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«Es braucht jedes Jahr eine Messe»

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Comptoir 2006: Die Organisatoren sprechen von einem Erfolg

Autor: Mit ADI MADER sprach JEAN-LUC BRÜLHART

Sie hatten wenig Zeit, das Comptoir auf die Beine zu stellen.

In der Tat. Gerne hätte ich mehr Einarbeitungszeit genossen. Ich war gerade im Amt, als die Organisatoren der Freiburger Messe bekanntgaben, sie würden auf die Ausgabe 2006 verzichten. Die Diskussion um die zu hohe Miete ist meines Erachtens sekundär. Es ist eine Messe des Gewerbes, und die Händler müssen entscheiden können, ob sie an der Messe teilnehmen oder nicht. Die 209 Aussteller zeigen, dass von Seiten des Gewerbes ein Bedürfnis da ist für den Ein-Jahres-Rhythmus.Die Messe ist ein Marketing-Instrument. Nirgends sonst können KMU in so kurzer Zeit mit so vielen Kunden in Kontakt kommen. Als das Forum Freiburg gebaut wurde, war man von einer alljährlichen Messe ausgegangen. Der Zwei-Jahres-Rhythmus steht im Widerspruch dazu. Mit dem Resultat bin ich sehr zufrieden.

Inwiefern hat sich das Konzept des Comptoirs von der Freiburger Messe unterschieden?

Die Gesellschaft ist in mehrfacher Hinsicht einem Wandel ausgesetzt. So zeigen zum Beispiel die Einkaufszentren, dass das Erlebnis an Bedeutung gewonnen hat. Wir wollten dem mit unserem soziokulturellen Rahmenprogramm Rechnung tragen. Neu war auch, dass die Betreibergesellschaft für die Organisation verantwortlich zeichnet. Es ist in meinen Augen ein Kapitalfehler, dass wir uns nur auf das Vermieten beschränkt, nicht aber selber Mehrwert geschaffen haben. Das Comptoir ist und bleibt aber eine Plattform für die KMU aus der Region.

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit den Gewerblern?

Während der Vorbereitung war es zugegebenermassen schwierig. Die Verunsicherung war gross, als bekannt wurde, dass die Freiburger Messe nicht stattfindet. Und dies, obwohl wir den Ball nahtlos übernommen haben und kein Informationsvakuum entstehen liessen. Ich bedaure, dass die Medien den Fokus zu sehr gelegt haben auf «Die Freiburger Messe findet nicht statt» als auf «Es gibt ein Comptoir». Es ist schliesslich zweitrangig, wer hinter der Organisation steckt.Aber während der Messe ist der Kontakt zu den Ausstellern gut. Wir sind laufend am Diskutieren.

Diskussionen gab es auch im Zusammenhang mit den Öffnungszeiten.

Für letzten Freitag und Samstag haben wir in Absprache mit den Ausstellern der Halle 1 die Öffnungszeiten kurzfristig verlängert. Dies, obwohl sich die Aussteller im Januar und zuletzt im August gegen eine Ausweitung ausgesprochen hatten. Dass wir so spontan reagieren konnten, sehe ich positiv. Eine Messeorganisation ist etwas Lebendiges, stetig im Wandel. Auch wir Organisatoren müssen uns an die Verlängerung anpassen.

Wie würden Sie das Freiburger Publikum beschreiben?

Der Freiburger ist nicht anders als der Neuenburger, Berner oder Kölner. Das heisst: Auch die Freiburger müssen sich zuerst an Neues gewöhnen. Ich habe in verschiedenen Sprach- und Kulturregionen gearbeitet und feststellen müssen, dass der Mensch überall ein Gewohnheitstier ist. Ich hatte nicht das Gefühl, auf ausgeprägten Konservativismus zu stossen. Veränderungen sind eine Herausforderung, und es braucht Adaptationszeit.

Und die Aussteller?

Es gibt Aussteller, die sehr zufrieden sind, und solche, die es weniger sind. Damit muss ich als Direktor leben können. Es ist aber nicht der Organisator alleine verantwortlich über Erfolg oder Misserfolg eines Ausstellers.

Man sagt, Ihr Auftreten wirke arrogant. Wie begegnen Sie dieser Kritik?

Die Frage ist, was man unter arrogant versteht. Ich selber bezeichne mich als direkten und ehrlichen Menschen. Ich bringe die Sachen gerne auf den Punkt. Auch ich mache jeden Tag Fehler. Aber aus diesen lernt man schliesslich.

Welche Bedeutung hat das Comptoir für die Region?

Wir müssen unbedingt verhindern, dass Freiburg zu einer Schlafstadt verkommt. Nicht zuletzt ist das soziokulturelle Angebot einer Region für den Standortentscheid einer Firma von Bedeutung. Diesbezüglich bin ich sehr froh, dass bald ein Gastspielhaus entsteht. Das Comptoir ist fester Bestandteil im Kalender und leistet einen soziokulturellen Beitrag an die Gesellschaft.

Sie haben zum ersten Mal das Comptoir organisiert. Was würden Sie ein nächstes Mal anders machen?

Das Comptoir besteht aus den drei Pfeilern Handel, Kultur und Soziales. Ich würde das Soziale noch mehr gewichten: politische Debatten oder soziale Institutionen, die ausstellen, sind eine Bereicherung. Wie die drei Pfeiler nebeneinander funktionieren, ist eine organisatorische und logistische Frage.

Nach einem Jahr als Direktor des Forums haben Sie im September Ihren Weggang bekanntgegeben. Wie geht es nun weiter?

Es ist noch zu früh, dazu etwas zu sagen.Das Freiburger Comptoir 2007 findet in der Zeit vom 28. September bis 7. Oktober 2007 statt.

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