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Es fehlt an erwachsenen Patrouilleuren

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Autor: Imelda Ruffieux

Seit vielen Jahren werden in Plaffeien am Vormittag und am Nachmittag zu Schulanfang und Schulende gewisse Fussgängerstreifen durch Patrouilleure überwacht. Das macht Sinn, denn die Strassen vor den Schulhäusern sind sehr verkehrsreich und entsprechend gefährlich. Wenn auch zeitweise mit Mühe, so konnten doch diese Einsätze in der Vergangenheit immer mit Freiwilligen besetzt werden. Vor einigen Wochen hat sich das geändert.

Dringender Appell

Auslöser war der Ausgang der Gemeinderatswahlen. Die bisherige Schulpräsidentin Madeleine Ulrich wurde nicht mehr gewählt. Weil sie in der Folge nicht nur ihr Amt, sondern – logischerweise – auch ihre Einsätze als Patrouilleurin abgab, entstand eine Lücke. Eine Lücke, welche die Schulleitung bisher nicht wieder füllen konnte.

«Wir suchen dringend Erwachsene – Eltern, Grosseltern, Nachbarn und so weiter, die an den Schultagen einen oder mehrere Einsätze als Patrouilleure übernehmen könnten», hatte die Schulleitung von Plaffeien, Oberschrot und Zumholz im Gemeindeinfoblatt Echo der Kaiseregg einen Aufruf an die Bevölkerung lanciert. «Ich habe keine einzige Reaktion auf diesen Aufruf bekommen», sagt Schulleiterin Margrit Baeriwyl. Deshalb mussten beim bisherigen Einsatz der Patrouilleure Abstriche gemacht werden. «Wir haben entschieden, dass alle Einsätze beim Restaurant Hirschen am Nachmittag bei Schulbeginn sowie beim Oberschrot-Schulhaus am Montag, Dienstag und Donnerstag vormittags nach der Schule ausfallen», erklärt sie. Weiterhin betreut bleibt der Fussgängerstreifen vor dem Primarschulhaus. «Da ist es noch gefährlicher.» Vor allem bei Schulbeginn am Mittag, wenn neben den Kindergartenkindern und den Primarschülern auch alle OS-Jugendlichen diesen Übergang benutzen.

Zu gefährlich

Vor der Einführung des Zweijahreskindergartens vor drei Jahren hatten OS- und Primarschüler die gleichen Schulzeiten. Mit dem Zweijahreskindergarten wurden an der Primarschule die Blockzeiten eingeführt. So sind bei OS-Schulschluss jeweils Orientierungsschüler als Patrouilleure im Einsatz, während bei den Primarschülern immer ein Erwachsener sowie ein Viert- beziehungsweise ein Sechstklässler den Dienst leisten. «Es ist zu gefährlich, wenn nur Primarschüler an der Strasse stehen. Das könnte man nicht verantworten», sagt Margrit Baeriswyl. «Wenn die Masse der Schüler am Strassenrand drängt und auf der anderen Seite viel Verkehr herrscht, entsteht eine gewisse Dynamik. Da muss man als Patrouilleur schon einiges aushalten können.»

Zehn wären ideal

Momentan sind sechs Erwachsene als Patrouilleure tätig. Es sind vor allem Eltern von Schülern, aber auch solche, deren Kinder bereits aus der Schule sind und die seit Jahren mithelfen, führt Margrit Baeriswyl aus. «Um alle Dienste durchführen zu können, bräuchte es mindestens acht bis zehn Personen. Einige Patrouilleure hätten sich bereit erklärt, zusätzliche Dienste zu übernehmen. «Madeleine Ulrich hat uns jeweils auch ausgeholfen, wenn Lücken entstanden sind.» Die ehemalige Gemeinderätin sei zuletzt viermal pro Woche im Einsatz gewesen.

Sicherheit geht alle an

Ein Einsatz dauert jeweils 20 Minuten. Obwohl der Dienst mit 20 Franken pro Stunde entlöhnt wird, sei es sehr schwierig, neue Leute zu finden. «Ich hoffe schon, dass sich noch jemand meldet. Aber wir kämpfen schon lange mit dem Problem», sagt Margrit Baeriswyl. Sie habe das Gefühl, die Leute erwarteten viel, seien aber immer weniger bereit, sich freiwillig zu engagieren.

In ähnlicher Weise äussert sich auch der neue Schulpräsident Daniel Bürdel. «Es ist schwierig, Eltern oder andere Erwachsene zu motivieren, sich für einen Einsatz an gewisse Zeiten zu binden», sagt er auf Anfrage. «Eigentlich müsste aber jeder ein Interesse daran haben, dass die Sicherheit der Schulkinder gewährleistet bleibt.»

Das Problem werde in der neuen Schulkommission für das neue Schuljahr auf jeden Fall weiter diskutiert. «Wir müssen Lösungen finden, um auch künftig die Sicherheit unserer Schulkinder zu gewährleisten», betont CVP-Gemeinderat Daniel Bürdel, der immer noch hofft, dass sich ein paar Eltern zum Handeln überreden lassen. «Interessierte können sich bei der Schulleitung melden.»

Vor dem Hirschen in Plaffeien kann der Patrouilleurdienst über die viel befahrene Strasse nicht mehr vier Mal am Tag gewährleistet werden.Bild Charles Ellena

Kanton Freiburg:2440 Patrouilleure sind im Einsatz

Im letzten Jahr standen an gefährlichen Strassenübergängen im Kanton Freiburg insgesamt 2440 Erwachsene und Schüler als Patrouilleure im Einsatz. Wie Hans Maradan, Sprecher der Kantonspolizei Freiburg, erklärt, sind darunter 495 Erwachsene und 1945 Kinder. «Der grösste Teil von ihnen macht diese Arbeit ehrenamtlich.» In einigen Gemeinden werden die Kinder mit einem Ausflug belohnt und die Erwachsenen entschädigt. Das Material wird gemäss Hans Maradan vom TCS zur Verfügung gestellt. «Die Dienste werden jedes Jahr überprüft.» Strassenkorrekturen, neue Kreisel, die Aufhebung eines Stopps bei einer Ausfahrt, die Einführung eines Schulbusses, und so weiter – all dies führe dazu, dass die Situation neu angeschaut werden muss.

Da es bei den Schülern und den Erwachsenen viele Wechsel gibt, werden die neuen Patrouilleure von der Abteilung Verkehrserziehung der Kantonspolizei geschult. Die Aufgabe sei zwar nicht schwer, aber verantwortungsvoll. «Es gibt Situationen, zum Beispiel bei einem Doppelkreisel, wo es nicht mehr möglich ist, dass Kinder den Dienst verrichten.» Für sie sei es nicht immer einfach, die Lage einzuschätzen, zum Beispiel, ob ein herannahender Lastwagen noch bremsen kann oder nicht. «Die wichtigste Regel ist, dass sich die Patrouilleure nicht einer Gefahr aussetzen», sagt Hans Maradan. Ihm sei kein Fall bekannt, wo es zu Schwierigkeiten kam, weil die Autorität des Patrouilleurs nicht anerkannt worden sei. «Es funktioniert im allgemeinen gut.» Der Sprecher der Kantonspolizei weist auch darauf hin, dass seines Wissens nicht nur in Plaffeien, sondern auch in anderen Gemeinden die Suche nach neuen Freiwilligen für den Patrouilleurdienst nicht einfach ist. im

«Es ist zu gefährlich, wenn nur Primarschüler an der Strasse stehen.»

Autor: Margrit Baeriswyl

Autor: Schulleiterin Plaffeien

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