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Eine Frau am Dirigentenpult

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Eine Frau am Dirigentenpult

Serenadenkonzert im Schlosshof Murten: Das Tibor-Varga-Orchester aus Sitten spielt

Die Werke von Bach, Mozart und Britten waren fast alle wie geschaffen für einen Auftritt unter freiem Himmel: Im Schlosshof Murten hat am Mittwoch das Tibor-Varga-Orchester unter der Leitung von Monica Buckland engagiert gespielt.

Von IRMGARD LEHMANN

Dass sich nicht alle Werke für eine Aufführung unter freiem Himmel gleich gut eignen, wissen die Organisatoren von Murten Classics bestens. Sie haben daher auch Verständnis für jene Musikerinnen und Musiker, die es vorziehen in der Kirche zu spielen. Aber eben: Das Markenzeichen von «Murten Classics» ist und bleibt «Openair». Insofern ist bei der Werkauswahl Sorgfalt geboten. Am Serenadenkonzert vom Mittwochabend war mit Bach, Mozart und Britten gut gewählt (Serenade: unterhaltende Musik mit heiterem Charakter und kleiner Besetzung).

Wegen schlechtem Wetter konnte Murten Classics erst am Mittwoch das erste Freiluftkonzert im Schlosshof durchführen.

Emotionales Herzstück des Abends

Das «Orchestre de l’Académie de Musique Tibor Varga» – Mitglieder sind Studierende der Musikhochschule Sitten – trat auf. Mit Achtsamkeit folgten die jungen Musikerinnen und Musiker der von ihrer Dirigentin Monica Buckland animierten Dynamik und Phrasierung. (Buckland ist seit einem Jahr Direktorin des Konservatoriums und der Musikakademie Tibor Varga, der Musikhochschule von Sitten.)

Vorab im ersten und letzten Satz der A-Dur-Sinfonie Nr. 29 von Mozart, dem emotionalen Herzstück des Abends, fand das Orchester zu einer beeindruckenden dynamischen Bandbreite. Die flüssigen Tempi fehlten allerdings im langsamen Satz. Desgleichen in der Ersten Sinfonie von Mozart (Werk vor der Pause). Doch sich im Detail über Mozarts Erste Sinfonie auszulassen erübrigt sich wohl. Denn Mozart hat nicht nur Spannendes geschrieben, sondern ab und zu auch Banales. Zu erwähnen ist allerdings, dass Mozart acht Jahre alt war, als er das Werk, anlässlich einer Reise nach London mit Vater Leopold, zu Papier brachte.

Der Ernst der Musik

Einen nachhaltigen Eindruck hinterliess die Serenade für Tenor, Horn und Streichorchester von Benjamin Britten. Damit wandten sich Solisten und Orchester dem Ernst der Musik zu. Im Werk Brittens geht es um Urkräfte und Vergänglichkeit.

Der Solist Hans-Jürg Rickenbacher – in geschlossenen Hallen ein brillanter Tenor – hatte anfangs jedoch Mühe mit der Freiluftsituation. Doch der gefragte Solist und Lehrer an der Musikakademie Basel fand alsbald zu bemerkenswerter Klangfülle und differenzierter Dynamik.

Ein Lob gilt ebenfalls dem versierten Hornisten Olivier Darbellay, Erster Hornist im Berner Sinfonieorchester und Lehrer am Konservatorium Lausanne. Grossartig seine Nuancen und Phrasierungen! Zur spannungsvollen Interpretation trug ebenfalls das Orchester bei.

Wider Erwarten bedankten sich die rund 450 Zuhörerinnen und Zuhörer – der Schlosshof war quasi voll – mit einem respektablen Applaus. Das Werk Brittens an Ort und Stelle kurz vorzustellen war übrigens eine gute Idee. Wer hat schon Lust während des Konzertes dauernd in einem Programmheft zu lesen?

Das 20. Jh. schmackhaft machen

Das Konzert unter der Leitung von Monica Buckland – eine der raren Dirigentinnen hierzulande – zeugte jedenfalls von einer soliden Einstudierung. Die jungen Musikerinnen und Musiker, denen die Leiterin gelegentlich gar ein Schmunzeln oder Lächeln entlockte, spielten mit Freude und Engagement.

Ideal auch, populäre Klassik wie Bach und Mozart mit Ungewohntem (Britten) zu paaren und so der Musik des 20. Jahrhunderts eine Chance zu geben, «entdeckt» zu werden.

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