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Energie aus Getreideabfällen

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Energie aus Getreideabfällen

Pionierleistung der Saatzuchtgenossenschaft Düdingen

Fristgerecht auf die diesjährige Getreideernte hin konnte die Saatzucht in Düdingen die neue Verbrennungsanlage für Getreideabfälle in Betrieb nehmen.

Von ANTON JUNGO

Die Saatzucht Düdingen übernimmt von den Saatgutproduzenten pro Jahr rund 10 000 Tonnen Getreide. Wie Bruno Schwaller, Präsident der Genossenschaft, gestern erklärte, fallen bei der Annahme und Reinigung rund zwei Prozent, das heisst 200 Tonnen Abfall an. Dieser besteht aus Staub, Strohteilen, Spelzen, Unkrautsamen und anderem Material, welches nicht als Saatgut oder als Brot- und Futtergetreide verwendet werden kann.

Andererseits braucht die Saatzucht gemäss Geschäftsführer Fritz Marschall zur Trocknung des angelieferten Getreides beträchtliche Mengen Heizöl – nämlich rund 40 000 l pro Jahr. Schon 1986 hat sie im Rahmen eines Pilotversuchs eine Abfallverbrennungsanlage eingerichtet. Teile der Anlage mussten jetzt ersetzt werden – und die Saatzucht ist immer noch die einzige Getreidezentrale in der Schweiz, die den anfallenden Abfall ähnlich sinnvoll entsorgt.

Strenge Luftreinhalte-Vorschriften werden eingehalten

Für die Installation des neuen Verbrennungsofens, der neuen Luftfilteranlage sowie diverser Anpassungen wurden in den letzten Monaten 580 000 Franken investiert. Verschiedene bestehende Installationen – wie die Staubabsauge-Anlage und das Energieverteilsystem – konnten weiterverwendet werden. Um die sehr strengen Grenzwerte der Luftreinhalteverordnung zu erfüllen, wurde eine Luftfilteranlage mit Gewebefilter eingebaut. Brennversuche haben gezeigt, dass jetzt die Feststoffgrenzwerte von 50mg/m3 deutlich unterschritten werden. Das im Verbrennungsofen erzeugte Heisswasser erwärmt über zwei Luft-Wärmeaustauscher die erforderliche Warmluft zur Trocknung des Getreides. In einem durchschnittlichen Jahr werden rund 350 000 kWh Wärme für die Trocknung benötigt. Dazu müssen 120 t Getreideabfall verbrannt werden, was einer Heizölmenge von 40 000 l entspricht.

Der Heizofen ist so eingerichtet, dass der in einem Zwischenlager gesammelte Abfall direkt verbrannt werden kann. Zur Trocknung des Getreides und des Körnermais werden rund 120 der anfallenden 200 t Abfall eingesetzt. Aus dem restlichen Abfall werden Presslinge hergestellt, die in Paloxen zwischengelagert werden. Die Verantwortlichen der Saatzucht überprüfen zurzeit Möglichkeiten, wie die überflüssige Energie eingesetzt werden könnte. Gedacht wird an die Beheizung der Büroräumlichkeiten. Wenn der technische Aufwand nicht zu gross wäre, könnten auch die Trocknungsanlagen im so genannten Bundessilo beliefert werden.

Ökologische Gründe
gaben Ausschlag

Wie Fritz Marschall erklärte, wurde als Alternative auch der Einbau einer Ölheizung geprüft, die nur rund die Hälfte gekostet hätte. Die jährlichen Kosten wären bei beiden Varianten ähnlich ausgefallen. Den tieferen Kapitalkosten bei der Heizölvariante stehen höhere Energiekosten und Deponiegebühren gegenüber.

Beim Entscheid gaben schliesslich die ökologischen Gründe den Ausschlag. So können mit dem Verbrennungsofen nicht nur die Getreideabfälle sinnvoll verwertet werden; durch die Einsparung nicht erneuerbarer Energie wird auch ein Beitrag zur Schonung der Umwelt geleistet. Zudem wird die Abhängigkeit von Fremdenergie verringert. Schliesslich entfällt der Transport und die Entsorgung von Abfällen in Deponien. Nur die anfallende Schlacke muss entsorgt werden. Die Saatzucht leistet mit ihrer Abfall-Verbrennungsanlage damit auch einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz.

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