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Eine indisch-pakistanische Identitätssuche

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Ende des ausgehenden Jahrhunderts lebt Lajma alleine als Lehrerin in Pakistan. Die Geschichte ihrer Kindheit und Adoleszenz, die gleichzeitig die Geschichte eines zerrissenen Volkes ist, lässt die alternde, einsame Frau nicht los. Sie macht sich auf nach Indien, dem Schauplatz ihrer Vergangenheit, um sich der erdrückenden Last ihrer Erinnerungen zu stellen.

In Rückblenden wird ihr Leben erzählt: Als kleines Hindumädchen flüchtet sie kurz nach der Teilung zusammen mit ihrer Mutter aus dem muslimischen Pakistan vor brutaler Verfolgungen Andersgläubiger zu ihrem Onkel nach Indien. Dieser, selbst ein pakistanischer Flüchtling, ist erst kurze Zeit zuvor in ein Haus einer Moslemfamilie zwangseinquartiert geworden. Lajmas Mutter, die sich, durch ihre Verfolger missbraucht und geschändet, in den Wahnsinn flüchtet, wird kurz nach ihrer Ankunft in eine psychiatrische Anstalt verbannt.
So wächst die kleine Lajma fortan bei der Familie ihres Onkels auf. Sie entwickelt sich, von ihren Erfahrungen geprägt, zu einer starken, unabhängigen Frau. Durch ihre Eigenwilligkeit aber wird sie in einer traditionsreichen, von Männern dominierten Gesellschaft zusehends in die Isolation getrieben. Enttäuscht und allein gelassen flüchtet die Heimatlose nun als junge Frau wieder – diesmal zurück nach Pakistan. Gleichzeitig mit Lajmas wird auch das konfliktreiche Erwachsenwerden von Jamal dargestellt. Jamal, ein junger Moslem, wird hin- und hergerissen zwischen seiner Liebe zu Lajma und seiner heimlichen Zuneigung zum homosexuellen Gautam.
Auch er sieht sich gefangen in den starren Werten einer Gesellschaft, die den Balanceakt zwischen Moderne und Tradition nur unzureichend vollbringt. So zeigt denn «Karvaan» neben einer indisch-pakistanischen Identitätssuche und dem Konflikt zweier Generationen vor allem die ganz persönliche Auseinandersetzung des Einzelnen mit seinem Schicksal. Allerdings mutet der Erzählstrang nicht nur in diesem Artikel manchmal ein wenig kompliziert an, er ist es auch im Film.
Doch Butalias Erstlingswerk ist nicht zuletzt eine sinnliche Verführung der Netzhaut, mit der westliche Vorstellungen eines märchenhaften Indiens genährt werden. Jede Einstellung, wirkt sie auch noch so zufällig, möchte man gerahmt nach Hause tragen können.

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