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«Es ist erstaunlich, wie alles funktioniert»

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«Es ist erstaunlich, wie alles funktioniert»

Der Freiburger Jacques Emmenegger hat an der Biologie-Olympiade in Peking eine Bronzemedaille gewonnen

Für Biologie interessiert sich Jacques Emmenegger von klein auf. Seine Eltern, beide Ingenieur-Agronomen, hätten ihn wohl mit dem Virus infiziert, sagt er. Das Resultat: Vor einer Woche hat der junge Freiburger an der Biologie-Olympiade in Peking eine Bronzemedaille gewonnen.

Von CAROLE SCHNEUWLY

Wie er da am Samstagnachmittag im Garten seines Elternhauses in Neyruz sitzt und von seinen Erlebnissen an der internationalen Biologie-Olympiade (IBO) erzählt, wirkt Jacques Emmenegger zufrieden und entspannt, als hätte er gerade ein paar ruhige Wochen unter Palmen verbracht. Dem ist jedoch ganz und gar nicht so. Vielmehr hat der junge Mann äusserst intensive Monate hinter sich. Intensiv, aber auch erfolgreich: «2005 ist zwar erst zur Hälfte rum, aber bis jetzt ist es ein perfektes Jahr», so Emmenegger. «Ich habe einfach alles bestanden, was ich bestehen wollte.»

Und das ist nicht eben wenig: Angefangen hat sein Jahr mit der Fachprüfung für Tambouren, die die Rekrutenschule in der Militärmusik absolvieren wollen. Darauf folgte die nationale Ausscheidung für die Biologie-
Olympiade mit mehreren Qualifikationsrunden. Im Juni absolvierte er die Maturaprüfungen am Kollegium St. Michael – mit Note sechs im Schwerpunktfach Biologie und Chemie. Und nach der Matura war nicht etwa Ausruhen angesagt: Zwei Tage nach seinem 20. Geburtstag ging es los nach Peking, für eine Woche Biologie-Wettkämpfe mit Mittelschülerinnen und Mittelschülern aus 44 Ländern.

Shrimps sezieren und Käfer klassieren

Das Schweizer Team setzte sich nebst Jacques Emmenegger aus drei weiteren Jugendlichen sowie zwei Betreuern zusammen. Schon im Hotel habe man erste Kontakte zu Biologie-Interessierten aus anderen Ländern geknüpft, aus Singapur und Japan, aus Schweden und Deutschland. Nach der Eröffnungszeremonie an der Universität habe man am ersten Tag die Gelegenheit erhalten, die Laboratorien an der Uni zu besichtigen und die Geräte auszuprobieren, an denen man später arbeiten sollte.

An den folgenden Tagen standen dann eine Reihe praktischer und theoretischer Biologie-Tests auf dem Programm. Im Praxisteil ging es darum, Shrimps zu sezieren, Käfer zu klassieren, Pigmente in Farblösungen zu bestimmen sowie die Anzahl Chromosomen einer Zelle herauszufinden. Der theoretische Teil bestand aus zwei verschiedenen Multiple-Choice-Prüfungen. «Die erste ging noch, die zweite war sehr schwierig», so Jacques Emmenegger. Beruhigt habe ihn dann allerdings die Tatsache, dass auch die Teamleiter, die gleichzeitig als Jury-Mitglieder fungierten, nicht alle Antworten auf Anhieb gewusst hätten.

Nebst der Arbeit kam auch das Vergnügen nicht zu kurz. So erhielten die Jugendlichen die Gelegenheit, die Verbotene Stadt oder die Chinesische Mauer zu besichtigen. Speziell sei auch eine Disco «à la chinoise» gewesen, bei der man nach chinesischem Brauch zur Begrüssung so lange mit Wasser bespritzt worden sei, bis alle triefend nass gewesen seien. Oder eine Shoppingtour, bei der man ihnen an jeder Ecke «Do you want a Rolex» nachgerufen habe.

