Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Ein winziges Fenster im Elfenbeinturm

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Die Kaffeetasse in der einen, das iPad in der anderen Hand sitzt Mareike König im Hörsaal Nummer 3113. Gerade hat sie die Internetseite «hypotheses.org» vorgestellt, eine europäische Plattform für wissenschaftliche Blogs. Als Redaktionsleiterin der deutschen Ausgabe hat sie erklärt, dass die Blogsphäre im deutschsprachigen Raum noch in den Kinderschuhen steckt. Und wie gross das Bedürfnis nach einer neuen, anderen Art der Kommunikation unter den Wissenschaftlern ist.

«Alte» Medien am Start

Die Plastiktasse ist leer, König tippt auf ihrem iPad. Sie gehört zu der Handvoll Historiker, die am ersten Tag der Schweizerischen Geschichtstage über Twitter miteinander diskutieren, sich austauschen und Inhalte verbreiten. «Ich finde die Kommunikation an der Tagung sehr zögerlich», gibt die Historikerin, die am deutschen historischen Institut in Paris arbeitet, zu. Vieles sei erst in den letzten Tagen und auf Initiative der Teilnehmenden eingebracht worden–etwa das gemeinsame Kennwort auf Twitter. Im Bezug auf die Berichterstattung ist es zumindest am ersten Veranstaltungstag zu keiner Revolution gekommen: Presse, Radio und Fernsehen aus der Deutsch- und Westschweiz berichteten zwar ausgiebig über das Ereignis, Diskussionen mit der «breiten interessierten Öffentlichkeit» via Internet fanden hingegen kaum statt.

Dass sich die Wissenschaft weiterhin in ihrem Elfenbeinturm verstecke, lässt König trotzdem nicht gelten. «Ein Blog hat bei uns bald 500 Leser pro Monat, davon sind sicher nicht alles Fachmänner und -frauen. Die Grenzen sind also bereits durchlässiger.»

Sie sieht in der Nutzung von Austauschplattformen aber vor allem einen Gewinn für wissenschaftliche Debatten. So könnten Personen mitreden, die gar nicht an der Tagung teilnehmen. Später liessen sich die Kurznachrichten dann auswerten: Wer hat sich in das Gespräch eingeklinkt, wo gab es heisse Debatten, welche Fragen wurden nach der Konferenz aufgeworfen?

Auf die Nutzung der sozialen Netzwerke angesprochen, antwortet die Tagungsverantwortliche Catherine Bosshart-Pfluger: «Heute kommunizieren alle über soziale Medien–warum sollten wir das nicht auch tun?» Die Zeiten seien vorbei, fügt sie dann hinzu, in denen der Historiker im stillen Kämmerchen über verstaubten Archiven sinniert habe. «Die Geschichtswissenschaft hat in unserer heutigen, globalisierten Gesellschaft eine wichtige Rolle inne.» Dafür müsse sie aber auch sichtbar sein.

Podiumsdiskussionen

Das findet auch Regina Wecker, Präsidentin der Schweizerischen Gesellschaft für Geschichte: «Die Geschichtstage sollen auch davon zeugen, dass wir uns in für uns relevante Themen–etwa bildungspolitische Belange oder Universitätsfragen–einmischen.» Dass das Interesse an der Tagung ausserhalb des Fachkreises trotz allem gering ist, überrascht sie nicht. «Dafür haben wir ja die allgemeiner gehaltenen Podiumsdiskussionen am Freitagabend eingeplant.»

Öffentliche Podiumsgespräche: Universität Miséricorde, Freiburg. Freitag, 8. Februar, 17.30 bis 19 Uhr: «Quo Vadis? Neue Wege der Schweizergeschichte» (Aud. B) und «Universitäre Forschung, globale Perspektiven und lokale Geschichten» (Aud. C). Der Eintritt ist frei.

Veranstaltung

Debattieren über «global–lokal»

Die Schweizerischen Geschichtstage finden alle drei Jahre statt. Zur dritten Ausgabe hat die Universität Freiburg an diesem Wochenende über 400 Historikerinnen und Historiker eingeladen, um in 16 Themenbereichen über die Dynamik zwischen «global» und «lokal» zu debattieren. Die Veranstaltung dient in «in erster Linie dem nationalen und internationalen Austausch innerhalb des historischen Fachs». Gleichzeitig soll sie laut Medienmitteilung «der Öffentlichkeit zeigen, was Geschichte in der heutigen Gesellschaft leisten kann und muss». Die Geschichtstage dauern noch bis Samstag.cf

Mehr zum Thema