Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Entlastungs- oder Umfahrungsstrasse?

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Entlastungs- oder Umfahrungsstrasse?

Zur Beruhigung des Verkehrs im Dorfzentrum von Düdingen sind zwei Hauptvarianten im Spiel

Der Bau der Umfahrungsstrasse von Düdingen steht auf dem kantonalen Strassenbauprogramm an dritter Stelle. Sie kommt nach der Umfahrung von Bulle und dem Bau der Poyabrücke. Frühester Bautermin ist 2013.

Von ANTON JUNGO

Die Umfahrungsstrasse wie im Übrigen auch die Quartierplanung Bachtelmatte – die nun durch die Hochwasserstudie weiter verzögert wird – sind «uralte» Diskussionsthemen in Düdingen. Für die diesjährige Jungbürgerfeier hat Frau Ammann Hildegard Hodel in den Protokollbüchern nachgeschlagen, was 1985 – im Geburtsjahr der nun Volljährigen – politisch aktuell gewesen ist. Traktandiert waren damals im Generalrat unter anderem die Umfahrungsstrasse und die Bachtelmatte, erklärte sie am Dienstagabend bei der Begrüssung zur Informationsveranstaltung.

Die Ursachen für die Verkehrsprobleme im Dorfzentrum von Düdingen haben sich seither nicht verändert. Jean-Bernard Tissot, Chef für die Projektierung und Realisierung von Strassen beim kantonalen Tiefbauamt, erwähnte drei Problemkreise: der Standort des Autobahnanschlusses, die Dorfdurchfahrt selbst sowie die Strassen, die zur Autobahn führen.

Verkehr nimmt ständig zu

Was sich in den vergangenen Jahren aber verändert hat, ist die Zunahme des Verkehrs. Im September 2001 wurde deshalb eine neue Erhebung gemacht, die zeigte, dass täglich 15 100 Fahrzeuge die Hauptstrasse bei der Gemeindeverwaltung passieren. 31 Prozent davon können dem Durchgangsverkehr (Fahrzeuge, die im Dorf nicht anhalten) zugeordnet werden; 59 Prozent dem Ziel- und Quellenverkehr (Fahrzeuge, die von auswärts ins Dorf fahren, um eine Besorgung zu erledigen) sowie 10 Prozent dem Binnenverkehr (Fahrzeuge, die im Dorfzentrum zirkulieren).

Das Büro, welches die Verkehrszählung durchgeführt hat, rechnete die Zahlen auf das Jahr 2015 hoch. Der Verkehr wird gesamthaft um 33 Prozent zunehmen. Es werden dann täglich 18 600 Fahrzeuge das Gemeindehaus passieren. Errechnet wurde aber auch, dass sich der Verkehr durch das Dorf auf 4500 Fahrzeuge täglich reduzieren würde, wenn eine Umfahrungs- bzw. Entlastungsstrasse bestehen würde. Dieser «Idealzustand» wird aber nur erreicht, wenn zusätzliche flankierende Massnahmen hinzukommen. Diese ihrerseits würden die freie Wegwahl stark einschränken.

Variantenstudien

Im Jahr 2000 beschlossen die Gemeinde und das damalige Strassen- und Brückendepartement die Grundlagen für eine nachhaltige Lösung der Verkehrsprobleme im Raum Düdingen zu erarbeiten. Dabei sollten die in den Jahren 1983 und 1989 erarbeiteten Varianten übernommen und weiter entwickelt werden. Um die Varianten umfassend beurteilen zu können, wurden sie einer Nutzwertanalyse (NWA) unterworfen. In eine NWA werden alle wichtigen Kriterien (verkehrstechnische, finanzielle, ökologische, ortsplanerische) einbezogen.

