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Freiburger Milchbauern dürfen hoffen

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In seinem ersten Jahresbericht stellte Gabriel Yerly, Präsident des Freiburgischen Milchverbandes (FMV), gestern Freitag fest, dass die Milchproduktion ab dem zweiten Quartal 2016 weltweit gesunken sei. «In der Schweiz wirkte sich der Produktionsrückgang von 1,5 Prozent nicht nennenswert auf unseren Milchpreis aus. Viele Landwirte werfen daher das Handtuch und ziehen es vor, den finanziellen Aderlass zu stoppen», sagte er eingangs der Versammlung zu den rund 110 Delegierten in Neyruz.

Ausländische Konkurrenz

Für den Preiszerfall machte Yerly auch die ausländischen Milchprodukte verantwortlich, die einen Rückgang beim Konsum reiner Schweizer Produkte auslösten. Diese Tatsache wurde ebenfalls vom neuen Direktor des FMV, André Brodard, untermauert. Wie er sagte, ist der Anteil am Verkauf von ausländischem Käse in der Schweiz seit 2007 von 23 auf 31 Prozent gestiegen. Yerly fragte sich, ob es der Kampf der Grossverteiler um bessere Margen sei, der zu diesem Ungleichgewicht geführt habe. «Irreführende Werbespots zeigen glückliche Landwirte in einem fiktiven Heidiland. Doch dies ist nicht die Realität», betonte Yerly. Es wäre aber an der Zeit, Landwirte zu haben, die zufrieden sind, weil ihnen ein Preis gezahlt werde, der es ihnen erlaubt, angemessen von ihrer Milchproduktion zu leben, hielt er weiter fest. «Wir brauchen die Grossverteiler, um unsere Produkte abzusetzen, aber sie brauchen auch uns», sagte Yerly. Was zählt, sei daher nicht, was ein Liter Milch koste, sondern was er wert sei.

Gabriel Yerly wies weiter auf Studien der Grossverteiler hin, die belegen, dass der Schweizer Konsument bereit wäre, mehr für Schweizer Qualitätsprodukte zu bezahlen. «Sind aber dieselben Grossverteiler bereit, mehr zu bezahlen und den Preisunterschied dem Produzenten zu überlassen, ohne ihre bereits komfortablen Margen noch weiter zu verbessern?», fragte er sich.

Ein Fairtrade-Label?

Eine Antwort auf diese Frage hatte Grossratspräsident Bruno Boschung auf Lager. Er stellte in seiner Grussbotschaft fest, dass das Thema Milch sehr komplex sei. Er wisse, dass der tiefe Milchpreis viele Milchbauern in eine sehr schwierige Lage versetze. Dieser Tatsache bewusst sei sich aber auch der Grosse Rat, der den Bundesrat mit einem Vorstoss auf die Lage aufmerksam gemacht habe. Er nahm dabei die Idee auf, die innerhalb des Landwirtschaftsklubs des Grossen Rates geboren worden ist. «Wieso nicht einen Fairtrade-Label für Schweizer Landwirtschaftsprodukte schaffen?», fragte er sich. Wohlwissend, dass solche Labels eher für Produkte von Drittweltländern angewendet werden. Er gab sich aber überzeugt, dass die Schweizer Konsumenten bereit seien, einen höheren Preis für echte Schweizer Produkte zu bezahlen. «Wir sind sehr stolz auf unsere Milchproduktion. Sie ist ein wichtiger Pfeiler unserer Wirtschaft. Ihr könnt auf die Unterstützung der Freiburger Politik zählen», machte er den Freiburger Milchproduzenten Hoffnung.

Berechtigte Hoffnung

Hoffnung strahlte aber auch Präsident Yerly aus. Er gratulierte dabei den Milchbauern, die sich an die Weisungen des Verbandes halten, die Milchproduktion einzuschränken. «Doch wir sind mit unseren Anstrengungen noch nicht am Ende, auch wenn für die Produktion des Greyerzer Käses eine Einschränkung von zwei Prozent angekündigt worden ist. Wir verlassen uns alle auf ein professionelles Marketing der Sortenorganisation Gru­yère, damit dieses Produkt noch besser verkauft wird», sagte er und wies darauf hin, dass die Aussichten für den Vacherin fribourgeois AOP erfreulich seien. Dabei wünschte er dem neuen Präsidenten Urs Schwaller und dem neuen Direktor Romain Castella vielen Erfolg.

Hoffnung verbreitete auch FMV-Direktor André Brodard, der in seinem Jahresbericht von Tendenzen sprach, die Zuversicht verleihen. Und Hanspeter Kern, Präsident des Schweizerischen Milchverbandes, versprach eine Erhöhung des Milchpreises im zweiten Semester dieses Jahres.

Yerly wandte sich auch an die Vertreter der Käsereigenossenschaften, die andere Sorten als Gruyère AOP oder Vacherein fribourgois AOP herstellen, also ein Konkurrenzprodukt. «Es ist wichtig, dass eine Spezialität nicht zu Schleuderpreisen verkauft wird. Man sieht Käse, der zu fünf Franken das Kilo verkauft wird. Und das ist der Anfang vom Ende für unseren AOP-Käse.»

Grangeneuve

Ein Institut will beraten

Dem Direktor des Landwirtschaftlichen Instituts Grangeneuve, Pascal Toffel, war es ein Anliegen, dieses Institut nicht nur als Bildungsstätte für Landwirte zu präsentieren, sondern auch als Beratungsstelle für alle. Nur gut 40 Prozent der Bildungswilligen liessen sich als Landwirte ausbilden, fast 60 Prozent jedoch in anverwandten Berufen. Er wähnte sich glücklich, dass der Grosse Rat einen Kredit von 12 Millionen Franken für einen neuen Milchhof und für eine Technologie-Halle gesprochen hat. Für ihn ist es wichtig, dass sich Grangeneuve zu einem Kompetenzzentrum für Rohmilch entwickelt. So soll Grangeneuve der Welt beweisen, dass die Verarbeitung von Rohmilch – im Gegensatz zur pasteurisierten Milch – Zukunft hat und dass damit gesunde Produkte hergestellt werden können.

az

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