neue Informationstafel von Charles Folly und Bruno Schaller werden am Dienstag an einem Festgottesdienst gefeiert. 

«Was ist gegebener, als dass drei Männer, die im nämlichen Hause wohnen und während des langen Tages Kopfarbeit zu leisten haben, an den prächtigen Sommertagen sich zu einem erholsamen Spaziergang in der Kühle zusammenfinden», schreibt der Dichter Meinrad Schaller im Jahr 1951. Gemeinsam mit den Brüdern Eduard und Alfons Stritt pflegt der damalige Dorfschullehrer jeden Abend durch den Singernwald zu spazieren. An einem grossen Molassefelsen oberhalb des Dorfes halten sie inne, um die Aussicht auf das Dorf zu bestaunen.

Schallers Aufzeichnungen ist zu entnehmen, dass dieser Steinbruch wohl im Jahr 1848 eröffnet wurde, da man Sandstein für den Bau der Kirche, des Restaurants Alpenrose, des Pfarreistöckleins und der Schulhäuser benötigte. Im Jahr 1951 hatte der Steinbruch allerdings vor allem einen Zweck: Er war die Müllhalde des Dorfes.

Die zündende Idee

«Schade um das Gelände, es wäre zur Grotte wie geschaffen», soll einer der dreien an einem Abend gesagt haben. Und so kam es, dass sich ein Lehrer, ein Gemeindeschreiber und ein Steuerbeamter gemeinsam daran machten, eine Grotte zu errichten. 

Dieser Tag ist jetzt etwas mehr als siebzig Jahre her, doch die Grotte erfreut sich immer noch einer regen Beliebtheit. Nicht nur Einwohnerinnen und Einwohner aus Alterswil, sondern auch Besucherinnen und Besucher aus der Region spazieren regelmässig dem «poetische Gässchen» entlang, wie Meinrad Schaller es nannte, um bei der Grotte in sich zu kehren. 

«Aber es gibt auch viele Leute, die gar nicht wissen, dass es in Alterswil überhaupt eine Grotte gibt», sagt Pfarreirat Bruno Schaller. Wenn sie dann doch einmal per Zufall an der Grotte vorbeikommen, komme oft die Frage auf, wie diese denn entstanden sei.

Um diese Frage zu beantworten, hat Bruno Schaller gemeinsam mit Charles Folly nun eine Informationstafel erstellt, die Auskunft über die Entstehung und Bedeutung der Grotte gibt. 

«Meinrad Schaller hat damals alles minutiös aufgezeichnet», erklärt Bruno Schaller. So war es den beiden Archivaren der Pfarrei Alterswil ein Leichtes, die Geschichte der Errichtung der Grotte zusammenzufassen und sie auf einer Holztafel in der Grotte ansehnlich zu präsentieren.

Minutiöse Aufzeichnungen

In Meinrad Schallers Aufzeichnungen liest man nicht nur von der Idee und deren Umsetzung, sondern auch von allerlei Hindernissen, mit denen die drei Männer zu kämpfen hatten (siehe Kasten). «Der Pfarrer zum Beispiel war nicht gerade begeistert von der Idee, da er eine Konkurrenz für die Pfarrkirche befürchtete», so Bruno Schaller. 

Auch das Wetter spielte den Männern ab und zu einen Streich. So sorgte ein Sturm während der Bauarbeiten beispielsweise dafür, dass Tannen in die Grube stürzten, die dann zuerst weggeräumt werden mussten. «Auch der Sturm Lothar hat der Grotte zugesetzt», erinnert sich Bruno Schaller. So sei damals eine Tanne auf die Gebetsbänke gefallen und hätte diese zerstört. Ansonsten hat sich an der Grotte aber nichts geändert, wie Schaller sagt. «Es fallen höchstens kleine Arbeiten an, wie beispielsweise das Wegräumen von grösseren Ästen oder Ähnlichem.»

Jubiläumsfeier

2021 hat die Grotte in Alterswil ihr 70-Jahr-Jubiläum gefeiert. Pandemiebedingt konnten damals allerdings keine Festivitäten stattfinden, weswegen dies jetzt nachgeholt werden soll. 

Das 70-Jahr-Jubiläum wird am kommenden Dienstag, 15. August, um 19.15 Uhr mit einem Festgottesdienst gefeiert. Musikalisch umrahmt wird der Anlass von der Alphorngruppe Röstigraben sowie der Trachtengruppe Düdingen. Die Informationstafel wird ebenfalls am Gottesdienst eingeweiht.

Eckdaten

Die Entstehung der Grotte in Alterswil

20. Juli 1951: Meinrad Schaller, Eduard und Alfons Stritt sprechen beim Pfarrer vor, um ihm ihr Vorhaben zu präsentieren. Seine Antwort lautet: «Nun, wenn Sie die Arbeit nicht scheuen, dann lassen Sie los.»

21. Juli 1951: Gemeinsam mit etwa 50 Schulbuben befreit Meinrad Schaller den Steinbruch von sämtlichem Müll und Unrat.

23. Juli 1951: Die ersten Bäume werden gefällt.

24. Juli 1951: Ein Regentag. Die drei Männer treffen sich mit den Kanisiusschwestern, um die Beschaffung der Statuen zu besprechen. 

25. Juli 1951: Der Hügel wird abgetragen. 

26. Juli 1951: Tagsüber wird gearbeitet, abends besichtigen die drei Männer die Grotte von Ueberstorf.

27. Juli 1951: Man ist weiterhin mit der Erdarbeit beschäftigt: Eine Treppe und eine Kanzel entstehen.

28. Juli 1951: Die Treppe wird fertiggestellt. 

4. August 1951: Die Grotte wird von den Arbeitern fertiggestellt. 

10. August 1951: Die Grotte wird bepflanzt.

14. August 1951: Das grosse Kreuz wird hinaufgezogen.

20. August 1951: Ein Zirkular wird verschickt, mit der Absicht, Geld für die Grotte zu sammeln. 

2. Woche im September 1951: Das Zirkular zeigt Wirkung: Über 2300 Franken gehen ein.

7. Oktober 1951: Die Grotte wird eingeweiht.

21. April 1952: Der Bischof ist in Alterswil zu Gast anlässlich der Firmung. Er erteilt die Erlaubnis, in der Grotte Messen zu halten.

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