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Erstmals Feuerbrand im Kanton

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Die gefürchtete Krankheit trat in der Gemeinde Überstorf auf

Die Gefahr droht von allen Seiten. Seit dem letzten Jahr hat die Bakterieninfektion vermehrt auch in der Westschweiz für Aufregung gesorgt. Es sind bereits Fälle aus den Kantonen Jura, Waadt sowie Genf bekannt. Die Situation in den Nachbarländern lässt darauf schliessen, dass der Erreger sich sowohl von Frankreich als auch von Italien und Deutschland her in die Schweiz ausbreitet. Der Feuerbrand ist also nicht nur ein kantonales Problem, sondern vielmehr eines von nationaler oder gar internationaler Bedeutung.

Infektion bereits im letzten Jahr

Der hochanfällige Cotoneaster Salicifolius aus Überstorf sei aber schon letztes Jahr vom Feuerbrand betroffen gewesen, wie Thomas Hasler, eidgenössischer Fachbereichsleiter für Pflanzenschutz, ausführt: «Die Krankheit ist jedoch erst jetzt als solche erkannt worden.» Das bedeutet also, dass sich das Bakterium unbemerkt bereits 1999 in den Kanton Freiburg eingeschlichen hat. Und, «wo ein Fall auftritt, können auch hundert weitere Pflanzen betroffen sein», so Hasler.

Weshalb aber wurde die Infektion nicht früher entdeckt? «Nicht jeder Besitzer gefährdeter Arten ist so weit informiert, dass er Verdacht schöpft. Für die Diagnose kommt beim Cotoneaster Salicifolius erschwerend hinzu, dass selten das ganze Wurzelwerk betroffen ist und daher nicht die ganze Pflanze abstirbt», führt der eidgenössische Fachbereichsleiter für Pflanzenschutz weiter aus.

Noch zu früh für eine Bilanz

«Wir können über die Zahl Neuinfektionen dieses Jahres noch keine Auskunft geben, da die ersten gefährdeten Arten erst in den nächsten Wochen blühen werden», wie Hubert Pauchard vom kantonalen Pflanzenschutzdienst erklärt. Gesamtschweizerisch sind im Jahr 2000 aber bereits sieben positive Proben in den Laboratorien eingegangen, allesamt betreffen jedoch Erkrankungen aus dem letzten Jahr. 1999 wurden 3200 Fälle verzeichnet, davon 1833 Neuinfektionen.

In Überstorf ist jetzt Handeln angesagt: «In den nächsten zehn Tagen werden wir die gesamte Gemeinde auf Feuerbrand hin prüfen und auch die bernische Nachbarschaft genauer unter die Lupe nehmen», gibt Pauchard bekannt.

Prävention nötig?

«Schon seit über vier Jahren führen wir regelmässig Kontrollen durch», so Pauchard. Letztes Jahr seien in Düdingen, Kerzers und Tafers genaue Analysen vorgenommen worden. Dabei habe sich gezeigt, dass anfällige Wirte in diesen Gemeinden viel seltener anzutreffen sind als in der Deutschschweiz. Tatsächlich ist die Zahl der gefährdeten Pflanzen gegenüber 1998 um 50 Prozent zurückgegangen, wie eine Studie des Landwirtschaftlichen Instituts Grangeneuve festhält. «Wichtig ist jetzt vor allem die Information. Wir müssen die Bevölkerung vermehrt sensibilisieren», meint Pauchard.

Seit dem Jahr 1998 besteht im Kanton Freiburg ein Verbot für das Anpflanzen gefährdeter Arten auf staatlichen öffentlichen Flächen. Am 17. November 1999 hat der SVP-Grossrat Michel Losey ausserdem eine Motion für ein kantonales Verbot eingereicht.

Motion gegen Feuerbrand angenommen

Der Grosse Rat hat diese gegen die Empfehlung des Staatsrates angenommen. Um jedoch eine Ausbreitung zu verhindern, müssten Massnahmen auf nationaler Ebene ergriffen werden. Der Kanton Freiburg ist mit dem Problem des Feuerbrandes bei weitem nicht alleine, scheint aber der einzige zu sein, der sich bei den Bundesbehörden für ein Verbot einsetzt: «Wir werden tun, was wir können», verspricht Hubert Pauchard.

Was tun?

Charakteristisch für den Feuerbrand ist die Schwärzung der Blätteradern und eine U-förmige Krümmung der Triebspitzen. Die befallenen Blätter, Blüten und jungen Früchte fallen jedoch nicht ab, sondern bleiben an den Bäumen hängen. Aber auch Rindenpartien können betroffen sein, die einreissen und sich rötlich oder braun verfärben.

Da zurzeit noch keine wirksamen Bekämpfungsmassnahmen zur Verfügung stehen, die Auswirkungen jedoch verheerend sein können, muss selbst bei blossem Verdacht Meldung erstattet werden. Die zuständigen Organe im Kanton Freiburg sind die Zentralstelle für Pflanzenschutz in Grangeneuve (026/305 58 71) und die Zentralstelle für Obstbau (026 305 58 66). Auf keinen Fall sollte man auf eigene Faust versuchen, betroffene Partien zu entfernen.

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