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«Festival du Lied»: Auftakt gelungen

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Hubert Reidy

FreiburgWir erleben eine Sängerin mit ausserordentlicher Präsenz und Ausstrahlung, mit einer den unterschiedlichen Kompositionen angepassten Körpersprache, einer farbenreichen, ungemein wandlungsfähigen Stimme, einer vorbildlichen Diktion, und wir folgen einem Pianisten, der mit einem grossen dynamischen Ausdrucksspektrum, beeindruckender Artikulation, mit klarem Anschlag, wohldosiertem Pedal feinfühlig mitgestaltet.

Haydn, Mozart

Im Zentrum des ersten, «klassischen» Konzertteils steht die Kantate «Arianna a Naxos» von Josef Haydn, eine zwanzigminütige mitreissende Komposition, die gleichsam als grosse dramatische Szene in zwei Rezitativen mit anschliessenden Arien die sich allmählich wandelnde Gefühlswelt Ariannas musikalisch nachvollzieht. Marie-Claude Chappuis und Cédric Pescia verstehen es, die gewaltige Emotionalität der Szene mit ihrem (Körper-)Spiel und ihrem Gesang expressiv zu durchleben. Betörend, wie etwa im zweiten Rezitativ die stete Steigerung von der unsicheren Fragehaltung zur Bitterkeit, zur Verzweiflung, schliesslich zur unbändigen Wut Ariannas von den beiden Interpreten miterlebt und mitgestaltet wird und wie der Übergang zur resignierenden zweiten Arie eine vibrierende Spannung und Leere auslöst. «Barocke» Affektensprache in exemplarischer «Manier»!

Französische Klangwelt

Der zweite Teil führt in den Zauber französischer Liedtradition, in die sinnliche, meist natürlichausgewogene Klangwelt Gabriel Faurés und in eine oft theatralisch-parodistische, fast surrealistische, schalkhafte Szenerie Francis Poulencs. Sängerin und Pianist sind hervorragende Interpreten dieser farbigen, harmonisch reichen Musik. Natürlichkeit, Schlichtheit des Gestaltens bezaubern in Liedern wie «Clair de Lune», «Prison» (Fauré) oder in «Priez pour paix» (Poulenc) – ein Moment höchster Eindringlichkeit!

Und der Humor, der Schalk, das Possenhafte, Karikierende in Liedern wie «Avant le Cinéma», Fêtes galantes» oder «Nous voulons une petite soeur» (Poulenc) werden von Marie-Claude Chappuis virtuos theatralisch, mit komödiantischer Gestik, plastischer Diktion, mit betörenden stimmlichen Mitteln und doch mit einer bewussten Distanz zum allzu Vordergründigen ausgelotet, während Cédric Pescia mit seinem transparenten, immer klaren Klavierklang, seinem vielfältigen Anschlagsspektrum, seiner unauffälligen Virtuosität, seiner Anpassungsfähigkeit mit der Sängerin ausgezeichnet koordiniert. – Ein beeindruckender Liederabend!

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