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«Ein weiterer Nagel ist eingeschlagen»

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Die Militäranlage in Schwarzsee muss in absehbarer Zeit umgenutzt werden, weil sie in ihrer heutigen Form nicht mehr gebraucht wird. Zwei der bisherigen Hauptnutzer fallen weg. Das sind zum einen die belgischen Jugendlichen, die seit über 50 Jahren über die Organisation Interoc herkommen und so jährlich zwischen 25 000 und 30 000 Übernachtungen sicherstellen. Sie hatten den Vertrag bereits auf Ende 2010 gekündigt, haben ihn dann aber bis Ende 2013 verlängert. Zum anderen fallen nach 2016 auch die Übernachtungen der Soldaten der Schweizer Armee weg (siehe auch Kasten).

Der Kanton als Besitzer der Anlage hat eine Arbeitsgruppe eingesetzt, um mögliche Umnutzungen zu prüfen. In letzter Zeit war das Thema zwar an diversen Anlässen, etwa an den Gemeindeversammlungen in Plaffeien, immer wieder zur Sprache gekommen, und es wurden Ideen und Wünsche geäussert, so richtig konkret wurde es aber nicht. Seit rund einem Jahr ist nun klar, dass aus der Kaserne ein Sport- und Freizeitzentrum werden soll.

Bundesamt ist interessiert

Staatsrat Erwin Jutzet, Vorsteher der Sicherheits- und Justizdirektion, hat am Montag bestätigt, dass den Grossräten voraussichtlich kommenden Herbst ein Studienkredit von 500 000 Franken vorgelegt wird. Er sei froh, dass damit in der Planung ein weiterer Nagel eingeschlagen werden konnte. Gleichzeitig sei er auch in Verhandlung mit dem Bundesamt für Bauten und Logistik. «Es gibt ein Bundesamt, das sich gerne in diese Räumlichkeiten einmieten möchte», sagte er. Um welches Bundesamt es sich handelt, wollte er noch nicht verraten. Eine solche Vereinbarung würde wesentlich dazu beitragen, die künftigen Betriebskosten zu decken. Erwin Jutzet sprach von etwa 200 Leuten, die während der Woche in Schwarzsee logieren würden. Eine Voraussetzung wäre, dass Klassenzimmer zur Verfügung stünden. Der Studienkredit soll deshalb zwei mögliche Szenarien vorsehen: eines für den Fall, dass aus der Kaserne «nur» ein Zentrum für Breitensport und Freizeit würde, und eines, falls neben dieser sportlichen Nutzung auch externe Mieter einziehen würden.

Dauert ein paar Jahre

Bis zum kommenden Herbst soll ein Vorprojekt vorliegen, das mögliche künftige Nutzung aufzeigt. «Das Problem ist, dass das betreffende Bundesamt am liebsten so rasch als möglich einziehen würde», sagte Erwin Jutzet weiter. Für den Kanton Freiburg sei es aber kaum möglich, ein so grosses Umbauprojekt so schnell zu realisieren. Es ging zum einen darum, Beachvolley-Felder, ein Fussballplatz und eine Doppelturnhalle, eine Kletterwand und weitere Sporteinrichtungen zu bauen. Zum anderen müsste aber auch die eigentliche Einrichtung modernisiert werden. «Heute sind Zweier- und Viererzimmer gefragt und nicht mehr Massenlager», sagte dazu Erwin Jutzet. Eine Möglichkeit wäre ein Umbau in mehreren Etappen.

20 Millionen zu investieren

Der Investitionsbedarf für die Umnutzung der Militäranlage liegt geschätzt bei 20 Millionen Franken. Es habe nie zur Diskussion gestanden, das Militärlager Schwarzsee zu verkaufen, bestätigte der Sicherheits- und Justizdirektor zum Schluss.

Welchen Nutzen könnte der Kanton aus dem künftigen Sport- und Freizeitzentrum ziehen? Isabelle Chassot, Vorsteherin des Departements Erziehung, Kultur und Sport, war am Montag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Folgen: Verlust für regionale Wirtschaft

D ie belgischen Feriengäste, die seit über 50 Jahren in der Militärkaserne übernachten, beeinflussen die Übernachtungsstatistik in Schwarzsee wesentlich. Letztes Jahr wurden insgesamt 144 700 Übernachtungen registriert. Wenn nun die rund 30 000 Übernachtungen durch die Intersoc-Lager fehlen, verliert die Tourismusregion nicht nur gern gesehene Gäste, sondern erleidet auch Einbussen bei der regionalen Wirtschaft. Der Kanton hat diese vor Jahren einmal auf 700 000 Franken beziffert. Der Staat Freiburg verliert zudem 120 000 Franken für den Mietzins, und der Freiburger Tourismusverband sowie Schwarzsee Tourismus haben 20 000 Franken weniger Einnahmen durch die Kurtaxe. Otto Lötscher, Ammann von Plaffeien, würde es deshalb gerne sehen, wenn die Kaserne auch in Zukunft für den Tourismus genutzt werden könnte. im

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