Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Freiwilligkeit und Selbstverantwortung

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Podiumsdiskussion des VCS Sense zum Thema Tempo 30

Wer im Verlaufe des Monats Mai durch den Wünnewiler Pfrundweg gegangen oder eben gefahren ist, dem sind, so er denn nicht zu schnell unterwegs war, mit Sicherheit die Plakate mit dem Geschwindigkeitsbegrenzungsschild in Herzform mit einer grossen Ziffer 30 in der Mitte aufgefallen. Die Plakate sind Teil einer gesamtschweizerischen Sensibilisierungsaktion für mehr Sicherheit und Lebensqualität, die der VCS derzeit in der ganzen Schweiz unter dem Motto «Besser leben, sicher Tempo 30» durchführt. Wie der Name schon sagt,.geht es bei der Aktion darum, die Idee von Tempo 30 innerorts in der Bevölkerung bekannt zu machen und in ausgewählten Strassen auch gleich während einer befristeten Zeitspanne auszuprobieren, auf freiwilliger Basis natürlich.

Im Rahmen des gleichen Projekts fand am Dienstag in Wünnewil auch eine Podiumsdiskussion zum Thema statt. Es diskutierten unter der Leitung von Felix Schneuwly vom VCS Sense: Werner Jeger, Bundesamt für Strassen, Gilbert Baeriswyl, Verkehrsinstruktor der Kantonspolizei Freiburg, Daniel Brunner, Syndic von Wünnewil-Flamatt, und Ruedi
Raemy, Projektleiter beim VCS Schweiz.

Schon ein verletztes
Kind ist eines zu viel

Zum Einstieg präsentierte Werner Jeger, selber wohnhaft in Wünnewil, die Sichtweise des Bundes zum Thema Tempo 30 innerorts. Dabei hielt er zunächst fest, dass man von Seiten des Bundes grundsätzlich sämtliche derzeitigen Geschwindigkeitsbegrenzungen beibehalten wolle, mit Ausnahme eben der aktuellen Innerorts-Regelungen. Eine Senkung auf Tempo 30 sei hier durchaus im Sinne des Bundes, wenn auch nur unter bestimmten Bedingungen. So sollten Hauptstrassen von der Senkung ausgenommen bleiben und alle anderen Strassen nur dann berücksichtigt werden, wenn garantiert sei, dass sich auch eine Mehrheit der Autofahrer an die niedrigere Geschwindigkeit halte. Um dies zu erreichen, genüge es indessen nicht, einfach nur Signale aufzustellen, sondern es müssten gezielt zusätzliche flankierende Massnahmen gestalterischer und baulicher Art ergriffen werden.

Den Standpunkt der Kantonspolizei erläuterte Gilbert Baeriswyl, indem er präzisierte, dass man dort zwar gegen eine generelle Einführung von Tempo 30 innerorts sei, das Anliegen aber durchaus unterstütze, was die Quartiere angehe. Auch hier könne der Weg aber nicht über Verbote und Hindernisse führen, sondern letztlich allein über die Selbstverantwortung der Verkehrsteilnehmer. Besonderen Wert legte Gilbert Baeriswyl dabei auf die Verantwortung der Eltern für die Verkehrserziehung ihrer Kinder, die oft allzu gerne an Polizei, Behörden oder eben die Automobilisten abgeschoben werde.

Freiwilligkeit genügt nicht

Auf Gemeindeebene argumentierte Ammann Daniel Brunner dahingehend, dass der Gemeinderat dem Projekt zwar grundsätzlich positiv gegenüberstehe, jedoch glaube, dass es für eine konkrete Umsetzung breiteren politischen Druck brauche, weil Freiwilligkeit allein nicht genüge. Auch wisse man aus eigener Erfahrung nur allzu gut, dass entsprechende Massnahmen von der Bevölkerung meist nicht gerade positiv aufgenommen würden.

Aus der Warte des VCS meinte schliesslich Ruedi Raemy, dass dieser sich in erster Linie für das interessiere, was wirklich auf der Strasse passiere. Deshalb lehne man auch die vom Bund geforderten flankierenden Massnahmen ab, man sei überzeugt, dass sich unter diesen Bedingungen überhaupt nichts verändern würde. Der VCS plädiere stattdessen für eine gleichzeitige Einführung von Tempo-30-Zonen in sämtlichen Quartierstrassen, was ja auch das Ziel der im März vergangenen Jahres eingereichten VCS-Initiative «Strassen für alle» sei.
In angeregter Diskussion wurden von den Anwesenden im Anschluss noch alle möglichen Probleme und Anregungen eingebracht, die allesamt zeigten, wie vielen Leuten das Thema unter den Nägeln brennt, nicht zuletzt sicher auch deshalb, weil jede und jeder auf die eine oder andere Weise ganz direkt und persönlich davon betroffen ist. Eine der grössten Befürchtungen brachte zum Schluss Werner Jeger auf den Punkt: «Schon ein totes Kind ist eines zu viel!» – auch wenn auf den Wünnewiler Strassen diesbezüglich zum Glück noch nie etwas passiert sei.

Mehr zum Thema