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Geschichten aus Clavaleyres

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Geschichten aus Clavaleyres

Autor: CORINNE AEBERHARD (BILDER UND TEXT)

Aus der Dunkelheit kommt eine Gestalt und streckt der Fotografin die Hand entgegen. «I bi z’Vreni», sagt die Frau. «Komm in den Stall, wir sind noch am Melken.» Die Begegnung ist stellvertretend für viele andere in Clavaleyres. Obwohl sich die Bewohner und die Fotografin vorher nicht kannten, öffneten sich die Türen und die Menschen. So war es möglich, fast alle der damals noch über 50 Einwohnerinnen und Einwohner von Clavaleyres über eine längere Zeit im Alltag fotografisch zu begleiten, obwohl sie sich über das Vorhaben erst etwas verwunderten. Schliesslich aber freuten sie sich, als sie das Endprodukt – ein Buch über sie – sahen. Für das Fotoprojekt sollten sie keinesfalls ihren normalen Tagesablauf ändern. Einzig für die Familienbilder wurden Termine eingeplant. Auf jedem dieser Gruppenbilder ist auch mindestens ein Tier abgebildet. Kein Problem für Landwirt Martin Keller, dafür eine schöne Kuh aus dem Stall zu holen … Später erzählte Christoph Baumann, ein Bewohner des Unteren Hubels, dass er die (Foto-)Szene aus der Ferne beobachtet und sich etwas gewundert hätte, warum denn Martin Keller mitten am Tag eine Kuh auf der Weide herumführe.

Die Menschen in Clavaleyres kennen sich fast alle, und sie wissen auch so einiges voneinander. Trotzdem kann es vorkommen, dass sich die Bewohner der beiden abgelegenen Höfe (Unterer und Oberer Hubel) sowie die Dorfbewohner lange Zeit nicht sehen. Sie haben verschiedene Milchabnehmer, es gibt keinen Laden, keine Post und keine Beiz im Dorf, so dass sich die Wege nicht zwingend kreuzen.

Geduld war gefragt beim Fototermin mit dem Kalb der Familie Reber. Entweder wollte es nicht still stehen oder aber lieber grasen als in die Kamera schauen. Ebenfalls beim Fototermin erfährt man vom Gemeindepräsidenten, dass sich seine beiden Katzen nicht verstehen. Und eine davon aufs Foto zu bringen – so sah es das Konzept vor – schien lange Zeit ein Ding der Unmöglichkeit. Festhalten konnte man sie nicht. Schliesslich half nur das Einreden mit Engelszungen.

Ein Fotomodell, wie man es sich wünscht, war Marianne Reber, welche ihrem Bruder auf dem Hof hilft. Völlig natürlich und gleichzeitig stolz posierte sie mit der Gabel. «So, jetzt muss ich aber weiterschaffen», teilte sie nach einer Weile der Fotografin unmissverständlich mit, als es Zeit war, den Kälbern Heu zu geben. Etwas unberechenbar waren die Schweine der Familie Wüthrich. Ihre unvermittelten «Angriffe» auf der Weide waren eher schwer zu deuten und wegrennen war wohl doch besser. Ebenfalls sicherer war man hinter der Abschrankung, als die Rinder von Herrens vor lauter Freude, weil sie auf die Weide durften, rodeoartige Bocksprünge vollführten.

«Er lasse sich nicht fotografieren», teilte ein kleiner Junge entschieden mit. Sein Gwunder war dann aber doch stärker, und als seine Eltern im Käsekeller bei der Arbeit fotografiert wurden, streckte er mehrmals den Kopf in den Raum und fand so doch noch den Weg aufs Bild. Erstaunlich, wie viel die Kinder aus Clavaleyres bereits über die Landwirtschaft wissen. Ein damals vierjähriges Mädchen konnte problemlos zwischen verschiedenen Traktorenmarken unterscheiden.

Während einer solchen fotografischen Arbeit erfährt man einiges aus dem Leben der Menschen und der Tiere. Etwa, dass die Milch der Kuhrasse von Rebers einen besonders hohen Fettgehalt hat, dass eine Kuh von Baumanns bald kalben wird und dass Herrens Grosseltern geworden sind.

Der ganz normale – und doch immer wieder besondere – Alltag von Menschen eben.

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