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Ein Oberstufenzentrum in Kallnach?

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Eigentlich hätten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Kallnach bereits an der Gemeindeversammlung im Juni über die Geschäfte des Gemeinderats befinden sollen. Die Corona-Pandemie kam dazwischen, und der Gemeinderat verschob die Gemeindeversammlung auf den 10. August. Wegen der anhaltenden Pandemie und den damit verbundenen Schutzmassnahmen des BAG, welche die Gemeindebehörden nicht einhalten konnten, hat der Gemeinderat entschieden, die Bürgerinnen und Bürger an die Urne zu bitten. «Da wir den nötigen Abstand an einer Gemeindeversammlung nicht einhalten können und da es dringliche Geschäfte sind, haben wir die Erlaubnis erhalten, die Abstimmungen auf schriftlichem Weg durchzuführen», erklärt Gemeindepräsident ­Dominik Matter auf Anfrage.

Konkret befinden die Stimmberechtigten am Sonntag über die Jahresrechnung 2019, über ein neues Organisationsreglement der Gemeinde Kallnach sowie über die Zukunft der Oberstufenschule.

Aarberg oder Kallnach?

Am Sonntag stimmen die Bürgerinnen und Bürger von Kallnach unter anderem darüber ab, ob die Oberstufenschülerinnen und -schüler der Gemeinde in Zukunft nach Aarberg oder in Kallnach selbst zur Schule gehen. Momentan ist die Gemeinde Kallnach Mitglied im Schulverband Aarberg und schickt die Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule nach Aarberg, während diejenigen der Realstufe in der gemeindeeigenen Schule in Kallnach unterrichtet werden. Zudem gehen die Schülerinnen und Schüler aus dem Ortsteil Golaten, der letztes Jahr mit Kallnach fusioniert hat, in Kerzers zur Oberstufe.

«Der Gemeinderat erachtet ein Oberstufenzentrum im ländlich geprägten Kallnach als eine Aufwertung der Gemeinde.»

Dominik Matter

Gemeindepräsident von Kallnach

Im Kanton Bern gibt es seit einiger Zeit einen starken Trend hin zu durchlässigen Schulmodellen. Das heisst, dass die inhaltliche Trennung der Sekundar- und Realschule mehr denn je aufgeweicht wird. Das Ziel des durchlässigen Schulmodells ist es, die Schülerinnen und Schüler vermehrt individuell zu fördern. So kann beispielsweise ein Realschüler, der Stärken in der Mathematik hat, in Zukunft diesen Unterricht in der Sekundarschule besuchen. «Ein durchlässiges Schulsystem bedingt jedoch, dass alle Oberstufenschülerinnnen und -schüler im gleichen Gebäude sind. Da sich die Realschule in Kallnach befindet und die Sekundarschule in Aarberg, ist so ein durchlässiges System momentan nicht möglich», sagt Matter. Zwar sieht auch der Schulverband Aarberg in Zukunft vor, ein durchlässiges Schulmodell einzuführen. Der Gemeinderat von Kallnach hat diese Situation jedoch zum Anlass genommen, um grundsätzlich über den Verbleib im Schulverband zu befinden und zu prüfen, ob ein eigenes Oberstufenzentrum in Kallnach möglich wäre. Eine Prognose von Schülerzahlen zeigt, dass es auch in Zukunft genügend Oberstufenschüler hat, um dieses Projekt umzusetzen. Dazu müsste jedoch das Schulhaus erweitert werden. «Wir rechnen damit, dass drei neue Schulzimmer für rund zwei Millionen Franken gebaut werden müssen.» Matter betont jedoch, dass auch in Aarberg bauliche Massnahmen nötig sind, an denen sich die Gemeinde Kallnach ­finanziell beteiligen müsste, falls sie im Schulverband Aarberg bliebe. Wie hoch diese Kosten insgesamt seien, sei momentan noch schwer abzuschätzen, so Matter.

Der Gemeinderat schlägt seinen Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern vor, dem Projekt des Oberstufenzentrums in Kallnach zuzustimmen. Somit würden alle Schülerinnen und Schüler der Oberstufe in einem Gebäude in Kallnach zur Schule gehen. Das habe den Vorteil, dass der Schulweg nach Aarberg entfällt. Auch Schülerinnen und Schüler von Golaten müssten somit nicht mehr nach Kerzers in die Oberstufe gehen. Damit würden auch unterschiedliche Ferienzeiten für Familien von mehreren Kindern entfallen. «Zudem hätten wir leeren Schulraum, der nicht genutzt wird, wenn alle unsere Schülerinnen und Schüler nach Aarberg gehen.» Ein weiterer grosser Vorteil liegt laut Matter auf der Hand: «Der Gemeinderat erachtet ein Oberstufenzentrum im ländlich geprägten Kallnach als eine Aufwertung der Ge­meinde.»

Nur noch sechs Gemeinderäte?

Darüber hinaus schlägt der Gemeinderat seinen Bürgerinnen und Bürgern eine Änderung des Organisationsreglements vor. Der Gemeinderat strebt eine Reduzierung der Gemeinderatsmitglieder von sieben auf sechs an. Damit einhergehend soll auch die Anzahl der Ressorts reduziert werden. Laut Matter habe sich in den letzten Jahren viel Verantwortung von der Gemeinde zum Kanton verschoben. Zudem sei momentan die Arbeitslast unter den Gemeinderäten ungleich verteilt. «Um den Arbeitsaufwand gerechter zu gestalten, wollen wir die Arbeit des Gemeinderats auf weniger Leute verteilen.» Dem Gemeinderat strebt eine Umorganisation der Departemente vor: «Bei einer Annahme teilen wir diese neu auf und machen aus drei Departementen zwei.»

Laut dem Gemeinderat ist ein kleinerer Gemeinderat effizienter. Zudem hätten sich in den vergangenen Jahren nicht allzu viele Personen für dieses Amt interessiert. Eine Reduzierung von sieben auf fünf Gemeinderatssitze wäre jedoch ein allzu grosser Schritt, bemerkt Matter. Im Kanton Bern gebe es durchaus Gemeinden, die mit sechs Mitgliedern im Gemeinderat gut funktionierten. Dies zeige das Beispiel der Gemeinde Wimmis.

200 000 Franken Überschuss

Schliesslich müssen die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Kallnach darüber abstimmen, ob sie die Jahresrechnung 2019 genehmigen. Diese schliesst bei einem Aufwand von rund 9,7  Millionen Franken und einem Ertrag von rund 9,9  Millionen Franken mit einem Ertragsüberschuss von gut 200 000 Franken.

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