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Erst zwei Jahre alt und schon ausgezeichnet

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Erst zwei Jahre alt und schon ausgezeichnet

Die Murtner Stiftung «Hoffnung für Menschen in Not» erhält von der Migros 100 000 Franken

Bei Grossverteilern Lebensmittel abholen und diese an Bedürftige weitergeben: So funktioniert die Organisation «Schweizer-Tafeln». Mit der «Freiburger-Tafel» soll demnächst die sechste Region abgedeckt werden. Am Dienstag hat die Migros der Murtner Stiftung 100 000 Franken überreicht.

Von IRMGARD LEHMANN

Seit zwei Jahren ist in den Kantonen Bern, Zürich, Luzern, Basel und Aargau täglich ein Lieferwagen der besondere Art unterwegs. Ein Wagen, der mit «Schweizer-Tafeln» beschriftet ist und Teller samt Gabel und Messer zeigt. Freiwillige, Zivildienstler, Arbeitslose oder Rentner steuern ihn und fahren bei der Migros und der Coop vor. Hier laden sie Lebensmittel auf, bei denen das Verkaufs-, nicht jedoch das Verfalldatum abgelaufen ist. Abgegeben wird die Ware gleichentags gratis an soziale Einrichtungen, die sich um bedürftige Menschen kümmern (Wohngemeinschaften von Drogenabhängigen, Heime, Gassenküchen, Heilsarmee).

In Bern gestartet

Vor zwei Jahren wurde in Bern die erste Tafel eröffnet. Inzwischen sind es bereits deren fünf. Und demnächst soll mit der «Freiburger-Tafel» die sechste eröffnet werden. Insofern die erforderlichen 70 000 Franken zusammengebracht werden. So viel braucht es nämlich, damit die Verteilung funktioniert.

Zuständig für die finanzielle Grundlage ist der Verein «Tafel-Loge». Mit der Unternehmensberaterin Irène Fontana hat die «Freiburger- Tafel-Loge» eine Präsidentin gefunden. Ihr fällt die Aufgabe zu, Frauen zu finden, die der Loge beitreten wollen und bereit sind, jährlich 5000 Franken zu spenden. Warum nur Frauen? «Weil wir die Erfahrung gemacht haben, dass soziale Netzwerke mit Frauen sehr gut funktionieren», bemerkt die 41-jährige Präsidentin. Im Frühjahr soll in Freiburg
die «Freiburger-Tafelloge» zwecks Rekrutierung von Spenderinnen
der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Verteilen statt wegwerfen

Eine Brücke bauen zwischen Überfluss und Mangel, das ist die Idee des Projektes. Die Luzernerin Yvonne Kurzmeyer, die seit zehn Jahren am Murtensee wohnt, hat sie vor drei Jahren lanciert und zusammen mit Urs Grossenbacher die Stiftung «Hoffnung für Menschen in Not» gegründet. Ihr sind sowohl die «Schweizer-Tafeln» als auch die «Tafel-Logen» (Verein für die Geldbeschaffung) unterstellt.

Das Projekt ist auf ein grosses Echo gestossen. Vor Weihnachten wurde die Stiftung im «Kassensturz» vorgestellt, und die Migros ist aufmerksam geworden. So kamen die Initianten zum «grossen Geld». Der Migros Genossenschaftsbund überreichte der Stiftung am Dienstag anlässlich der Jubiläumssendung «30 Jahre Kassensturz» 100 000 Franken.
«Zwei Mal Weihnachten», meint Yvonne Kurzmeyer, Stiftungsratspräsident, und freut sich offensichtlich. Nun rückt sie ihrem Ziel etwas näher. In jeder grösseren Schweizer Stadt will sie eine Tafel-Loge ins Leben rufen und Lebensmittel verteilen. Als Nächstes sei die Westschweiz mit Lausanne und Genf an der Reihe.

150 000 Franken für jede Tafel

Damit das Ganze rund läuft, müssen jährlich pro Tafel 150 000 Franken an Spenden eingehen. (Für Freiburg 70 000, weil die Verteilung vom Hauptsitz Murten aus organisiert wird.)

Warum ein solcher Betrag, zumal die Lebensmittel gratis sind und Sponsoren wie etwa die Credit Suisse Lieferwagen zur Verfügung stellt? Kurzmeyer: «Jede Tafel wird von einer Mitarbeiterin geleitet, die einen vollen Lohn erhält.» Ausserdem hat Urs Grossenbacher als operativer Gesamtleiter einen Fulltimejob inne. Ihm fällt die Aufgabe zu, neue Regionen zu erschliessen, Sponsoren zu suchen und soziale Institutionen ausfindig zu machen. «Inzwischen werden in der Schweiz rund 170 Institutionen beliefert, die jede Woche für über 80 000 Bedürftige Mahlzeiten bereitstellen.»
Ein Kollege in Not gab den Anstoss

Vor rund vier Jahren begegneten Yvonne Kurzmeyer und Urs Grossenbacher einem gemeinsamen Kollegen, der in grosser Not war und durch jedes soziale Netz gefallen war. «Uns wurde bewusst, wie privilegiert wir waren», erzählt die 47-jährige Hausfrau und Mutter. «Mein Mann ist in leitender Stellung bei der Credit Suisse und uns fehlt es an nichts.»

Betroffen vom Schicksal des einen, entschlossen sich Yvonne Kurzmeyer und Urs Grossenbacher, etwas zu unternehmen. Kurzmeyer informierte sich über mögliche Projekte und stiess dabei auf die «Deutsche-Tafel». In Berlin schaute sie sich das Modell an, das sie vollends überzeugte. Die Stiftung «Hoffnung für Menschen in Not» wurde ins Leben gerufen und die «Schweizer-Tafeln» ins Rollen gebracht. Persönlich hat die Stiftungsratspräsidentin Yvonne Kurzmeyer bis anhin rund 600 000 Franken einfliessen lassen. il

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