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Ein Steinway-Flügel, ein Studio, ein Label

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Carole Schneuwly

Alles begann mit einem Preis und mit einem Traum. Der Preis: Der mit 100 000 Franken dotierte Grosse Preis der Waadtländer Stiftung «pour la promotion et la création artistique», den der in Ollon wohnhafte Freiburger Jazzpianist Thierry Lang im Jahr 2004 erhielt. Der Traum: ein Steinway-D-Konzertflügel. Das Preisgeld habe gut die Hälfte der Kosten für das Instrument seiner Träume gedeckt, erzählt der Musiker, und so habe er sich den Flügel leisten können.

Das Studio «gegenüber»

Danach habe sich aber ein anderes Problem gestellt: «Wohin mit dem Flügel? Deshalb habe ich ein altes Gebäude gegenüber meinem Wohnhaus gekauft und restauriert.» Dort brachte er den Flügel unter, richtete sein «Studio En Face» – gegenüber – ein und fing an, seine eigene Musik aufzunehmen. Für wirklich professionelle Produktionen habe es ihm aber an der technischen Ausrüstung und an einem guten Tontechniker gefehlt.

Gut, dass es den Gitarristen Francis Coletta gab, mit dem Lang 2006 die CD «Dedicated to You» aufgenommen hatte. «Ich hatte Räume, aber keine Ausrüstung, Francis hatte die Ausrüstung, aber keine Räume», so Lang. Also taten sich die beiden Musiker zusammen und engagierten als Dritten im Bunde den Freiburger André Schorderet als Tontechniker. «Er ist unglaublich», schwärmt Lang über «den Mann mit den goldenen Ohren».

Im vergangenen Dezember ging Thierry Lang noch einen Schritt weiter und gründete sein eigenes Label, ebenfalls unter dem Namen «En Face». Bei der Vermarktung seiner Musik sei man heute mehr denn je auf sich selbst gestellt, erklärt der Musiker, der 1996 als erster Schweizer beim renommierten Jazzlabel Blue Note untergekommen war. Mit «En Face» wollen Lang und Coletta aber nicht nur ihre eigene Musik produzieren, sondern auch die befreundeter Künstler. Fünf CD sind bisher bei «En Face» erschienen, zehn weitere sind bis Ende Jahr in der Pipeline. Eine Klassik- und eine Elektrolinie sollen demnächst das Jazzsortiment ergänzen.

Junge Musiker fördern

Ein besonderes Augenmerk richtet Lang, der auch an der Hochschule der Künste Bern und am Konservatorium Montreux unterrichtet, auf den Nachwuchs: «Auch junge Musiker sollen bei uns ihre Alben aufnehmen können. Wir versuchen, die Kosten möglichst niedrig zu halten und dennoch beste Qualität zu bieten.» Zudem helfe man den Künstlern beim Vermarkten ihrer Musik, indem man zum Beispiel Auftrittsmöglichkeiten schaffe – so wie heute Abend an der Jazz-Parade.

Lebendige Szene

Auch wenn es immer schwieriger wird, Musik zu verkaufen, ist Thierry Lang optimistisch, was die Zukunft des Jazz angeht: «Das Interesse ist gross, Jazzschulen und Jazzsektionen an Konservatorien sind gefragt, und es gibt unheimlich viele Jazzkonzerte.» Er selber liebe am Jazz die grosse Freiheit in Komposition und Interpretation und den regen Austausch zwischen Musikern unterschiedlichster Herkunft. «Auch wenn man nicht die gleiche Sprache spricht, versteht man sich über die Musik.»

Wie lebendig die Szene sei, zeige sich in Freiburg jedes Jahr an der Jazz-Parade. Organisator Jean-Claude Henguely sei es besonders hoch anzurechnen, dass er viele Schweizer und Freiburger Musiker engagiere. Er selber fühle sich geehrt, immer wieder auf dem Georges-Python-Platz auftreten zu dürfen, dieses Jahr mit einer Carte blanche aus Anlass der Gründung seines Labels (siehe Kasten).

www.enface.ch

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