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Entlassene Personalvertreter wollen Lohn

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Autor: Nicole Jegerlehner

Freiburg Anfang 2010 war das Personal von Radio Fribourg/Freiburg verunsichert: Es war die Rede von wirtschaftlichen Problemen, die zu Entlassungen führen könnten. Zudem wollte die Direktion die Strukturen umbauen – sie setzte statt auf das bisherige deutsch-französische Ko-Direktorium auf nur einen französischsprachigen Direktor. Das Personal wehrte sich – und ging im Februar mit einer Medienmitteilung an die Öffentlichkeit.

Drei Tage nach dem Versand der Mitteilung entliess Radio Freiburg zwei Mitarbeiter. Sie waren Mitglieder der vierköpfigen Personalkommission gewesen, welche die Umstrukturierung begleitete.

Ein Exempel statuiert

«Die Entlassungen waren missbräuchlich», sagte Anwalt Bruno Kaufmann gestern vor der Gewerbekammer des Saanebezirks. Die Direktion habe ein Exempel statuieren wollen, damit die anderen Mitarbeitenden sich künftig still verhielten. Er erinnerte daran, dass Mitglieder von Personalkommissionen stärker vor Kündigungen geschützt würden. «Meine Mandaten gehen aber davon aus, dass sie gerade weil sie in der Personalkommission waren, entlassen wurden.» Er verlangte eine Entschädigung in der Höhe von je drei Monatslöhnen.

Erschüttertes Vertrauen

Isabelle Brunner, Anwältin von Radio Freiburg, meinte: «Das Vertrauen war erschüttert.» Die beiden Mitarbeiter hätten die «leugnerische Medienmitteilung» verfasst. Diese hätte dazu führen können, dass das Radio in an sich schon schwierigen wirtschaftlichen Zeiten noch mehr Werbeeinnahmen verliere. «Das Radio musste sich von diesen Mitarbeitern trennen, es stand viel auf dem Spiel.» Die Entlassung sei daher nicht missbräuchlich, sondern unvermeidlich gewesen.

Kaufmann entgegnete, dass auch andere Mitarbeitende der Direktion gesagt hätten, sie hätten kein Vertrauen mehr in die Führung – gerade auch eine Frau aus der Personalkommission. Sie sei deswegen aber nicht entlassen worden, was beweise, dass die Direktion an den zwei Männern ein Exempel habe statuieren wollen.

Dies wies Brunner von sich. «Die beiden Frauen der Personalkommission haben sich teilweise von der Mitteilung distanziert.» Eigentlich müssten die beiden Mitarbeiter froh sein, dass sie damals nicht fristlos entlassen worden seien. «Sie haben dem Ruf des Unternehmens geschadet, das ist nicht tolerierbar.»

Richter Benoît Chassot wird das Urteil in den nächsten Tagen fällen.

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