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Fahrplan wird durcheinandergewirbelt

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Eine kleine Änderung einer Bus- oder Zugfahrzeit kann im Fahrplan eine ganze Reihe von weiteren Auswirkungen haben. So hat das Aufheben einer Haltestelle um zwei oder drei Minuten eine frühere Ankunftszeit zur Folge, was wiederum den Anschluss an eine Hauptlinie ermöglicht und so neue Verkehrsströme bringt. «Jede Änderung hat einen Kaskadeneffekt», sagte Grégoire Cantin, Vorsteher des Amts für Mobilität, an der gestrigen Medienkonferenz zur Vernehmlassung des nächsten Fahrplans.

«Es ist der bedeutendeste Ausbau seit 2005», sagte Staatsrat Jean-François Steiert. Seit dem Start der S-Bahn Freiburg im Jahr 2010 fand der Ausbau des Bahn- und Busangebots etappenweise und mit Schwerpunkten in einzelnen Regionen statt. 2015 war es der Broyebezirk, 2016 der See- und Saanebezirk, 2017 der Saane und obere Sensebezirk, und nächstes Jahr wird es sowohl den Norden als auch den Süden des Kantons betreffen.

Neuenburg rückt näher

Ab dem 10. Dezember 2017 wird der Halbstundentakt auf der Bahnlinie Freiburg–Murten–Ins Realität. Und jeder zweite Zug fährt auch nach Neuenburg weiter. Bis jetzt galt auf dieser Linie der Stundentakt mit einzelnen Ergänzungszügen für die Schüler. Auch verkehrt der letzte Zug zwischen Freiburg und Murten unter der Woche später. «Ziel bleibt der durchgehende Halbstundentakt bis Neuenburg», sagte Cantin. «Die bestehenden Infrastrukturen erlauben dies aber noch nicht. Dazu braucht es mehr Perrons in Ins.»

Ebenfalls wird der Halbstundentakt auf der Waadtländer S-Bahn zwischen Lausanne und Payerne eingeführt. Dies hat auch auf den Seebezirk Auswirkungen: Jede Stunde wird nämlich ein Zug weiter über Murten bis nach Kerzers führen. Im Süden des Kantons hält zudem der InterRegio Genf–Luzern neu wieder in Romont und Palézieux (siehe Kasten). Durch diese Angebotserweiterungen müssen im Fahrplan die Linien Freiburg–Yverdon und Bulle–Châtel-St-Denis–Palézieux um je eine Viertelstunde verschoben werden. In Siviriez und Estavannens fallen Haltestellen weg, die durch Busanschlüsse ersetzt werden.

Plus 600 000 Kilometer

Parallel zum Zugfahrplan erfährt auch das Busangebot einen grossen Ausbau. Gemäss Cantin leisten die Regionalbusse ab 2018 eine zusätzliche jährliche Fahrleistung von über 600 000 Kilometern. Am meisten profitieren der Glane- und Vivisbachbezirk davon, und mit den Anschlüssen an die Bahnhöfe Palézieux und Romont verbessern sich auch die Verbindungen nach Freiburg und Lausanne. Doch auch die deutschsprachigen Bezirke erhalten punktuelle Verbesserungen. So wird im Seebezirk die Buslinie Lugnorre–Sugiez zu Hauptverkehrszeiten bis nach Kerzers verlängert. Ab Düdingen gibt es am Abend zusätzliche Kurse nach Laupen und nach Kerzers sowie auf der Linie Flamatt–Albligen.

Fragezeichen zu Düdingen

Noch kein Thema ist der Halt Düdingen für die Züge Freiburg–Bern. Gemäss Jean-François Steiert fanden dazu viele Gespräche statt, vielleicht klappe es für den Fahrplan 2020. «Es hängt aber davon ab, was mit der Zugverbindung Bulle–Bern passiert», sagte Steiert (siehe Kasten). Er gab auch einen weiteren Einblick in die Entwicklung des Angebots über 2018 hinaus. So ist geplant, bald ein Nachtbusangebot an Wochenenden für den ganzen Kanton einzuführen. Die Bahnhöfe Châtel-St-Denis und Bulle werden modernisiert, was unter anderem den Halbstundentakt zwischen Bulle und Palézieux sowie zwischen Bulle und Greyerz erlaubt. Auch ist der Viertelstundentakt für die Agglomeration Freiburg in Planung.

Steiert sagte, es gehe bei der Entwicklung nicht darum, die verschiedenen Verkehrsmodi gegeneinander auszuspielen. Aber das ÖV-Angebot ziele immer auch darauf ab, das Verkehrsaufkommen auf der Stras­se zu reduzieren.

Der Fahrplanentwurf ist bis 18. Juni in Vernehmlassung: www.fahrplanentwurf.ch.

Fahrplan

Direktverbindung Bulle–Bern unter Druck

Die Zugverbindung zwischen Bulle und Freiburg und zum Teil auch nach Bern bildete den Grundstein der S-Bahn Freiburg, und sie war von Anfang an eine Erfolgsgeschichte. Nun gerät die direkte Verbindung in die Bundeshauptstadt unter Druck. Mit der Wiedereinführung der Halte Palézieux und Romont für die InterRegio-Züge Genf–Luzern haben die Bewohner des südlichen Kantonsteils mehr Möglichkeiten, nach Bern zu gelangen. Der bisher stündliche RegioExpress an sieben Tagen die Woche ist nicht mehr nötig, um die Konzession zu erfüllen. Der Fahrplanentwurf sieht nur noch sieben Direktzüge von Montag bis Freitag zu Hauptverkehrszeiten vor. So würde das Angebot gesamthaft kostenneutral bleiben.

Der Kanton Freiburg macht sich im Rahmen der Vernehmlassung aber stark für eine Beibehaltung der systematischen und täglichen Direktverbindung, erklärte Jean-François Steiert gestern an der Medienkonferenz. Die Option mit Umsteigen in Freiburg komme nicht in Frage. Gemäss Steiert dürfe man sich bei solchen Planungen nicht nur auf Momentaufnahmen stützen, sondern müsse in diesem Fall auch berücksichtigen, dass der Süden des Kantons eine der am stärksten wachsenden Regionen des Landes sei. Steiert erklärte aber auch, dass der Erhalt der Direktverbindung eine politische und somit finanzielle Frage sei. Will Freiburg das Angebot beibehalten, muss der Kanton bezahlen. Steiert sagte: «Die Kosten müssen noch verhandelt werden.»

uh

 

«Es geht nicht darum, die verschiedenen Verkehrsmodi gegeneinander auszuspielen.»

Jean-François Steiert

Staatsrat

 

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