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«Es stehen Arbeitsplätze auf dem Spiel»

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«Viele Senslerinnen und Sensler regen sich über das Maskenobligatorium in den Läden auf», sagt Oberamtmann Manfred Raemy. «Statt die Maske beim Einkaufen trotzdem zu tragen, versuchen sie es zu vermeiden und zu umgehen, beispielsweise indem sie im Kanton Bern einkaufen gehen.» Gerade in Grenzgebieten sei es oft kaum ein Umweg, ein paar Kilometer ins Nachbardorf ennet der Sense weiterzufahren. Auch entscheiden sich einige Senslerinnen und Sensler, die in Bern arbeiten, gleich dort ihre Einkäufe zu erledigen und nicht wie sonst auf dem Heimweg im eigenen Bezirk.

Es sei nun einmal ein Nachteil des föderalistischen Systems in der Schweiz, dass der Kanton Bern andere Bestimmungen habe als der Kanton Freiburg, so Raemy. Während des Lockdown sei es beispielsweise im Kanton Bern verboten gewesen, das Auto zu waschen, während es in Freiburg erlaubt war. «Die interkantonale Absprache sollte besser koordiniert werden», kritisiert Michael Zurkinden, Präsident des Gewerbeverbands Sense. Der Kanton Freiburg habe dem Druck der übrigen Westschweizer Kantone nachgegeben, die von der Corona-Pandemie stärker betroffen waren als die Deutschschweiz. Auch wenn Raemy ein gewisses Verständnis dafür hat, dass man den Sinn der Maskenpflicht hinterfragt, hat er vor allem das Wohl des Sensler Gewerbes vor Augen. «Die lokalen Betriebe sind auf die Unterstützung der lokalen Kundschaft angewiesen», sagt der Oberamtmann.

Dies bekräftigt auch Michael Zurkinden. Er hat einige Rückmeldungen von den 850 Mitgliedern des Gewerbeverbands Sense erhalten. Etwa 90 Prozent von ihnen sind kleine bis mittlere Unternehmen mit einem bis acht Mitarbeitern. Sie hätten bereits in den ersten zwei Wochen seit Einführung der Maskenpflicht in den Läden erste Anzeichen einer Abflachung der Umsätze festgestellt. Das betreffe nicht nur die Lebensmittelläden, sondern auch andere kleine Betriebe in den Dörfern. «Wir wollen nicht dramatisieren, sondern sensibilisieren.»

Arbeitsplätze erhalten

Er richtet deshalb einen Appell an die Bevölkerung, die ungeliebte Maske in Kauf zu nehmen, um die hiesigen Detaillisten zu unterstützen. Sonst bestehe die Gefahr, dass mittel- bis langfristig Betriebe schliessen müssten, so Zurkinden. «Es stehen viele Arbeitsplätze auf dem Spiel», sagt der Oberamtmann. Er meine damit nicht die Grossverteiler, die die grössten regionalen Arbeitgeber im Detailhandel seien, sondern die Kleinunternehmen. Man habe dem Sensebezirk in der Vergangenheit ab und zu vorgeworfen, zu wenig Arbeitsplätze zu bieten. «Dann müssen wir zumindest alles dafür tun, die bestehenden zu erhalten.»

Er ruft die Bevölkerung deshalb auch dazu auf, die Plattform Kariyon zu benützen. Dort können die Kundinnen und Kunden Gutscheine von Geschäften und Dienstleistungsanbietern kaufen. Sie bekommen darauf einen Rabatt von 20  Prozent, für den der Kanton aufkommt.

Weitere Belastung

Der Detailhandel habe ohnehin schon gegen die Konkurrenz des Online-Handels und mit den damit verbundenen Umsatzrückständen zu kämpfen, so Michael Zurkinden. «Solche Effekte, die durch die Bequemlichkeit der Leute verursacht werden, stellen eine zusätzliche Belastung für sie dar», so der Gewerbeverbandspräsident. Durch die Krise sei der Digitalisierungsprozess beschleunigt worden, sagt Manfred Raemy.

Damit umgehen lernen

Der Oberamtmann nimmt angesichts der steigenden Fallzahlen im Kanton Freiburg nicht an, dass die Maskenpflicht bald wieder aufgehoben wird. «Ein Viertel aller Ansteckungen in der Schweiz sind aktuell im Kanton Freiburg registriert», hält er fest. «Das Virus wird uns noch lange beschäftigen, wir müssen damit umgehen lernen.»

«Wir wollen nicht dramatisieren, sondern sensibilisieren.»

Michael Zurkinden

Präsident Gewerbeverband Sense

Murten

«Das Persönliche findet gar nicht statt»

«Ich verliere täglich zwei oder drei Kunden wegen der Maske», sagt Janine Nieder­hauser, Inhaberin des Blumenkellers in Murten und Präsidentin von Shopping Murten Morat. «Es ist eine Katastrophe, dass die Maskenpflicht kantonal geregelt ist.» Die Beratung gestalte sich äusserst schwierig, «und das Persönliche findet gar nicht statt». Das gelte zum Beispiel auch für kleine Sportgeschäfte, wo der Kundenkontakt ebenfalls sehr wichtig sei. «Vielen Kunden ist nicht klar, dass es nicht unser Entscheid ist, sondern jener des Kantons.» Für sie sei die Vorschrift ein Eingriff in die Persönlichkeitsrechte.

emu

 

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