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Eine neue Generation in der Käserei

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Die Käserei Wünnewil wird ab dem 1. Juli die einzige Käserei sein, die von einer Frau geführt wird und Le Gruyère AOP produziert. Diese Frau ist die 24-jährige Daniela Weber. Sie sitzt am Esstisch von Kurt und Rosmarie Ho­stettler, welche die Käserei während der letzten 23 Jahre geführt haben und Ende Juni in Pension gehen. «Für mich ist das eine riesige Chance», sagt Daniela Weber. Auch Kurt Ho­stettler freut sich über die Nachfolgeregelung, und ebenso Daniel Perler, der Präsident der Käsereigenossenschaft Wünnewil. «Für uns ist das auch eine Chance. Wir merken, dass Daniela einen enormen Willen hat. Und sie hat Mut, so früh einzusteigen», sagt Perler.

«Ich wusste schon seit dem zweiten Lehrjahr, dass ich selber einmal einen Betrieb führen will», sagt Daniela Weber. «Ich bin in der Käserei einfach am richtigen Ort.» Kurt Ho­stettler ergänzt: «Ein paar Leute aus dem Dorf haben schon gefragt, ob sie nicht ein bisschen jung sei, um die Käserei zu übernehmen. Aber sie hat ja acht Jahre Berufserfahrung.» Da relativiere sich das.

Lehre und Weiterbildungen

Daniela Weber kommt aus Wohlen bei Bern und hat die Lehre als Milchtechnologin im Berner Oberland absolviert. Nach der Lehre arbeitete sie dort noch eine Zeit lang weiter, konnte mehr Verantwortung übernehmen und kümmerte sich unter anderem um die Lehrlinge. Danach arbeitete sie in verschiedenen Käsereien in der Region Bern und absolvierte Weiterbildungen, unter anderem in Betriebsführung, Rechnungswesen und Marketing. «Als ich diese Ausbildung begann, wusste ich noch nichts von der Stelle in Wünnewil. Ich dachte einfach, das sind Sachen, die man im Leben brauchen kann.» Nun braucht sie ihr Wissen etwas früher als geplant. Über einen Bekannten erfuhr sie, dass die Käsereigenossenschaft Wünnewil eine Nachfolge für Kurt Hostettler suchte. «Zuerst war ich unsicher, ob das wirklich etwas für mich ist. Dann habe ich aber gemerkt, dass sehr viel dafür spricht.»

Auch für die Käsereigenossenschaft Wünnewil sei Daniela Weber ein Glücksfall, sagt Daniel Perler. «Eigentlich war geplant, dass bis zur Pensionierung von Hostettlers die Genossenschaften Wünnewil, Bösingen und Friseneit fusioniert haben und wir in Friseneit eine neue Käserei in Betrieb nehmen können», sagt er. Doch das Projekt verzögert sich; und so musste nun eine Nachfolge her. Mit der Aussicht, dass die Käserei Wünnewil in den nächsten Jahren schliessen könnte, sei die Suche nach einem Nachfolger nicht einfach gewesen. Für Daniela Weber ist das kein Problem: «Ich sehe die Stelle als ein Sprungbrett. Ich kann sehen, wie es ist, einen Betrieb zu führen.» Und wenn es dann zur Fusion und zum Bau der neuen Käserei komme, könne sie sich immer noch dort als Milchkäuferin bewerben.

«Traditionelles Handwerk»

Daniela Weber ist bereits seit Ende März zusammen mit Kurt Hostettler am Käsen. Grund dafür ist die Corona-Krise: Kurt Hostettlers Angestellter musste nämlich für sieben Wochen in den Militärdienst einrücken. Daniela Weber erklärte sich bereit, einzuspringen. Das sei ganz gut gewesen, sagt sie jetzt, so habe sie sich schon einarbeiten können. Nach dieser ersten Zeit gefällt es ihr sehr in Wünnewil: «Es ist eher eine traditionelle Käserei, wo man viel von Hand macht und körperlich hart arbeitet, das entspricht mir.»

Dieser Aspekt des Berufes ist wohl auch der Grund, warum Daniela Weber mehr männliche Berufskollegen hat als weibliche. In Wünnewil etwa muss Daniela Weber jeden Tag 35 Kilogramm schwere Käse-Laibe wenden – einen Roboter zum Wenden gibt es nicht. «Mit der richtigen Technik geht das aber ganz gut», sagt Daniela Weber mit einem Augenzwinkern. «Und für andere schwere Arbeiten gibt es mittlerweile technische Hilfe, so dass auch Frauen diesen Beruf problemlos ausüben können.» Die Frauen sind zwar noch in der Minderheit, ihr Anteil steigt aber. Von 111 Lernenden, die dieses Jahr die Lehre abschliessen, sind 26 Prozent Frauen, wie Daniela Weber weiss.

