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«Eltern sind vom Internet oft überfordert»

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Autor: Nicole JEgerlehner

FreiburgAls die Mutter auf Google die Internetadresse ihrer 13-jährigen Tochter eingab, stiess sie auf pornografische Internetseiten – und fand darauf auch ein Video ihrer Tochter. Bei einem Chat hatte diese die Webcam eingeschaltet und auf Drängen ihres Chatpartners hin eindeutig sexuelle Posen eingenommen. Dieser Film landete im Internet.

«Unser Ratschlag an Jugendliche, die Webcam nur mit Vorsicht zu benutzen, ist begründet», sagt dazu Michel Molliet, Chef der Brigade Sittlichkeitsdelikte und Misshandlungen der Freiburger Kantonspolizei. Zusammen mit der kantonalen Direktion für Erziehung, Kultur und Sport sowie der Freiburger Präventionsstelle für Kindsmissbrauch Grimabu hat die Polizei eine Broschüre erarbeitet, die sich direkt an Eltern wendet – und sie auf die Gefahren des Internets aufmerksam macht. Gestern stellten sie die Broschüre den Medien vor.

Eltern sind oftmals überfordert, wenn es ums Internet geht: Sie kennen sich nicht genügend aus, um kontrollieren zu können, welche Seiten ihr Kind besucht. Und ihnen ist nicht bewusst, welchen Gefahren es beim Surfen im Netz ausgesetzt ist.

«Auch wenn Eltern ihrem Kind vertrauen und wissen, dass es keine Seiten mit pornografischem oder gewalttätigem Inhalt sucht, bietet dies keine Sicherheit», sagt Françoise Morvant von Grimabu. «Selbst ohne eine solche Seite besuchen zu wollen, kann ein Kind damit konfrontiert werden.» Denn auch wer auf einer Suchmaschine harmlose Wörter eingebe, könne auf solche Seiten stossen. «Das Anschauen von pornografischen Bildern oder Gewaltszenen ist ungesund und kann Folgeschäden haben», sagt Morvant.

Ein Filter hilft weiter

Eltern sollen ihre Kinder vor solchen Internetseiten schützen, fordern Kantonspolizei, Erziehungsdirektion und Grimabu. Dabei könne ein Filter helfen, der Internetseiten mit pornografischem oder gewalttätigem Inhalt unzugänglich macht. «Das Installieren eines solchen Filters braucht aber ein gewisses Geschick», sagte Michel Molliet. Darum empfehle er, den Filter von Experten installieren zu lassen. Michel Bussard von der Direktion für Erziehung, Kultur und Sport wies darauf hin, dass ein Filter sehr nützlich sei – die Kontrolle der Eltern aber nicht überflüssig mache: «Ein Filter gewährt nie einen hundertprozentigen Schutz.»

Die Kantonspolizei wird am Comptoir in Bulle mit einem Stand präsent sein und die Broschüre verteilen. Nächstes Jahr wird die Polizei in mehreren Einkaufszentren Stände aufstellen und Eltern sensibilisieren; zudem organisiert sie Elternabende. Die Broschüre wird aber nicht via Schulen an alle Eltern abgegeben.

Auch Jugendliche werden sensibilisiert: Jean-Bernard Siggen, Präventionsbeauftragte der Jugendbrigade, besucht Schulklassen mit 12- bis 16-Jährigen und macht sie auf Gefahren des Internets aufmerksam. In den letzten zwei Jahren war er bei 800 Schülerinnen und Schülern.

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