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Grosser Sachschaden wegen Fastnachts-Gag

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Autor: Frederic Auderset

Laut, bunt und mitunter wild geht es in Murten nicht nur an der Fastnacht zu und her, sondern bereits im Januar am sogenannten Hilari. An diesem Anlass stimmen sich die Murtner Fastnachts-Cliquen und Guggenmusiken auf das närrische Treiben ein. Die Gruppen treffen sich zuerst im «Stedtli», wo öffentliche Konzerte stattfinden und das Prinzenpaar bekannt gegeben wird. Danach ziehen sich die Fastnächtler aber zurück, um unter sich den Fastnachtsauftakt zu feiern. Seit 2009 gehen sie dafür ins Hotel Murten – so auch am letzten Samstag, dem diesjährigen Hilari.

Im Saal des Hotels Murten ging es für Direktor Dominic Zuber jedoch etwas gar wild zu und her: Weil grosser Putzaufwand und Schäden an der Lüftungsanlage sowie an der Bühnentechnik entstanden sind, will das Hotel Murten den jeweils am Fastnachtssamstag und am Fastnachtsmontag stattfindenden Maskenball nicht mehr durchführen. Nicht nur in diesem Jahr, sondern auch in Zukunft. «Das Risiko ist einfach zu gross», sagt Zuber. Für die «Monstersitzung» am Fastnachtssonntag verlange er zudem strenge Auflagen.

Was war geschehen? Weil der diesjährige Hilari unter dem Motto «Märchen» stand und die Guggenmusik Moosrugger auf der Bühne «Frau Holle» nachahmen wollte, schütteten die «Moosrugger» bei ihrem Auftritt Daunenkissen aus. Nebst den feinen Federn gelangte dabei auch viel Staub in die Luft – so viel, dass Zuber den Anlass wegen der Entzündungsgefahr beinahe hätte abbrechen müssen, wie er sagt. «Indem wir die Lüftung auf Hochtouren laufen liessen, konnten wir den Staub teilweise absaugen.» Dies habe aber das Lüftungssystem verstopft, berichtet der Hoteldirektor. Seither habe die Anlage nicht wieder in Betrieb genommen werden können. Mit einer Grobreinigung sollte sie bis morgen Sonntag, wenn im Saal ein Konzert stattfinden wird, wieder einsatzbereit sein, ist er aber zuversichtlich. Doch danach brauche die Lüftung eine gründliche Reinigung und wohl auch einige Ersatzteile.

Die fastnächtliche «Frau Holle» hat aber nicht nur in der Lüftungsanlage Spuren hinterlassen. Die Daunen hätten sich im Laufe der Nacht auf den Treppen und Fluren des Hotels ausgebreitet, so Zuber. «Sogar in meinem Büro hatte es Federn.» Von den «Gässliguugern», die in diesem Jahr für die Organisation des Hilari verantwortlich waren, hätten immerhin einige Mitglieder beim Putzen geholfen, sagt er. Dennoch sei das Hotel erst am Montagvormittag wieder sauber gewesen.

Zudem könnte der Staub, der in die Lampen, Verstärker und Mischpulte eingedrungen ist, zu Kurzschlüssen führen. Daher müssten alle Geräte von Fachleuten aufgeschraubt, gereinigt und vielleicht teilweise ersetzt werden, meint Dominic Zuber. «Experten werden in den nächsten Tagen den Schaden berechnen. Der Gesamtbetrag wird bestimmt fünfstellig sein.» Eine Klage will das Hotel Murten aber nicht einreichen – «sofern wir uns gütlich einigen können», wie Zuber sagt. Für den Schaden müsse grundsätzlich der Saalmieter, also die Guggenmusik Gässliguuger, aufkommen. Doch stünden auch die «Moosrugger» in der Verantwortung.

Die Präsidenten der beiden betroffenen Guggenmusiken wollten sich gestern nicht zu den Vorfällen äussern. Daniel Henzi, Präsident der «Gässliguuger», will das heute Samstag stattfindende Gespräch mit den Hotelverantwortlichen abwarten, bevor er Stellung nimmt. Der Präsident der «Moosrugger», Philip Dieringer, möchte die Kommunikation lieber dem organisierenden Verein überlassen.

«Just for fun», also «nur zum Spass»: Unter diesem Motto spielte die Guggenmusik Moosrugger letzten Samstag am Hilari im Hotel Murten. Seit ihrem Auftritt versteht Hoteldirektor Dominic Zuber aber keinen Spass mehr mit den Fastnächtlern.Bild Anton Bruni

FGM:Bedauern, aber auch Verständnis

In der Fastnachtsgesellschaft Murten (FGM) sind sämtliche Murtner Fastnachts-Cliquen und Guggenmusiken mit Delegierten vertreten. Der sogenannte Hilari – der Anlass, an dem die Schäden im Hotel Murten entstanden sind (siehe Haupttext) – wird aber jeweils von einem einzelnen Fastnachtsverein organisiert. Brigitte Bosch, Medienverantwortliche der FGM, nimmt dennoch Stellung zu den Vorfällen: Die «Moosrugger» hätten es sicher gut gemeint und gedacht, das Daunen-Ausschütten sei ein lustiger Gag. «Niemand hat an die möglichen Konsequenzen gedacht», so Bosch. Dass der Maskenball im Hotel Murten nun nicht mehr durchgeführt wird, findet sie schade. «Doch ich habe auch Verständnis dafür.» An der nächsten Sitzung der FGM werde die ganze Angelegenheit intern diskutiert. Die FGM sei bemüht, nach Lösungen für die Schadenhaftung zu suchen.fa

«Sogar in meinem Büro hatte es Federn.»

Autor: Dominic Zuber

Autor: Direktor Hotel Murten

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