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Gleichstellung darf nicht in Quarantäne

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«Lohn. Zeit. Respekt. Jetzt erst recht!» Unter diesem Motto sind Frauen in der Schweiz diesen Sonntag aufgerufen, die Hausarbeit liegen zu lassen und sich den öffentlichen Raum wieder anzueignen (siehe Kasten). «Denn ein Jahr nach dem grossen Frauenstreik am 14. Juni 2019 hat sich in Sachen Gleichstellung nicht viel getan», schreibt das Freiburger Frauenstreik-Kollektiv – obwohl die Corona-Krise einmal mehr gezeigt habe, wie zentral die Arbeit von Frauen für die Gesellschaft sei.

Das Kollektiv kritisiert insbesondere, dass das Arbeitsrecht im Gesundheitssektor bis zum 1. Juni ausser Kraft gesetzt worden sei, was zu einer inakzeptablen Ausnutzung der Pflegefachkräfte geführt habe, die bis zu 60 Stunden pro Woche hätten arbeiten müssen. «Zwar ist in der Corona-Krise die Arbeit, die vor allem von Frauen geleistet wird, als systemrelevant anerkannt worden. Doch ausser Applaus vom Balkon hat sich nichts getan», monieren die Frauen.

«Es mag sein, dass durch Homeoffice auch die Männer mehr gefordert waren. Aber die mentale Belastung blieb bei den Frauen.»

Catherine Friedli

Freiburger Frauenstreik-Kollektiv

Der Lockdown habe zudem dazu geführt, dass die Gratis-Hausarbeit zugenommen habe. Vor allem Frauen hätten nebst Homeoffice die Kinder im Fernunterricht begleiten müssen und seien rund um die Uhr für die Kinderbetreuung zuständig gewesen. «Es mag sein, dass durch Homeoffice auch die Männer zu Hause mehr gefordert waren. Aber die mentale Belastung blieb bei den Frauen», sagt Catherine Friedli vom Freiburger Kollektiv den FN. Gemäss dem Kollektiv hat die Corona-Krise zudem dazu geführt, dass Tausende von Hausangestellten ihre Arbeit verloren haben und nun Schlage stehen für Nahrungsmittelpakete. «Das geschieht hier, bei uns, in einem der reichsten Länder der Welt.» Nicht zuletzt habe der Lockdown zu mehr häuslicher Gewalt geführt.

15 Forderungen

Aus diesem Grund haben die Westschweizer Frauenkollektive ein Manifest mit 15 Forderungen verfasst, welche sich auf die zusätzlichen Benachteiligungen beziehen, die durch die Gesundheitskrise entstanden sind. An erster Stelle verlangen die Frauen vom Bund, dass dieser den gleichen Betrag für den Service public – im Speziellen die ausserschulische Betreuung, die Betreuung von alten Menschen und von Menschen mit einer Behinderung – einschiesst wie für die Privatwirtschaft: 60 Milliarden Franken. Im weiteren soll die sanitäre Produktionskette bis hin zur Herstellung von Medikamenten in den Dienst des Staats gestellt und nicht der Logik des Profits unterworfen werden. Auch die Entlöhnung in Berufen, die eng mit dem Leben verbunden sind, müsse verbessert werden. Die Westschweizer Frauenstreik-Kollektive verlangen eine breite Diskussion zur Senkung des Rentenalters für die ganze Bevölkerung. Denn Covid-19 habe gezeigt, wie verletzlich ältere Personen seien. Im Forderungskatalog steht auch ein echter Mutterschaft-, Vaterschafts- und Elternurlaub. Für Hausangestellte soll ein nationaler Arbeitslosenentschädigungsfonds geschaffen werden.

Eine Senkung der Arbeitszeit, die Förderung eines lokalen und ökologischen Wirtschaftskreislaufs, ein nationaler Plan zur Bekämpfung der sexualisierten, sexuellen sowie häuslichen Gewalt gemäss der Konvention von Istanbul sowie Respekt gegenüber jeglicher sexueller Orientierung sind weitere Punkte im Manifest. Schliesslich verlangt dieses Chancengleichheit in der Erziehung, ein Bleiberecht für Asylbewerber und eine Regularisierung der Situation von Sans-Papiers, eine paritätische Vertretung von Frauen und Männern auf allen politischen und administrativen Ebenen und Chancengleichheit für Künstlerinnen.

14. Juni

Streik auf dem Georgette-Pythone-Platz

Morgen findet anlässlich des Frauenstreiktags auf dem Python-Platz in der Stadt Freiburg eine Kundgebung statt. Unter dem Slogan «Kein Zurück zu männerdominierten Normen» lädt das Freiburger Frauenstreik-Kollektiv Frauen und solidarische Männer ein, Plakate mit Forderungen zur Gleichstellung zu deponieren. Die Aktion dauert von 11 bis 16 Uhr und wird von Musik und spontanen Reden begleitet. Punkt 15.24 Uhr – ab dann ist die Arbeit von Frauen durchschnittlich nicht mehr bezahlt – geben die Westschweizer Kollektive einen «feministischen Alarm» ab: Mit Lärm sollen die Frauenanliegen unterstrichen werden. Corona-Schutzvorkehrungen sorgen an der Demo für Sicherheit.

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