«Die Chinesen gewinnen immer»

Höhepunkt war schliesslich die Rangverkündigung am letzten Tag der Woche. Jacques Emmenegger: «Die Schweiz hatte bisher bei fünf Teilnahmen insgesamt zwei Bronzemedaillen gewonnen. Deshalb machten wir uns keine grossen Hoffnungen.» Als einer von einer ganzen Reihe Bronzemedaillengewinner sei er ziemlich früh aufgerufen worden. «Ich ging auf die Bühne, um meine Medaille abzuholen – und als ich zu den Plätzen meines Teams zurückkam, war noch ein weiterer Sitz leer.» Tatsächlich hatte mit dem Berner Jonas Helfer noch ein Schweizer eine Bronzemedaille gewonnen. «Wir waren beide sehr erstaunt», so Emmenegger.

Da etwa die Hälfte aller Teilnehmenden eine Medaille erhielt, bedeute das, dass man sich etwa in der Mitte des Feldes klassiert habe. Angesichts der unterschiedlichen Voraussetzungen in den verschiedenen Ländern sei das eine gute Leistung. «Die Asiaten, die Amerikaner und die Engländer bereiten sich sehr intensiv auf die Olympiade vor. Und die Chinesen gewinnen immer – auch dieses Mal.» Alle anderen machten einfach das Beste aus ihren Möglichkeiten: «Man gewöhnt sich daran, dass man einige Dinge weiss und andere nicht.»

Grossen Respekt vor der Leistung der vier Schweizer Kandidaten hat auch Daniel Wegmann, einer der Teamleiter und Präsident von IBO Suisse: «Sie haben ausserordentlich viel geleistet, umso mehr, als die Schweizer Mittelschulen im Vergleich mit jenen anderer Teilnehmerländer viel weniger weit reichende wissenschaftliche Vertiefungsfächer kennen.»

Rekrutenschule und Wettschulden

Für die IBO müsse man schon mehr über Biologie wissen, als man am Gymnasium lerne, sagt Jacques Emmenegger. Die Faszination an diesem Fach liege für ihn darin, dass es so kompliziert sei: «Der Mensch kann einige Vorgänge verstehen, aber er kann sie nicht reproduzieren. Es ist einfach erstaunlich, wie alles funktioniert.»

Noch am Tag seiner Rückkehr aus Peking musste Tambour Jacques Emmenegger in die Rekrutenschule einrücken, während der Rest seines Teams noch zwei Wochen durch China reist. Nach der RS wird er ein Agronomie-Studium in Zürich aufnehmen – vielleicht nicht von ungefähr, ist doch sein Vater Joseph Emmenegger Chef der Station für Tierproduktion und Pflanzenbau am Landwirtschaftlichen Institut in Grangeneuve.

Und irgendwann wird Jacques Emmenegger noch ein bisschen Zeit aufwenden müssen, um eine Wettschuld zu begleichen: «Mit einer Schweizer Teilnehmerin habe ich gewettet, dass ich mal in Luzern mit ihr tanzen gehe, wenn ich eine Medaille gewinne …»
Biologie-Olympiade

Die Internationale Biologie-Olympiade richtet sich an Mittelschüler, die sich über den Schulstoff hinaus für Biologie interessieren. Die erste IBO fand 1990 in der Tschechoslowakei statt. Die Schweiz war heuer zum sechsten Mal dabei und kann jeweils vier Teilnehmer stellen. Diese werden im Rahmen der Schweizer Biologie-Olympiade ermittelt, an der sich dieses Jahr über 303 Schülerinnen und Schüler beteiligten. 75 von ihnen qualifizierten sich für eine so genannte Vorbereitungswoche und noch 19 für zwei weitere Selektionstage. Weitere nationale und internationale Olympiaden finden in den Disziplinen Chemie, Informatik, Mathematik und Physik statt. cs

Weitere Informationen: www.ibosuisse.ch, www.kbinirsnb.be/ibo, www.ibo2005.org.cn, www.olympiads.ch.

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