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Freiburger Netz für psychisch Kranke

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Ambulante Pflege soll mehr Gewicht erhalten und rasch Hilfe bringen

Autor: Von ARTHUR ZURKINDEN

«Nicht die Institution, sondern der Patient soll künftig im Mittelpunkt stehen», betonte Gesundheitsdirektorin Ruth Lüthi, als sie am Mittwoch im Grossen Rat das neue Gesetz vorstellte, das in der Folge einstimmig angenommen wurde. Sie gab so zu verstehen, dass bei einer psychischen Erkrankung nicht einfach die Einlieferung in ein psychiatrisches Spital im Vordergrund steht. Die Zahl der Hospitalisierungen soll dank dem Netz auch zurückgehen.

Bürgernahe Pflege

Die Pflege soll bürgernah erfolgen. Das Netz soll vor allem dazu dienen, dass die Behandlung und Begleitung eines Patienten, ob ambulant, halbstationär oder stätionär, unter der gleichen Leitung stehen. Wie das Freiburger Spitalnetz wird auch dieses Netz von einem Verwaltungsrat und einer Direktion mit Generaldirektor und medizinischen Direktoren geführt.«Das Netz steht und fällt mit den Zwischenstrukturen», betonte CSP-Sprecherin Marie-Thérèse Weber-Gobet. Sie wollte deshalb wie CVP-Sprecherin Yvonne Stempfel u. a. wissen, wie es um die Behandlung der deutschsprachigen Patienten stehe.

Kein Spital für Deutschfreiburg

Kommissionssprecher Michel Buchmann hielt dabei fest, dass in Deutschfreiburg die kritische Masse nicht erreicht werde, die den Bau eines psychiatrischen Spitals rechtfertigen würde. Die parlamentarische Kommission hat jedoch das Gesetz ergänzt. So hat das Netz angesichts der Zweisprachigkeit im Kanton dafür zu sorgen, dass alle französisch- und deutschsprachigen Patientinnen und Patienten während der Behandlung in ihrer Muttersprache betreut werden. Laut Michel Buchmann bedeutet dies aber nicht, dass zu jeder Zeit eine zweisprachige Pflegeperson zur Verfügung stehen müsse.

Eine Tagesklinik in Merlach

Ruth Lüthi rief in Erinnerung, dass im Spital Merlach gemäss Spitalplanung eine Tagesklinik für psychisch Kranke vorgesehen sei. Die Umsetzung soll rasch erfolgen, vorerst müsse aber der Kanton nach dem Rekurs von Santésuisse gemäss Bundesrat eine neue Spitalliste und eine neue Bedürfnisabklärung bis August 2007 erstellen. Erst nach der Genehmigung dieser Liste könne ein Umbau des Spitals vorgenommen und eine Tagesklinik eingerichtet werden. Nach Worten von Ruth Lüthi wird aber Deutschfreiburg bei der Verwirklichung des Netzes erste Priorität erhalten.Geplant ist weiter ein Aufnahme- und Krisenzentrum im Kantonsspital. Für dieses Zentrum ist laut Ruth Lüthi im Budget 2007 jedoch noch nichts vorgesehen.

5000 Patienten pro Jahr

Marie-Thérèse Weber gab zu bedenken, dass heute immer mehr Leute von einer psychischen Krankheit betroffen werden. Nach ihren Worten werden im Kanton Freiburg jährlich 5000 Personen behandelt. Gemäss SP-Sprecherin Anne-Claude Demierre muss jeder zweite Mensch im Leben einmal behandelt werden. Sie setzte sich deshalb für vermehrte Prävention ein, vor allem auch in den Schulen. Die Ursachen für die Zunahme der psychisch Kranken wurden insbesondere in den heutigen Anforderungen der Berufswelt gesucht. Ruth Lüthi war sich bewusst, dass auch das familiäre Umfeld und die Schule eine Rolle spielen. Für sie ist es aber wichtig, dass Probleme frühzeitig erkannt werden und Teams in die Familien und Schulen geschickt werden können, bevor eine grosse Krise ausbricht.Christiane Feldmann (FDP, Murten) gab zu bedenken, dass Jugendliche, welche sich Gedanken machen über ihre Zukunft, oder 55-jährige Frauen, die Mühe mit dem Altern bekunden, nicht unbedingt psychisch krank seien und ihre Krise nicht sogleich mit einem Antidepressivum unterdrücken müssen.

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