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«Es ist wichtig, den Hunger zu spüren»

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Ernährungsberaterin Anna Jost sagt, woher das Loch im Bauch kommt und was man dagegen tun kann

Autor: Mit ANNA JOST sprach CAROLE SCHNEUWLY

Jede und jeder hat wohl gelegentlich ein «Loch im Bauch», eine plötzliche Hungerattacke. Ist das normal oder ein Anzeichen dafür, dass man sich falsch ernährt hat?

Ein «Loch im Bauch» spürt man, wenn man über längere Zeit zu wenig gegessen hat, zum Beispiel, wenn man das Frühstück ausgelassen hat. Wenn das Loch da ist, sollte man etwas zu sich nehmen, dabei aber darauf achten, dass man nicht zu schnell und nicht zu viel isst.

Besser wäre, es gar nicht erst zum Loch kommen zu lassen?

Man sollte auf jeden Fall nicht warten, bis man einen Riesenhunger hat. Andererseits ist es aber normal, dass man gelegentlich Hunger hat. Diesen Hunger zu spüren, ist auch wichtig. Das ist eine Fähigkeit, die heute viele Leute verloren haben. Sie essen, weil es Zeit zum Essen ist, aus Lust oder aus Frust, aber nicht aus Hunger.

Kann man dieses Gefühl für den Hunger wieder erlernen?

Ja, indem man mit dem Essen wartet, bis man Hunger bekommt, eben ein Loch im Bauch spürt. Dann sollte man etwas Kleines essen, wieder warten und darauf achten, was man spürt. Wenn man immer noch Hunger hat, kann man noch einmal ein paar Bissen zu sich nehmen und so weiter – bis man merkt, dass man genug hat. Auch dieses Sättigungsgefühl ist etwas, das immer mehr verloren geht.

Bei gesunder Ernährung geht es nicht nur um das Wann und das Wieviel, sondern vor allem auch um das Was. Welche Faustregeln gibt es da zu beachten?

Die Ernährungspyramide, wie sie in den letzten Jahren allgemein bekannt wurde, gibt gute Anhaltspunkte.* Dazu gehört, dass man ausreichend trinkt und dabei ungesüsste Getränke bevorzugt. Dann sollte man genug Früchte und Gemüse essen. In der Regel sage ich den Leuten, sie sollen die Menge an Früchten und Gemüse in ihrer Ernährung verdoppeln und dafür die Fettmenge halbieren. Damit ist schon viel gewonnen. Gut ist auch, Vollkorn- gegenüber Weissmehlprodukten zu bevorzugen und genügend Milchprodukte zu sich zu nehmen.

Grundsätze, die den meisten bekannt sein dürften . . .

Ja, was man sollte, wissen die meisten. Schwieriger wirds bei dem, was man nicht sollte. Da gibt es viel Halbwissen und viele Fehlinformationen. So glauben viele, sie könnten so viel Rotwein trinken, wie sie wollen, weil der ja gesund sei. Oder sie glauben der Werbung, die ihnen erzählt, Milchschnitten oder Nutella seien besonders gesunde Lebensmittel. Im Übrigen ist der Begriff «gesundes» Essen ohnehin nicht sehr glücklich gewählt – es gibt schliesslich auch keine «kranken» Lebensmittel. Besser wäre, etwa von ausgewogener Ernährung zu sprechen.

Dass sich die Menschen in der Flut von Ernährungsratgebern und Diätbüchern kaum noch zurechtfinden, ist wenig verwunderlich.

Das stimmt, ein Laie kann das gar nicht einordnen; ich habe ja manchmal selbst Mühe damit und frage mich, woher diese oder jene Theorie jetzt wieder kommt! Skeptisch sollte man immer dann sein, wenn irgendwelche Sachen versprochen werden, zum Beispiel ein garantierter Gewichtsverlust. Vorsicht ist auch bei Vorher-nachher-Bildern angebracht. Wenn man unsicher ist, sollte man jemanden um Rat fragen. Man kann sich zum Beispiel an die Schweizerische Vereinigung für Ernährung wenden, an den Milchproduzentenverband oder an die Hersteller von Lebensmitteln.

Essstörungen aller Art, Untergewicht und Übergewicht werden immer mehr zum Thema. Was sagen Sie dazu?

Es gibt tatsächlich immer mehr solcher Fälle. Vor allem bei den Untergewichtigen ist die Zunahme massiv, besonders bei den Jugendlichen. Vor 40 Jahren hat noch niemand über Essstörungen gesprochen. Ich persönlich habe den ersten Fall von Magersucht 1975 gesehen, und das war damals eine Sensation! Heute ist Abnehmen ein Dauerthema, in den Medien, in der Werbung, in der Modeindustrie. Das Schönheits- und Gesundheitsideal hat sich grundlegend geändert. Die Mütter der heutigen Jugendlichen sind mit dem Twiggy-Ideal gross geworden und haben das an ihre Töchter weitergegeben: Wenn die Mutter dauernd vom Abnehmen spricht, wird das zwangsläufig auch für die Tochter zum Thema. Daneben gibt es natürlich auch andere Gründe für Essstörungen, etwa familiäre oder psychische Probleme.

Gleichzeitig gibt es auch immer mehr Übergewichtige.

Das liegt zu einem grossen Teil an unserer Fast-Food-Kultur und daran, dass sämtliche Lebensmittel bei uns so einfach und günstig erhältlich sind. Dazu kommt, dass immer mehr aus Frust, aus Langeweile oder aus Einsamkeit gegessen wird und dass sich die Leute im Allgemeinen weniger bewegen.

Wo wird uns das alles noch hinführen?

Ich weiss es nicht! Sicher ist, dass es immer weniger Leute gibt, die sich in Sachen Ernährung einfach auf ihr Körpergefühl verlassen können. Um das wieder zu lernen, braucht es eine sinnvolle Ernährungserziehung, die schon im Kindergarten anfängt. Wenn Schule und Eltern gute Vorbilder sind, können Kinder ganz natürlich in eine gesunde Ernährung hineinwachsen.* Nähere Informationen zur Ernährungspyramide gibts zum Beispiel bei der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (www.sge-ssn.ch) oder bei den Schweizer Milchproduzenten (www.swissmilk.ch).

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