«Ich habe als Frau in einer Männerdomäne schon auch meine negativen Erfahrungen gemacht», sagt Daniela Weber. Aber grundsätzlich funktioniere es gut. «Ich glaube, es ist wichtig, dass man sich durchsetzen kann und klar macht, dass man gleich behandelt werden möchte wie die männlichen Berufskollegen.»

Neuer Internetauftritt

Für die Käserei Wünnewil hat Daniela Weber schon ein paar Ideen. So will sie neu auch Mutschli anbieten; die ersten Laibe sind bereits am Reifen. Zudem will sie den Internetauftritt mit einer neuen Homepage und Social-Media-Konten professionalisieren. «Marketing war mein Lieblingsfach in der Schule, und ich freue mich, dass ich das jetzt anwenden kann», sagt sie und lacht. Am meisten freut sie sich aber, wenn der erste von ihr produzierte Le Gruyère AOP reif ist. Dafür muss sie sich noch rund vier Monate gedulden.

Zahlen und Fakten

86 Tonnen Gruyère AOP pro Jahr

Die Käserei Wünnewil verarbeitet pro Jahr 980 000 Kilogramm Milch von sieben Milchbauern in der Umgebung. Daraus werden unter anderem 86 370 Kilogramm Le Gruyère AOP im Jahr produziert. Die Käserei besteht seit 1924, und seit rund 45 Jahren stellt sie Le Gruyère AOP her; davor produzierte sie Emmentaler. Ab 1. Juli wird Daniela Weber die Käserei führen, unterstützt von den Milchtechnologen Sergio Leuenberger und Anna-Andrea Willy sowie Veronika Herren, welche im Laden als Verkäuferin arbeitet.

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Homepage ab 1. Juli: www.kaeserei-wuennewil.ch

Pensionierung

Nach 23 Jahren hören Hostettlers auf

Kurt Hostettler, der bisherige Käser in Wünnewil, geht Ende Juni in Pension. Zusammen mit seiner Frau Rosmarie betrieb er die Käserei während 23 Jahren. «Während all dieser Jahre war die Zusammenarbeit mit der Genossenschaft sehr gut», sagt Daniel Perler, Präsident der Käsereigenossenschaft Wünnewil.

Lädeli eröffnet

Als die Hostettlers vor 23 Jahren den Betrieb übernahmen, wurde dieser gerade neu eingerichtet und umgebaut. Seither ist von der Infrastruktur her alles gleich geblieben. Sonst hat sich aber einiges verändert: So haben Hostettlers das Lädeli eingeführt. Rosmarie Hostettler hatte zuvor eine Coop-Filiale geleitet und brachte in diesem Bereich Erfahrung mit. «Zunächst wussten wir nicht, ob der Laden überhaupt läuft, und ich betrieb ihn ganz alleine», erzählt Rosmarie Hostettler. Mit der Zeit lief das Geschäft aber so gut, dass Rosmarie Hostettler zwei Aushilfen einstellte.

Die Käserei stellt hauptsächlich Le Gruyère AOP her, für den Laden aber auch Pastmilch, Joghurt, Butter, Wünnewiler Käse und je nach Saison spezielle Käsesorten. «Das Joghurt ist sehr beliebt. Am Anfang habe ich sechs oder sieben verschiedene Sorten gemacht, jetzt sind es 18», sagt Kurt Ho­stettler.

In den 23 Jahren haben die Hostettlers viele Leute aus dem Dorf kennengelernt. «Viele kamen schon als Kinder bei uns einkaufen. Dann gingen sie weg für die Ausbildung, und jetzt sind sie zurück, wohnen wieder im Dorf und kommen mit den eigenen Kindern zu uns einkaufen», sagt Rosmarie Hostettler.

Nicht mehr so viel Kraft

Er höre mit gemischten Gefühlen auf, sagt Kurt Hostettler. Es sei aber Zeit, denn er merke, dass er nicht mehr so viel Kraft habe wie früher. «Ich freue mich auch darauf, nicht mehr so zeitgebunden zu sein.» Rosmarie Hostettler stimmt ihm zu: «Ich freue mich, mehr Zeit für mich und meine Hobbys zu haben und mehr Ausflüge zu machen.»

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