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Finanzierung der Käserei Jaun steht

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«Ohne diesen sehr grosszügigen Betrag wäre das Projekt gescheitert. Wir sind sehr erleichtert», sagt Hanspeter Bellorini. Er ist Vorstandsmitglied der Käsereigenossenschaft Jaun und berät diese in einem schwierigen Dossier. Die Jauner Milchproduzenten stehen vor einem der grössten Vorhaben in ihrer Geschichte: Sie wollen eine neue Käserei bauen und die Liegenschaften vom alten Käser kaufen – insgesamt geht es um Investitionen im Umfang von sechs Millionen-Franken (die FN berichteten).

Am Montagabend haben die Genossenschafter erfahren, dass ein wichtiger Pfeiler in der Finanzierung ihres Geschäfts steht. Der Verein Patenschaft für Berggemeinden hat der Genossenschaft einen ausserordentlichen Betrag von 400 000 Franken zugesagt (siehe Kasten). «Das ist ein substanzieller Betrag, mehr als grosszügig. Das ist kolossal», ist sich Hans­peter Bellorini bewusst.

Gemeindebeitrag noch unklar

Noch fehlt der Genossenschaft eine Bestätigung: Auch die Sitzgemeinde Jaun hat mündlich zugesagt, einen A-Fonds-perdu-Betrag zu sprechen. Die Höhe steht noch nicht fest, der Gemeinderat hat den Entscheid der Patenschaft abgewartet. «Der Gemeinderat diskutiert nächste Woche über das Thema», sagt Ammann Jean-Claude Schuwey auf Anfrage. Wann der Entscheid falle, steht noch nicht fest. Klar ist, dass es eine ausserordentliche Gemeindeversammlung braucht, um das finanzielle Engagement abzusegnen. Ebenso hat die Gemeinde Saanen auf der anderen Seite der Kantonsgrenze einen Zustupf zugesagt – unter der Voraussetzung, dass sich Jaun beteiligt.

Weil die Zeit drängt, hat die Käsereigenossenschaft voll auf Risiko gesetzt: Der Vorstand hat das Projekt so weitergeplant, als ob die Finanzierung bereits stehen würde. «Es ist uns nichts anderes übrig geblieben.» Der Zeitfaktor ist deshalb so wichtig, damit die Sortenorganisation des Gruyère den Jaunern weiterhin das Kontingent für die Produktion gewährt und ihnen die 30 Rappen pro Liter Milch mehr bezahlt als sie für Industriemilch erhalten würden. Derzeit wird die Jauner Milch in Charmey verarbeitet. Die Sortenorganisation hat der Genossenschaft die Übergangsfrist bis Anfang 2018 gewährt. Dann aber muss der Gruyère AOP wieder in Jaun hergestellt werden, sonst zahlt die Sortenorganisation die 30 zusätzlichen Rappen pro Liter Milch, die es für Gruy­ère-AOP-Qualität gibt, nicht mehr.

«Wir stehen kurz vor der Erteilung der Baubewilligung», erklärt Hanspeter Bellorini den Stand der Dinge. Ausstehend sei jetzt noch der Entscheid des Amtes für Landwirtschaft für Subventionen beim Kauf der Liegenschaft. «Auch das ist ein zentraler Punkt für uns. Denn wir können die neue Käserei nicht auf fremdem Land ­bauen.» Die Genossenschaft habe zwar auch hier bereits vorgespurt, doch das kantonale Amt müsse sich beim Bundesamt für Landwirtschaft rückversichern. Hans­peter Bellorini ist aber zuversichtlich: «Jetzt kann praktisch nichts mehr passieren.» Wenn alles gut läuft, kann im Juni mit dem Bauen begonnen werden.

Die Genossenschaft hat am Dienstagabend auch den Vertrag mit dem neuen Käser unterzeichnet. Jean-Jacques Clément aus Bulle wird ab nächstem Jahr in der neuen Käserei Gruyère AOP herstellen. Derzeit arbeitet der 46-Jährige in der Käserei Moudon als Lohnkäser. Seine Frau Jacqueline wird den Laden führen.

Zahlen und Fakten

Zehn Millionen Franken für Kanton Freiburg

Der Vorstand der Schweizer Patenschaft für Berggemeinden hat an seiner letzten Sitzung Beiträge von rund 2,6 Millionen Franken für 43 Projekte in zehn Kantonen beschlossen. An das Projekt Käsereigenossenschaft Jaun und Umgebung leistet die Schweizer Patenschaft für Berggemeinden einen Beitrag von 400 000 Franken. «Für das Einkommen der Bergbauern in Jaun und Abländschen ist eine Käseproduktion in Jaun unumgänglich. Kann die Käserei nicht gebaut werden, sind Einkommensverluste die Folge, die für einige Betriebe existenzgefährdend werden könnten», begründet der Verein den Entscheid. Die 1940 gegründete Patenschaft hat zum Ziel, das Gefälle zwischen wohlhabenden und wirtschaftlich benachteiligten Regionen unseres Landes abzubauen und durch projektbezogene Hilfe an finanzschwache Gemeinden, Genossenschaften, Korporationen mitzuhelfen, dass die Bergregionen bewohnbar, bewirtschaftet und gepflegt bleiben. Allein im Kanton Freiburg hat die Schweizer Patenschaft für Berggemeinden dank der Unterstützung ihrer Gönnerinnen und Gönner in den letzten zehn Jahren Projekte von Gemeinwesen mit rund 9,4 Millionen Franken unterstützt, wie der Verein mitteilt.

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