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Eine Arbeit voller Gefahren

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Nothilfekurse der Forstwart-Lehrlinge in Grangeneuve

Autor: Von UELI STRASSER

Sicherheit hat für die Forstwarte erste Priorität. Die Chance, während der Arbeit im Wald zu verunfallen, ist ungleich grösser als in anderen Berufen. Auf der einen Seite wird mit grossen Maschinen operiert, und auch der fachgemässe Umgang mit Geräten wie einer Kettensäge oder einem Beil ist offenkundig gefährlicher als mit einem Kugelschreiber oder einer Computer-Tastatur. Andererseits ist die Situation durch «Lothar» noch verschärft worden, weil die Spannungen im Holz weniger vorhersehbar sind.

Gefährlich, auch für Profis

André Stettler ist der Verantwortliche für die Aus- und Weiterbildung des Forstpersonals im Kanton Freiburg, und er bestätigt: «Auch für Profi-Holzer ist die Aufrüstung von Sturmholz nicht ohne Gefahren.» Mit einer guten Ausbildung könne man das Risiko zwar reduzieren – ganz ausschalten werde man es jedoch nie können. Bislang habe es aber zum Glück im Kanton Freiburg erst einen schweren Unfall gegeben. Schweizweit waren es insgesamt zwölf tödliche Unfälle, wovon zwei mit Forst-Spezialisten.

Hat denn ein Profi Angst im Wald? Stettler verneint:«Angst wäre nicht gut – aber Respekt braucht es.» Unwohl werde es ihm höchstens wegen der Statistik:Wenn man wisse, dass es auf eine gewisse Quantität aufgerüsteten Sturmholzes eine bestimmte Anzahl Unfälle gebe, dann seien die Zwischenfälle ja quasi vorprogrammiert.

Routine – die neue Gefahr

Fünf Monate nach «Lothar» hat sich die Lage im Forst zwar ein wenig beruhigt. Für André Stettler wird jedoch ein neuer Faktor immer gefährlicher:die Routine. Sie kann bei der Arbeit zu Nachlässigkeiten und damit zu Unfällen führen. Geschieht tatsächlich ein Unglück, ist es wichtig, dass die Rettungsaktion gut funktioniert. Vor rund zehn Jahren hatte André Stettler an einem Kurs des Waldwirtschaftsverbandes in Solothurn eine Nothilfe-Ausbildung miterlebt und beschlossen, dass dies ein Teil der Ausbildung in Grangeneuve werden sollte.

Die Forstwarte lernen jetzt während zwei Tagen die erste Hilfe in ihrem Arbeitsfeld kennen. An einem dritten Tag wird ihnen jeweils die Funktionsweise der Rettungsflugwacht (Rega) und der Ambulanz anhand einer Vorführung näher gebracht. Gestern war wieder so ein Tag.
Von der Alarmierung bis zur fachgerechten Bergung der verletzten Person auf dem Gelände der Schule ist die Situation durchgespielt worden. Benachrichtigt werden die Retter über ein Funkgerät, mit welchem sie nach dem Drücken einer roten Taste direkt verbunden werden. Die Demonstration soll den Lehrlingen laut André Stettler Routine für den Ernstfall geben. Denn die Arbeit des Forstwartes bestehe trotz aller Gefahren nicht nur aus Unfällen und Bergungseinsätzen, sondern aus einer abwechslungsreichen Tätigkeit im Freien, die viel Selbständigkeit verlange.

Die Retter der Lüfte – aber nicht nur . . .

Die Schweizerische Rettungsflugwacht (Rega) ist eine private Stiftung, welche mit 1,5 Millionen Gönnern jährlich rund 50 Millionen Franken zusammenbringt. Sie ist ein Kooperativmitglied des Roten Kreuzes und teilt den gleichen Grundsatz:Hilfeleistung überall und für alle Menschen.

Über den Notruf 1414 wird die Einsatzzentrale der Rega am Flughafen in Zürich-Kloten alarmiert. 36 Personen organisieren und koordinieren dort alle Bewegungen über ein eigenes Funknetz, welches rund 90 Prozent der Schweiz abdeckt. In der Region Freiburg gibt es keine eigene Basis; die nächsten Stützpunkte liegen in Bern, Zweisimmen und Lauterbrunnen. Die Rettungsmannschaften bestehen immer aus einem Piloten, einem Rettungssanitäter sowie einem Notfallarzt und ihre Bereitschaftszeit beträgt während des Tages fünf, in der Nacht zwanzig Minuten. Bis der Helikopter an einer Unfallstelle in der Schweiz angekommen ist, dauert es im besten Fall zehn bis fünfzehn Flugminuten.
Die Anlässe für Einsätze sind verschiedenster Art; bekannt geworden war die Rega zwar ursprünglich für ihre Gebirgsrettungen – diese machen heute aber nur noch 16 Prozent aus. Ein wichtiger Bereich ist heute gemäss Instruktor Martin Schenk die Hilfe bei Ski-Unfällen:«Hohes Tempo und Rücksichtslosigkeit – auf der Skipiste gibt es heute Verletzungsmuster wie bei Verkehrsunfällen.» Weitere Bereiche sind Evakuationen von Seilbahnen, Gleitschirmfliegern oder Wanderern, Arbeitsunfälle auf Baustellen, in der Land- und der Forstwirtschaft, Rettungen auf dem Wasser, Verlegungsflüge, Organ- und Medizintransporte oder auch Kuhtransporte.
Nicht in jedem Fall rückt die Flugwacht mit ihren Helikoptern aus. Für internationale Verlegungen stehen ihr eigene Jets zur Verfügung. Und unter schlechten Wetterbedingungen ist die Bergung manchmal auch nur zu Fuss möglich oder mit dem Auto schneller. Eines ist jedoch gemäss Martin Schenk sicher:«Wenn jemand 1414 alarmiert, wird die Rettung organisiert – egal, auf welchem Weg.»

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