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Für einmal werden die Prämien für die Krankenkassen nicht ganz so stark steigen

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Der Freiburger Bundesrat Alain Berset hatte gestern gute Nachrichten zu den Krankenkassenprämien 2013 zu verkünden: eine Erhöhung von lediglich 1,5 Prozent für die ganze Schweiz. Das ist die zweittiefste Zunahme seit Einführung der obligatorischen Krankenversicherung 1996 (siehe Kasten).

Während Freiburg bei der letztjährigen Prämienrunde zu den besonders stark belasteten Kantonen gehörte, reiht er sich heuer im Mittelfeld ein: ein Plus von 1,6 Prozent oder 5,78 Franken auf 365 Franken Prämie, ausgehend von der Standardvariante eines Erwachsenen (über 26 Jahre) mit einer Franchise von 300 Franken und Unfalldeckung. Letztes Jahr schlugen die Freiburger Prämien um 4,4 Prozent auf. Die durchschnittliche Prämie liegt 2013 mit 365 Franken leicht unter dem nationalen Schnitt von 388 Franken. Und Freiburg ist noch immer der zweitgünstigste unter den Kantonen der Romandie. Wie schon letztes Jahr bezahlen die Genfer am meisten, die Walliser dagegen am wenigsten.

Die Prämien für die Freiburger Kinder bis 18 Jahre sinken in Freiburg um 3,0 Prozent, während sie schweizweit nur um 1,4 Prozent reduziert werden. «Das freut mich, denn wir kommen damit den Bedürfnissen der Familien entgegen», sagt Gesundheitsdirektorin Anne-Claude Demierre auf Anfrage. Während umgekehrt Jugendliche ausserhalb des Kantons im Schnitt «nur» 2,9 Prozent mehr bezahlen müssen, berappen sie im Kanton rund 3,7 Prozent mehr. Das habe damit zu tun, dass viele Kassen die Kosten in diesem Bereich bisher nicht decken konnten und nun die Prämien von Jugendlichen an diejenigen der Erwachsenen angepasst hätten, so Demierre.

Wenig Einfluss auf Kosten

Einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der Prämien hat die neue Spitalfinanzierung. Der Anteil des Kantons steigt gegenüber demjenigen der Kassen, sodass damit eigentlich ein Teil der Erhöhungen abgefedert werden sollte. Die Prämien steigen aber stärker als die Gesundheitskosten. «Nach unseren Schätzungen hätten die Prämien deshalb unter dem Schweizer Schnitt liegen müssen», sagt Demierre weiter.

Deshalb hat sie beim Bund interveniert. Er soll bei den Kassen erwirken, dass die Entwicklung der Prämien derjenigen der Gesundheitskosten entspricht. Bei den Gesundheitskosten stösst der Staat also trotz Spitalplanung an seine Grenzen, hält die Gesundheitsdirektorin fest: «Bedauerlicherweise müssen wir feststellen, dass wir den Prämienanstieg trotz unserer Bemühungen nur geringfügig beeinflussen können.»

Millionen für Prämien

Der Kanton Freiburg bezahlt weiterhin an einen Drittel der Bevölkerung Prämienverbilligungen. Das soll trotz der prekären Lage der Kantonsfinanzen auch so bleiben, so Demierre, denn: «Der Staatsrat anerkennt das Bedürfnis und findet diese Beiträge wichtig.» Deshalb habe er die im Budget für Verbilligungen reservierte Summe für das nächste Jahr um weitere 2,33 Millionen auf circa 160 Millionen Franken aufgestockt.

Zahlen und Fakten

Der Kanton hilft aus

Versicherte haben bis Ende November Zeit, ihre Versicherung zu wechseln. Die Gesundheitsdirektion bietet eine Telefonhotline und eine Webseite an. Ausserdem finden am 7. und 10. November von 9 bis 13 Uhr in den Räumen von «Freiburg für alle» Informationsanlässe zum Thema statt.fca

Prämien: Bund bekommt Kosten für das Gesundheitswesen langsam in den Griff

E in Prämienplus von 1,5 Prozent ist im Rückblick moderat. Nur 2008 war die Zunahme mit 0,5 Prozent niedriger. Der Schnitt der letzten Jahre beträgt 3,7 Prozent. Seit der Einführung des Krankenversicherungsgesetzes 1996 hat sich die Standardprämie mehr als verdoppelt (von 173 auf 388 Franken).

Den Wachstumsrekord hält Appenzell Ausserrhoden mit 4,4 Prozent, Neuenburg verzeichnet mit 0,5 Prozent Zunahme fast eine Nullrunde. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) rechnet damit, dass die Gesamtbelastung real niedriger ist, weil die Versicherten immer häufiger günstigere Alternativmodelle wählen. Gründe für die moderate Zunahme sind die stabile Kostenentwicklung, die wohl auch für 2012 und 2013 unterdurchschnittlich verläuft, zu hoch angesetzte Prämien für 2012 und die intensive Aufsicht des Bundes über die Kassen.

Die Zukunft birgt Unsicherheiten. Die Folgen der Einführung der Fallpauschale in den Spitälern sind unklar, man spricht von einem Zulassungsstopp für Fachärzte und die Entwicklung der Medikamentenpreise ist ungewiss. Medikamente machen im Mix der Gesundheitskosten den grössten Anteil aus und die Ausgaben für den Arztbesuch steigen stark an. In diesen Bereichen sind Kosten dämpfende Massnahmen vorgesehen. Bei den stationären Spitalaufenthalten scheinen diese bereits zu greifen. fca

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