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«Es ist das ehrlichste Theater überhaupt»

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Es kommt nicht von ungefähr, dass Yann-Elvis Bohr derart fasziniert davon ist, Leute auf der Strasse zu verzaubern. Sein Vater lebt seit Jahren als Strassenkünstler und ist mit seiner aus Plaffeien stammenden Mutter früher von Festival zu Festival gezogen. Ein wenig hat Yann Bohr diesen Wandervirus mitbekommen. Er ist in Island geboren und hat seinen zweiten Geburtstag in Australien gefeiert.

Schon als Kind aufgetreten

Erst als er ins Schulalter kam, wurde die Familie im Sensebezirk sesshaft. In den Sommerferien war Yann-Elvis Bohr mit seinem Vater dann weiterhin unterwegs, etwa am bekannten Glastonbury-Festival, einem mehrtägigen Anlass für Musik und darstellende Kunst in England. «Dort bin ich das erste Mal richtig aufgetreten», erinnert er sich, und zwar mit dem Diabolo, einem Jonglier-Spielgerät. Es sollte nicht der letzte Auftritt sein, im Alter von 13 bis 16 ist er jährlich an das Festival im Südwesten Englands gereist, mit immer mehr und besseren Tricks.

Von seinem Vater hat er den ersten Zaubertrick gelernt, den er im Gespräch auch gleich mehrfach vorführt: einen kleinen Gegenstand, etwa den Deckel einer Trinkflasche, in die eine Hand nehmen, mit der anderen darüberstreichen und ihn so verschwinden zu lassen, um ihn kurze Zeit später angeblich aus der Nase fallen zu lassen. Er habe seine Tricks früher erst im Familienkreis vorgeführt, dann in der Schule und schliesslich auf der Strasse.

Leute zum Zuschauen bringen

Es brauche Fingerfertigkeit und Koordinationsfähigkeit, «aber auch soziale Fähigkeiten», sagt er. Denn es sei nicht leicht, die Leute auf der Strasse zu erreichen. «Anders als etwa im Theater sind sie nicht extra wegen der Aufführung gekommen. Sie sind unterwegs, und du musst versuchen, sie zum Stehenbleiben zu bringen», erklärt er. Das gelinge nur, wenn man selbst überzeugend auftrete und an seine Fähigkeiten glaube. «Wenn die Leute deine Begeisterung spüren, sind die Chancen gross, dass du sie packen kannst.» Denn es sei das Los der Strassenkünstler: «Man spielt auf gut Glück. Die Leute schauen zu, ohne dass sie bezahlt haben. Wenn ihnen die Show nicht gefällt, sind sie weg, bevor der Hut herumgeht.» Es sei das ehrlichste Theater überhaupt, aber auch eines der schwierigsten.

Wichtig sei deshalb, mit den Leuten in einen Dialog zu kommen, sie zu überraschen. «Man muss einen simplen Trick auch gut verkaufen können, zum Beispiel mit Show­effekten.» Das übe er vor dem Spiegel, bis es sicher sitze. Was ihm besonders gefalle an der Strassenkunst, sei die zufällige Zusammensetzung des Publi­kums: «Es ist egal, ob ein Obdachloser oder ein Millionär zuschaut, für beide mache ich die gleiche Show.» Ihm gefalle es, auf diese Weise den Leuten etwas zu geben.

Der junge Mann zaubert, jongliert und spuckt Feuer – eine anspruchsvolle Disziplin, die er wegen der Gefährlichkeit der Substanz nicht so oft vorführt. Nicht überall sei das Publikum gleich, erzählt er. In einigen Ländern werde der Einsatz rascher und grosszügiger belohnt, in anderen, etwa in der Schweiz, stehe man der Strassenkunst kritischer und anspruchsvoller gegenüber. Klar sei er enttäuscht, wenn der Hut am Ende nicht gut gefüllt sei. «Damit muss man leben. Aber etwas gibt es eigentlich immer, ich bin noch nie mit nichts heim.»

Yann-Elvis Bohr, der derzeit eine Lehre als Fachmann Betreuung macht, lässt sich nicht gerne in ein Schema pressen. Mit seinen auffallend grünen Haarsträhnen tritt er selbstbewusst auf und hat eine eigene Homepage (www.yanntastic.com). Er ist erst 16 und hat viele Träume. Auf die Frage, ob er einmal von der Strassenkunst leben möchte, zögert er. Schön wäre es schon, aber er sei auch Realist und wisse, dass es schwierig sei. «Du musst schon sehr gut sein, um davon leben zu können.» Klar ist für ihn, dass er die Strassenkunst nie aufgeben wird. Er würde gerne mal eine grössere Show einstudieren, länger als die 10-Minuten-Auftritte, die er absolviert. «Mein Vater kann die Leute zwei Stunden bei Laune halten.» Ein Traum wäre, mal im weltbekannten Cirque du Soleil auftreten zu dürfen.

Deshalb ist es für ihn auch klar, dass er immer wieder etwas Neues versuchen wird. «So lange es halt braucht», antwortet er auf die Frage, wie viel Zeit er für das Einstudieren eines neuen Tricks braucht. Er könne sich in eine Sache verbeissen und merke dabei kaum, wie die Zeit vergehe, sagt er von sich selbst und nennt als Beispiel das Gitarrespielen, dass er sich vor wenigen Monaten selbst beigebracht hat. «Und jetzt schreibe ich bereits eigene Lieder.» Denn die Musik ist eine weitere Leidenschaft von Yann Bohr. Er ist gerade dabei, eine Band zusammenzustellen. «Wer weiss, vielleicht bin ich in zehn Jahren Musiker», sagt er mit einem Lachen. Oder Politiker. Er sei ein politisch interessierter Mensch und mache sich Gedanken über Klimawandel und Konsum. «Die Welt sollte etwas offener sein, die Leute weniger stur.»

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