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Gelungenes «Freundschaftsspiel» zwischen zwei Musikkulturen

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Autor: Wolfgang Steiert

Die Jazzformation Toni’s Big Band (TBB) liess sich zu ihrem 25. Geburtstag etwas Spezielles einfallen. Zusammen mit dem offiziellen Musikkorps der Stadt Freiburg La Concordia brachte sie am Samstag im Podium Düdingen zwei unterschiedliche Versionen der Nussknackersuite von Pjotr Iljitsch Tschaikowski zur Aufführung.

Eingangs gedachte TBB-Präsident und Verbandsgründer Toni Raemy in bewegten Worten des kürzlich verstorbenen Schlagzeugers Ferdi Ruegg. Dann gings musikalisch zur Sache. Die Concordia spielte unter der Leitung von Jean-Claude Kolly ein originalgetreues Tschaikowski-Arrangement. Toni’s Big Band mit Samuel Zingg am Dirigentenpult trat mit der 1960 geschriebenen Komposition «Harlem Nutcracker» von Duke Ellington und Billy Strayhorn auf. Der Aufbau der Satztitel entspricht dem des Originalwerkes. Duke Ellington fügte noch einen neunten Satz hinzu.

Das «Freundschaftsspiel»

Die acht Sätze der Suite wurden abwechselnd von beiden Formationen gespielt: Einmal klassisch (Concordia) dann als Jazznummer (TBB). Die romantisch verträumte und märchenhafte Darstellung der Originalsuite wechselte jedes Mal mit der ausdrucksstarken und teils fast ausgelassenen Version von Ellington. Der Komponist ist ein namhafter Vertreter des klassisch gewordenen Jazzstils der New Yorker Sechzigerjahre. Ellingtons Musik ist nicht eine einfache Variante der Tschaikowski-Originalmusik, sondern eine frei konstruierte Replik aus eigener Inspiration, die nur zum Teil Motive des Originals verwendet.

Konzert mit reichhaltigem Kontrasterlebnis

Die akustische Begegnung der beiden musikalischen Auffassungen liess an Kontrasterlebnis nichts zu wünschen übrig und grenzte schon fast an Konfrontation: Bereits in der Ouvertüre wechselten zarte, fast schüchtern vorgetragene Holzbläserpassagen (Concordia) mit lautstarkem ungehemmtem Swing (TBB). Auf die «Marche: Tempo die marcia viva», mit eher verhaltenem Tempo gespielt, antwortete TBB mit einem Meisterstück von Jazz-Kontrapunktik. Das Marschmotiv wirkte in seiner Erweiterung fast wie ein Cantus firmus.

Das Werk Ellingtons lebt unter anderem von der musikalischen Verfremdung. Dazu zwei Beispiele: Im «Tanz der Zuckerfee» mit dem zauberhaft entrückten Ton der Celesta (Concordia) antwortet Ellington mit eindringlichen Saxophongruppen (TBB), von der Trommel mit dumpfen Schlägen begleitet. In der «danse chinoise» antwortet Ellington auf die Piccoloflöte Tschaikowskis mit zerhackten Klarinettenmotiven. Die Musik verlässt das Parkett gleichsam auf leisen Sohlen. Im vierten Satz machten Tonis Posaunen reichlich Gebrauch von Wa-wa-Posaunen-Dämpfern, ein sehr charakteristisches Element der Musik von Duke Ellington. Im russischen Tanz war dank dieser Instrumentiertechnik das typische amerikanische Lokomotiv-Pfeifen zu hören. In der «danse arabe» sind die von den Holzbläsern fein differenziert gespielten Passagen (Concordia) hervorzuheben. In der Replik antwortete die TBB mit einem sauber vorgetragenen lyrischen Flötensolo, beim sonst eher lauten Sound eher die Ausnahme. Das klassische Arrangement des abschliessenden Blumenwalzers wirkt als Komposition im Vergleich zur originalen Orchesterversion etwas schwerfällig. Dank der leistungsstarken Aufführung durch die Concordia konnte vieles von der Beschwingtheit dieses Satzes gerettet werden. TBB «verwandelte» das Walzermotiv in einen jubelnden, fast ausgelassenen Swing. Als Zugabe spielten beide Formationen je einen der vorangegangenen Sätze.

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