Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Freiburger Maler und Gipser wehren sich

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Freiburger Maler und Gipser wehren sich

Ungleiche Bedingungen in Deutschschweiz und Romandie

Die Delegierten des Schweizerischen Maler- und Gipserunternehmerverbands (SMGV) haben den bereits unterzeichneten Gesamtarbeitsvertrag mit Rentenalter 62 für die Deutschschweiz und den Jura abgelehnt. Dies hat Konsequenzen für die Romandie und den Kanton Freiburg.

Von FRANK STETTLER

Für die Gewerkschaft Bau und Industrie (GBI) ist das Nein der SMGV-Delegierten ein offener Angriff auf die geregelten Arbeitsbedingungen in der Maler- und Gipserbranche. Nach zähen Verhandlungsrunden und einem Streiktag am vergangenen 26. April in der Deutschschweiz, dem Jura und dem Tessin, war die Verhandlungsdelegation des SMGV bereit, der Frühpensionierung sowie einer generellen Lohnerhöhung von 62 Franken zuzustimmen.

Die GBI-Berufskonferenz der Maler und Gipser hatte ebenfalls ihr Okay gegeben. Doch vor einer Woche haben die Arbeitgeber aus der Deutschschweiz an ihrer Versammlung den Gesamtarbeitsvertrag (Gav) klar mit 50 zu 21 Stimmen verworfen.

Unfaire Konkurrenz

Dieses Nein hat Einfluss auf die Romandie, den Kanton Basel-Stadt und insbesondere auf den Kanton Freiburg (inklusive deutschsprachiger Teil). Denn dort herrschen dank einem geregelten Gav geordnete Verhältnisse. Zudem wird ab Sommer die Frühpensionierung eingeführt. Die Freiburger Sektion der GBI richtet nun einen Appell an die Bauherren und Behörden des Kantons.

«Die unterschiedlichen Arbeitsbedingungen in den Landesteilen sorgen für unnötige Konkurrenz. Viele Berner Betriebe nehmen im Kanton Freiburg Aufträge an, die sie natürlich zu günstigeren Konditionen erfüllen können. Wir rufen Bauherren und Behörden dazu auf, Offerten aus der bernischen Nachbarschaft abzulehnen, weil sie die Regeln der Romandie nicht akzeptieren», hält Armand Jaquier, Sekretär der Sektion Freiburg, fest.

Erneuter Streik

Zurzeit seien etwa 15 Berner Betriebe auf Baustellen im Kanton Freiburg aktiv, führt Armand Jaquier weiter aus. Diese Betriebe sind dazu aufgerufen, am 27. und 28. Mai zusammen mit den Gipsern und Malern aus der Deutschschweiz und dem Jura zu streiken und sich am 5. Juni zu einer Demonstration in Bern zusammenzufinden.

Mit dieser Aufforderung verfolgt die Freiburger GBI-Sektion laut Jaquier zwei Ziele: «Einerseits wollen wir so zur Klärung der Situation beitragen. Andererseits soll mit dem Streik die Kostenkonkurrenz in den beiden Landesteilen bekämpft werden.»

«Rückenschuss»

Roland Sidler, Sekretär der Sektion Bern, sieht im Streit um den Gav sowie die Frühpensionierung ein grundsätzliches, politisches Problem: «In Zürich und im Aargau etwa versucht eine erstarkte SVP alles, um die Frühpensionierung zu verhindern. So ist etwa der Zürcher Nationalrat Bortoluzzi im Schreinerverband aktiv. Das Hauptargument gegen Rentenalter 62 ist, dass in der EU die Tendenz in Richtung Erhöhung des Rentenalters gehe. Eine Senkung in der Schweiz sei deshalb nicht logisch. Wenn die Gipser und Maler den Gav annehmen, hat Bortoluzzi Angst, dass zum Beispiel die Schreiner nachziehen wollen.»

Für Sidler ist deshalb klar, dass Firmen aus vertragslosen Gebieten den westschweizerischen Unternehmen keine Aufträge zu günstigeren Konditionen wegschnappen dürfen. «Gleichzeitig fordere ich die Frei-burger Behörden auf, keine Arbei-ten an bernische Betriebe zu delegieren. Dies wäre ein Rückenschuss gegen die Frühpensionierung und die Freiburger Maler- und Gipserbetriebe.»

Mehr zum Thema