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Fischzucht-Debakel wird untersucht

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«Ja, es wird eine Administrativuntersuchung zur Fischzuchtanlage Estavayer-le-Lac geben», bestätigte Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektor Jean-François Steiert (SP) gestern Informationen der FN. Seine Direktion habe diesen Schritt in Absprache mit der Direktorin der Institutionen und der Land- und Forstwirtschaft, Marie Garnier (Grüne), beschlossen. Auch der Gesamtstaatsrat sei in Kenntnis gesetzt worden. Ausschlag für diese Entscheidung gab gemäss Steiert eine technische Expertise, die nach den massiven Funktionsstörungen in der Erbrütungsanlage in Auftrag gegeben worden war (siehe auch Kasten).

Die Ergebnisse des Gutachtens will der Staatsrat vorläufig aber unter Verschluss halten. «Angesichts der anstehenden Administrativuntersuchung müssen wir nun zuerst klären, ob eine Veröffentlichung rechtlich haltbar wäre», begründete Steiert das Vorgehen. So viel könne er aber sagen: «Die Expertise allein erlaubt keine konkreten Schuldzuweisungen.» Ob also die Direktion von Marie Garnier als Auftraggeberin oder die Baudirektion von Jean-François Steiert als Auftragnehmerin der neuen Fischzucht für 2,4 Millionen Franken verantwortlich ist für das Debakel, oder auch externe Partner, könne nach dem jetzigen Stand der Dinge nicht gesagt werden. «Die Administrativuntersuchung durch ein externes Büro soll Aufschluss darüber geben, warum das Gebäude das Ziel nicht erfüllt. Es gibt falsche Aufträge, die richtig oder falsch ausgeführt werden, und es gibt richtige Aufträge, die falsch ausgeführt werden», bemerkte Steiert.

Was das Bauamt angehe, sei seine Direktion bereits daran, die Prozesse, welche teilweise noch aus dem 20. Jahrhundert stammten, zu überdenken. «Es geht um eine interne Professionalisierung, aber auch um die Verbesserung der Beziehungen zwischen den Ämtern.» Das sei insbesondere auch deshalb notwendig, weil sich der Kanton für die Eignerstrategie entschieden habe, also dafür, Immobilien vermehrt zu besitzen und nicht zu mieten. Investitionen bedeuteten aber auch ein anderes Management, so Steiert. «Konkret muss die Baudirektion früher in ein Projekt eingebunden werden.»

Bei der Fischzuchtanlage in Estavayer-le-Lac herrscht derweil Flaute. Ohne Sanierung kann sie nicht wieder in Betrieb genommen werden. Gemäss Steiert soll mithilfe weiterer Expertisen abgeklärt werden, wie hoch die Investitionen für die notwendigen Anpassungen ausfallen werden. Lösungsvorschläge für ein besseres Funktionieren werden auch von der Administrativuntersuchung erwartet.

Bis dahin kommt eine Ersatzlösung zum Zug, wie Fischereiverwalter Jean-Daniel Wicky auf Anfrage sagte. Die Berufsfischer des Neuenburgersees reduzieren den Laichfischfang, und die Fischzuchtanlagen in Colombier  NE und in St-Sulpice  VD übernehmen die Ausbrütung der Felchen. Für den Hecht habe man einen privaten Fischzüchter in Laupen gefunden, so Wicky.

Zahlen und Fakten

Die Anlage funktionierte von Anfang an nicht

Am 26. Oktober 2016 wurde die kantonale Fischzuchtanlage am Ufer des Neuenburgersees in Estavayer-le-Lac offiziell eingeweiht. Das Projekt war vom Amt für Wald, Wild und Fischerei und dem Hochbauamt realisiert worden. In der 2,4  Millionen Franken teuren Zucht sollten hauptsächlich junge Felchen, Hechte, Forellen und Seesaiblinge aus ihren Eiern schlüpfen; die Brütlinge sollten vor allem im Neuenburger- und im Murtensee ausgesetzt werden. Doch bereits die erste Brutsaison war ein Fiasko. Von 630 Litern Eier der Balche starben 480 Liter ab. Anstatt 35 Millionen Brütlinge konnten nur 5,7 Millionen gezüchtet und ausgesetzt werden. Von den Bondellen sollten 88 Liter Fischeier ausgebrütet werden. Weil die neue Fischzucht aber versagte, mussten diese Eier in einer Rettungsaktion in die alte, bereits stillgelegte Anlage gebracht werden. Der Hechtverlust war ebenfalls gross: Von fünf Litern Eier überlebte nur gerade ein halber Liter. Zudem gingen von 5000 Forelleneiern 4000 ein. Dreckiges Wasser in den Zuchtbecken und Probleme bei der Temperaturregulierung galten damals unter anderem als Ursachen für den Brutverlust, der je nach Fischart zwischen 40 und 85 Prozent betrug.

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«Es gibt falsche Aufträge, die richtig oder falsch ausgeführt werden, und es gibt richtige Aufträge, die falsch ausgeführt werden.»

Jean-François Steiert

Baudirektor

Agroscope

Gründe für Bauverzögerung in Grangeneuve

2018 sollte Agroscope Liebefeld mit seinen 170 Mitarbeitenden nach Posieux ziehen. Doch die Bauarbeiten für den Büro- und Laborneubau haben noch nicht begonnen. Kürzlich verlangten die beiden CVP-Grossräte Dominique Zamofing (Posieux) und Pierre Décrind (Romont) darum vom Staatsrat eine Erklärung für die Verzögerung (siehe FN vom 23. November). Nun hat Staatsrat Jean-François Steiert (SP) gegenüber den FN Stellung genommen. Er bestätigte zum einen die Information von Radio Freiburg, wonach das Projekt deshalb kompliziert sei, weil drei Parteien involviert seien: der Bund als Auftraggeber, Agroscope als künftiger Mieter und der Kanton, der das Projekt realisiere. Und es habe auch deshalb Verzögerungen gegeben, weil es beim Amt des Kantonsarchitekten Wechsel gegeben habe und die Stelle über mehrere Monate unbesetzt gewesen sei.

Seilziehen mit dem Bund

Auf Nachhaken der FN offenbarte Steiert aber, wo der Hund wirklich begraben liegt. «Der Bund will mehr Sicherheiten, was den Kostenrahmen angeht.» Da Agroscope das Kompetenzzentrum des Bundes für landwirtschaftliche Forschung ist, kommt dieser nämlich für die Funktions- und einen Teil der Investitionskosten des Neubaus in Posieux auf. Konkret gehe es darum, die technischen Schnittstellen auszuloten, ergänzte Kantonsarchitekt Gian Carlo Chiové. «Den Grundausbau finanziert der Kanton, den Mieterausbau der Bund. Darum muss geklärt werden, was unter die jeweiligen Bereiche fällt.» Ein Seilziehen also zwischen Bund und Kanton? «Gewissermassen schon. Der Bund sieht zwar die Notwenigkeit für den Neubau, steht zeitlich aber nicht so unter Druck. Die Einigungsverhandlungen brauchen darum viel Zeit», erklärte Steiert. Ist der Kanton, der an den neuen Arbeitsplätzen ein vitales Interesse hat, am kürzeren Hebel? Und was, wenn der Bund nicht bereit ist, den ihm zugedachten Teil zu übernehmen? Kommt es dann womöglich zu einer Überschreitung des Baukredits von knapp 66 Millionen Franken, den der Grosse Rat gewährt hatte? «Nein, noch bin ich überzeugt, dass wir die Kosten einhalten werden», sagte Steiert.

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