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«Es braucht eine Prise Abenteuerlust und eine grosse Portion Flexibilität»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Kilometerlang al-lein unterwegs, unterschiedliche Landschaften, Höhenmeter, ein paar freiwillige und ein paar unfreiwillige Umwege, viele Eindrücke und ein paar schöne Begegnungen: Wer den Blog von Marius Fux verfolgt hat, wurde auf eine abwechslungsreiche Reise mitgenommen. Der 64-Jährige ist am 23.  Juni von Bösingen aus zu einer lange geplanten Velotour gestartet. Im Interview, das er per E-Mail mit den FN geführt hat, erzählt er von seinen Abenteuern.

Marius Fux, wie ist es zur Reise gekommen?

Während Jahren habe ich in den Sommerferien zwei- bis dreiwöchige Radtouren gemacht. Zudem habe ich viele Reiseberichte von Tourenradlern gelesen. Diese Berichte haben mich immer fasziniert. So wollte ich nach meiner Pensionierung auch eine grössere Tour machen. Sie war also lange vor Corona geplant.

Warum haben Sie das Nordkap als Ziel gewählt?

Für mich war klar, dass das Ziel in zwei Monaten erreichbar sein musste. Mehr Zeit stand nicht zur Verfügung, da ich trotz Pensionierung noch Verpflichtungen habe. In vielen Reiseberichten, die ich gelesen hatte, war das Ziel das Nordkap. Es scheint für viele Tourenradler eine Art Eldorado zu sein.

Welche Gegend hat Ihnen unterwegs am besten gefallen?

Jede Gegend hatte ihren Reiz: die wunderschönen Wälder und Städtchen der deutschen Mittelgebirge, die Naturschutzgebiete Polens, die ausgedehnten Wälder Litauens, die interessanten Städte Riga in Lettland und Tallinn in Estland, dann Finnland mit den vielen Seen und Wäldern und die kargen Hügel und Inseln Norwegens mit ihren wilden Bächen und den Rentieren. Müsste ich mich für eine Gegend entscheiden, so wäre es Norwegen, weil es sehr abwechslungsreich ist. Bei den Städten wäre es Tallinn, das seinen mittelalterlichen Charakter behalten hat.

Sie haben gewusst, dass Sie Ihre Pläne je nach Verlauf der Pandemie und Vorschriften der Länder eventuell würden ändern müssen?

Die Planung der Reise war ursprünglich, über Deutschland, Dänemark, Schweden und Finnland ans Nordkap zu gelangen. Lange habe ich gedacht, dass ich die Reise wie geplant würde antreten können. Da aber Dänemark und Norwegen Schweizer und Deutsche nicht passieren liessen, war mir dieser Weg zum Zeitpunkt des Starts versperrt. Dann hörte ich, dass Finnland die Grenze zu Estland öffnet. Ich liess mir dann von der finnischen Botschaft versichern, dass ich als Schweizer über diesen Weg nach Finnland einreisen konnte. Trotzdem blieb eine gewisse Unsicherheit, vor allem als die Corona-Zahlen in der Schweiz wieder anstiegen. In Finnland wurde ich von einem Hotel als Schweizer abgelehnt, in Norwegen musste ich immer bestätigen, dass ich in den letzten 14 Tagen nicht in der Schweiz oder einem anderen Land gewesen war, das auf der roten Liste stand. Ja, ich wurde sogar von den norwegischen Behörden angerufen. Natürlich wäre es schade gewesen, wenn ich das Nordkap deswegen nicht erreicht hätte. Aber das eigentliche Ziel war nicht das Kap, sondern die Reise.

Ist es nicht recht einsam, so allein unterwegs zu sein?

Jein. Tagsüber auf der Strasse fühlt man sich häufig wohler allein. Man kann sein eigenes Tempo fahren und dort eine Pause machen, wo es einem gefällt. Zudem habe ich immer wieder andere Radler getroffen, mit denen ich ein kurzes Stück gefahren bin. Am Abend sieht es anders aus. Man isst allein und hat häufig keinen Gesprächspartner. Dann habe ich den Blog geschrieben und die Kommentare beantwortet.

 

Sie schreiben im Blog, dass Sie auf einer anderen Reise wegen eines Eichhörnchens gestürzt sind und sich verletzt haben. Fährt die Angst stets mit?

Nein, die Angst fährt nicht mit, obwohl ich schon etwas vorsichtiger bin, wenn ein Tier am Strassenrand steht. Denn auch ein kleines Eichhörnchen kann einen grossen Fux zu Fall bringen.

Was ist bis jetzt total anders, als Sie es erwartet beziehungsweise geplant hatten? 

Erwartet hatte ich mehr Wind- und Regentage. Ich hatte aber eher heisses bis sehr heisses Wetter. Darüber bin ich natürlich nicht unglücklich, obwohl der Wasserverbrauch teilweise schon sehr hoch war. Auch hatte ich geplant, die Aufnahmen, die ich mit meiner Gopro-Kamera machen würde, zu schneiden. Die Zeit hat dazu aber nicht gereicht. An den Ruhetagen wollte ich jeweils die Stadt besichtigen und nicht Filme schneiden.

Was hat Sie am meisten überrascht?

Da gibt es mehrere Dinge: Die Englischkenntnisse in den meisten Staaten waren sehr schlecht. In Polen kann kaum jemand Englisch, auch in den baltischen Staaten konnte man sich kaum auf Englisch unterhalten. In Finnland und Norwegen können die Jungen Englisch, die ältere Generation aber nicht. Ich hätte etwas mehr Reiseradler erwartet, vor allem in Norwegen. Ich denke, die spezielle Route und Corona haben dazu geführt, dass ich wenige getroffen habe. Persönlich bin ich überrascht, dass ich an manchen Tagen 150 Kilometer fahren konnte.

Wie genau haben Sie die Reise geplant? Wie abenteuerlustig, spontan und flexibel muss man sein für so eine Tour?

Ich hatte die Tour nur in groben Zügen geplant. Bei der ersten Version war ich ausführlicher. Ich habe die Route auch immer wieder angepasst. Eine Prise Abenteuerlust und eine grosse Portion Flexibilität braucht es für so eine Tour.

Was würden Sie aus heutiger Sicht anders angehen?

Vielleicht würde ich die eine oder andere Stadt – Lodge, Vilnius, Kaunas – in die Planung einbeziehen. Ich erlebte viel Natur, aber nach Deutschland nur wenige sehenswerte Städte. Ich würde auch einen besseren Fotoapparat und mein Navigationsgerät mitnehmen. Das habe ich alles mit dem Handy erledigt und auch noch den Blog damit geschrieben. Das war zum Teil mühsam.

Jetzt haben Sie das Nordkap gesehen: Entspricht es den Erwartungen?

Ehrlich gesagt, meine Erwartungen ans Nordkap waren nicht riesig. Bisher war das für mich einfach eine Touristenattraktion, und mir war die Reise und nicht das Ziel wichtig. Als ich dann aber über die Hochebene zum Kap radelte, begriff ich plötzlich die Mystik, die hinter diesem Ziel steckt. Ich war also eher positiv überrascht.

Wie sieht die Rückreise aus?

Ich werde mit den Hurtigruten nach Trondheim fahren und dann mit Zug und Bus über Oslo und Hamburg zurück in die Schweiz.

Blog zum Nachlesen: www.mariusfux.ch

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