Beurteilt wurden gemäss Max Aebischer vom kantonalen Tiefbauamt vier Varianten: eine Entlastungsstrasse (blau auf der Karte) und eine Umfahrungsstrasse (rot auf der Karte) mit je einer Untervariante für den Autobahnanschluss. Alle vier Varianten führen auf identischen Trassees von Jetschwil über das Dreichrüzholz (Anschlussstrasse nach St. Wolfgang), durch den Zelgtunnel (690 m) unter der SBB-Linie durch nach Räckholterberg. Dort trennen sich die beiden Variantengruppen Entlastung und Umfahrung.
Die Entlastungsvariante (V1) führt über eine 220 m lange Brücke auf der Dorfseite der Autobahn über den Düdingerbach zur heutigen Autobahnausfahrt und anschliessend nach Birch und Luggiwil. Die Umfahrungsvariante (V2) quert bei Ottisberg die Autobahn über die bestehende Brücke, geht Richtung Osten, überquert den Düdingerbach auf einer 290 m langen Brücke und führt dann Richtung Birch und Luggiwil.
Wie Max Aebischer betonte, ist es zurzeit nicht möglich, zu entscheiden, welche Variante gebaut wird. Beide werden weiterverfolgt. Die Kosten für die 4,7 km lange V1 werden auf 69,2 Mio. und die 5,1 km lange V2 auf 74,5 Mio. Franken geschätzt. Er wies ausdrücklich darauf hin, dass die genaue Linienführung noch nicht festgelegt ist.
Für die Gemeinde Düdingen besteht der nächste Schritt darin, im Rahmen der Ortsplanungsrevision sicherzustellen, dass die Machbarkeit der beiden Varianten erhalten bleibt. Gemäss Gemeinderat Roman Grossrieder wird diese Revision im nächsten Jahr in Angriff genommen.

In der Diskussion wurde vor allem die Frage aufgeworfen, ob es nicht möglich wäre, die Umfahrung Düdingen dem Bau der Poya-Brücke vorzuziehen. Kantonsingenieur Claude Morzier wies darauf hin, dass dies ein politischer Entscheid sei und vom Staatsrat neu gefällt werden müsste.

Anwohner der zukünftigen Linienführung meldeten Bedenken an, ob ihre Lebensqualität nicht beeinträchtigt würde. Es wurde aber auch auf eine Umfahrungsvariante Kastels-Räsch hingewiesen, die aber einen – gemäss Claude Morzier aussichtslosen – neuen Autobahnanschluss vorsieht.

«Unglück» kam über Nacht

Eine Hochwasserstudie, die im Auftrag des Gemeinderates vom Büro Triform AG in Freiburg durchgeführt wurde, hat ergeben, dass es im Dorf Düdingen mehrere Standorte mit Überschwemmungsrisiko gibt (vgl. dazu den ausführlichen Bericht in den FN vom 23. Oktober).

Verursacht werden diese Risiken vor allem durch die zu klein dimensionierten Durchlässe für den Horiabach bei der Grube, für den eingedolten Heitiwilbach beim Areal der Baufirma Roggo und das Oberflächenwasser in der Bachtelmatte (Durchlass unter die Kantonalstrasse). Das Bauprojekt der Migros in der Bachtelmatte hat die Hochwasserstudie ausgelöst.
Wie Peter Lehmann, Projektleiter bei der Triform AG, ausführte, genügen die Durchlässe, wenn über Düdingen ein Gewitter niedergeht, wie es alle 50 Jahre einmal vorkommen kann. Für die Studie wurde ein 300-Jahre-Ereignis, wie dies in den Verordnungen des Bundes vorgesehen ist, durchgespielt. Bei einem solchen Ereignis würde sich das Wasser an den erwähnten Stellen auf über zwei Meter stauen. Aufgrund dieses Ergebnisses wurden sie der Gefahrenzone «rot» zugeteilt, was grundsätzlich ein Bauverbot bedeutet.
Olivier Overney, Chef der Sektion Gewässer beim Tiefbauamt, bestätigte auf eine Frage, dass mit entsprechenden Massnahmen, dass Gefahrenrisiko verringert werden könne. Gemäss Jean Grossrieder, Leiter des Bauamtes Düdingen, wird noch vor Weihnachten mit der Ausarbeitung eines Massnahmenkonzepts begonnen.

Der Architekt Karl Baechler zeigte sich erstaunt darüber, dass Düdingen praktisch über Nacht solchen Gefahren ausgesetzt sein solle. «Müsste man nicht ein wenig den gesunden Menschenverstand walten lassen?», fragt er und sprach dabei wohl vielen Düdingern aus dem Herzen. «Wer hätte je gedacht, dass die Berner Altstadt überschwemmt werden könnte, wie es 1999 geschah?», fragte Overney. ja

Mehr zum Thema